a Portugal

Kehrt Torwart-Ikone Iker Casillas jemals wieder aufs Fußballfeld zurück? © AFP / MIGUEL RIOPA

„Glück im Unglück“: Zukunft von Casillas ungewiss

Iker Casillas hält im Krankenhausbett seinen linken Daumen hoch und lächelt. Schon wenige Stunden nach einem Infarkt mitten im Training und eines Herzkatheters mit Stent-Implantation war die Torwart-Ikone des FC Porto wieder guten Mutes. Doch der 37 Jahre alte Spanier weiß: Er hatte Glück im Unglück. Es hätte viel schlimmer kommen können, wie Clubarzt Nélson Puga einräumte.

Es sei positiv gewesen, dass das Problem am Mittwoch beim Training des portugiesischen Topteams aufgetreten sei, da man sehr schnell habe handeln können. Casillas werde keine Folgen davontragen, versichert der Arzt. Die Zukunft des Weltmeisters von 2010, vor allem die sportliche, ist nach dem großen Schreck aber völlig ungewiss.

„Alles unter Kontrolle hier. Ein großer Schreck, aber die Kräfte sind intakt“, twitterte Casillas aus dem CUF-Krankenhaus in Porto, in dem er noch mindestens bis Samstag werde bleiben müssen, wie portugiesische Medien am Donnerstag unter Berufung auf die behandelnden Ärzte berichteten. Durch die Einpflanzung eines sogenannten Stents soll das verengte Gefäßsystem offen gehalten werden, wie erfahrene Ärzte im portugiesischen Fernsehen erklärten. Anschließend werde der frühere Keeper von Real Madrid eine mindestens dreimonatige Erholungstherapie beginnen müssen.

Ist seine Karriere beendet?
Und danach? Einige sind davon überzeugt, dass die Karriere des Mannes aus dem Madrider Vorort Móstoles beendet ist. „Mit einem Stent kann man nicht Fußball spielen, ein Torwart schon gar nicht“, sagte der frühere Basketball-Profi und Arzt der spanischen Nationalmannschaft, Juan Antonio Corbalán, im spanischen TV. Demnach wäre Casillas Auftritt am vorigen Freitag beim 2:2 gegen Rio Ave der letzte einer langen und ungewöhnlich erfolgreichen Karriere gewesen. Puga will sich hingegen nicht festlegen, und andere Ärzte meinten, es werde auch davon abhängen, wie sich Casillas psychisch erholt.

Erst vor wenigen Wochen war Casillas im Champions-League-Viertelfinale gegen Liverpool im Einsatz. © AFP / PAUL ELLIS


Wie ist es möglich, fragen sich nun viele, dass ein relativ junger Mann, der Hochleistungssport betreibt, gesund lebt, bestens betreut wird und ständigen medizinischen Kontrollen unterzogen wird, einen Infarkt erleidet? „Normal ist das nicht“, wurde der angesehene portugiesische Herzspezialist Carlos Rabaçal am Donnerstag von der Zeitung „Público“ zitiert. Möglicherweise lägen Erbursachen vor.
Böse Erinnerungen werden wach
In Portugal wurden Erinnerungen an 2004 wach, als der ungarische Benfica-Profi Miklos Feher, erst 24 Jahre alt, auf dem Platz von Vitoria Guimaraes zusammenbrach und wenig später im Krankenhaus starb. Wenige Monate zuvor war der kamerunische Nationalspieler Marc-Vivien Foe (28) während eines Spiels im Confed Cup in Frankreich kollabiert und anschließend im Krankenhaus den Folgen des Infarkts erlegen.

In den vergangenen Jahren gab es weitere Fälle, die nicht alle tödlich endeten. Liverpool-Torwart Doni beendete aber zum Beispiel 2013 seine Karriere vorzeitig. Erst im März wurde Nationalspieler Sami Khedira nach Herzrhythmusstörungen erfolgreich operiert.

Autor: dpa/det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210