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Ernüchterung bei Thomas Müller & Co. © ANSA / RONALD WITTEK

Der Bayern-Zauber verfliegt: Jetzt kommt Lewandowski

Auf launige Sprüche zum großen Wiedersehen mit „Mr. Lewangoalski“ und den FC Barcelona hatte beim FC Bayern keiner mehr Bock – schon gar nicht Thomas Müller. Vielmehr grantelte der Ur-Bayer nach dem nächsten Remis-Frust im Liga-Alltag beim 2:2 (1:0) gegen den sich spät mit dem Elfmeter-Ausgleich belohnenden VfB Stuttgart.

„Ich bin das erste Mal in dieser ganzen Spielzeit sauer – und zwar sauer auf uns selbst. Ich habe eine schöne Krawatte“, sagte Müller. Der Bayern-Zauber der ersten Wochen ist futsch – zumindest im Alltagsgeschäft Bundesliga. „Wir sind gewarnt“, sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Auch er verließ die Allianz Arena am Samstagabend „sauer“. Die Vorfreude auf das „riesengroße Spiel“ gegen Barça, wie Serge Gnabry das Topspiel in der Champions League betitelte, erhielt bei der Generalprobe einen heftigen Dämpfer. Die Stimmung in München könnte kurz vor Beginn des Oktoberfestes kippen – und dazu könnte ausgerechnet Robert Lewandowski beitragen.


Der Weltfußballer ist vor seiner spannenden Rückkehr in die Allianz Arena an diesem Dienstag (21.00 Uhr) in bestechender Form. Bei Barcelonas 4:0-Pflichterfüllung am Samstagabend beim FC Cadiz genügte dem 34-Jährigen ein 30 Minuten langer Jokereinsatz, um erst seinen sechsten Saisontreffer zu erzielen und dann als Zugaben das 3:0 aufzulegen und Tor Nummer vier als Passgeber einzuleiten.

Nächster Test: Barcelona

Noch vor diesen nächsten Lewandowski-Taten hatte Salihamidzic die eigenen Stars wie ein Hellseher ermahnt: „Wir müssen schon zwei Gänge hochschalten, gegen Barcelona sogar drei.“ Immerhin verharmloste der Dortmunder Ausrutscher in Leipzig die eigenen Liga-Versäumnisse. „Es sind aber natürlich sechs Punkte, die uns fehlen. Das sind mindestens vier zu viel“, sagte Salihamidzic nach drei Unentschieden am Stück.

Julian Nagelsmann war bedient. © APA/afp / CHRISTOF STACHE


„Heute habe ich das erste Mal das Gefühl, dass wir was hergeschenkt haben“, bilanzierte Müller. In der Tat: Die von Julian Nagelsmann nach dem Königsklassen-Erfolg bei Inter Mailand durchrotierten Bayern spielten gegen mutige und wehrhafte Stuttgarter nicht glanzvoll. Sie führte dennoch zweimal durch die Teenager Mathys Tel und Jamal Musiala. Sturmjuwel Tel löste im Alter von 17 Jahren und 136 Tagen Musiala als jüngster Bayern-Torschütze in der Bundesliga ab. „Ich bin sehr glücklich, Teil der Vereinsgeschichte zu sein und Torschütze für diesen legendären Club zu sein“, sagte der junge Franzose. Für Salihamidzic war Tel ein „positiver Lichtblick“ des Nachmittags.

Stuttgart schlug zweimal zurück durch den eingewechselten Chris Führich und Last-Minute-Zugang Serhou Guirassy, der einen an ihm verschuldeten und nach Videobeweis zugesprochenen Elfmeter in der 92. Minute gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer furchtlos und wuchtig in den Torwinkel hämmerte. „Cool“, lobte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat den Schützen und resümierte: „Dieses Spiel tut uns gut.“

Auswirkungen auf die Champions League?

Auf Nagelsmann Vorbereitung auf Barça soll der nächste Ausrutscher in der Liga „keine Auswirkung“ haben, wie der in der Pressekonferenz sichtlich und auch hörbar angesäuerte Trainer sagte. „Ich gehe die Woche genauso an, wie ich sie angegangen wäre, wenn wir gewonnen hätten. Wir versuchen eine gute Idee zu entwickeln für Barcelona, was schwer wird. Identisches hätte ich auch gemacht, wenn wir heute 4:0 gewonnen hätten“, sagte Nagelsmann. Am Sonntagmorgen trainierten die Reservisten im Münchner Regen auf dem Platz. Die Startspieler gegen Stuttgart beglückten die zuschauenden Fans derweil mit Autogrammen.

Nagelsmann lamentierte am Vorabend über unnötig verschenkte Punkte durch das mehrfach bei Kontern verpasste 3:1. „Wir müssen das dritte Tor machen, dann ist das Spiel durch“, mäkelte der Trainer. Er hatte das Stuttgart-Spiel für seine Profis extra zur Bewerbungsplattform für einen Startelfeinsatz beim Wiedersehen mit Lewandowski erklärt. „Barcelona ist ein Topspiel, da will man glänzen. Aber die Arbeit muss in der Bundesliga geleistet werden“, ermahnte Wortführer Müller seine Teamkollegen: „Es ist eine Warnung an uns. Uns muss bewusst werden, dass wir in der Bundesliga Punkte liefern müssen.“

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