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Luca Piazzis Zeit im Drusus-Stadion ist abgelaufen Stefano Vecchi trainiert nun Inter Mailand Mame Baba Thiam hat den Sprung geschafft Fabian Tait empfiehlt sich für höhere Aufgaben

Interview mit Luca Piazzi: „Das war meine Zeit beim FCS“

Für Donnerstag hat der FC Südtirol zu einer Pressekonferenz geladen. Es wird der letzte offizielle Auftritt von Luca Piazzi als Sportdirektor und womöglich der Anlass sein, seinen Nachfolger zu präsentieren. Nach acht Jahren ist die Ära des Vereinsfunktionärs aus dem Eisacktal beendet. Hier zieht Piazzi Bilanz.

Mit Luca Piazzi ist der FC Südtirol 2010 in die dritthöchste Spielklasse aufgestiegen, es folgten sieben turbulente Jahre, die mit dem Klassenerhalt in der aktuellen Saison endeten. Der Sportdirektor hat unzählige Spieler nach Bozen gelotst, einigen von ihnen den Weg in höhere Spielklassen geebnet und den Verein selbst in der Lega Pro durch Höhen und Tiefen geführt. Die Art seiner Kaderplanung war häufig umstritten und dennoch wurde ihm durch seine Arbeit über die Region hinaus große Wertschätzung entgegengebracht. „In diesen acht Jahren habe ich sehr viel dazugelernt, bin gereift. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass ich ein nachhaltiges Scouting- und Betreuergerüst aufgebaut habe, das es vorher im Verein nicht gab”. Im selben Moment stellt Piazzi klar: „Ich gehe nicht, weil mir ein besseres Angebot vorliegt. Das Projekt beim FCS war bis 2018 angelegt. Schade, dass es nicht bis zum Ende durchgezogen wurde, doch vielleicht ist es so für alle besser.”


Was ist dran am Inter-Gerücht?

In den vergangenen Monaten wurde viel spekuliert über die Zukunft des langjährigen FCS-Funktionärs. Eine Einigung mit dem italienischen Spitzenklub Inter Mailand gab es bislang aber nicht. „Das sind allesamt Gerüchte. Es gab einen Kontakt, das stimmt, doch eine Unterschrift bzw. ein festes Engagement ist nicht in Aussicht. Ich halte weiter Ausschau nach einem ambitionierten Projekt in einer höheren Spielklasse.“


Was bleibt aus der FCS-Zeit?

Bei Inter würde Piazzi jedenfalls auf einen alten Bekannten treffen, nämlich Stefano Vecchi, der am Dienstag als Pioli-Nachfolger das Traineramt übernommen hat. „Vecchi ist ein hervorragender Coach. Mit ihm hat Inter eine optimale Interimslösung bis Saisonende gefunden. Neben Vecchi haben allerdings auch andere richtig gute Trainer in Bozen gearbeitet. Mit einigen von ihnen, wie etwa Sormani oder Stroppa, bin ich immer noch in Kontakt.” Piazzi hatte jedoch nicht nur mehrere Trainer unter seinen Fittichen, sondern hat auch unzählige Spieler kommen und gehen sehen. Er erinnert sich: „Viele von ihnen haben den Sprung in höhere Spielklassen geschafft. Ich denke etwa an Thiam oder El Kaddouri, die eine beeindruckende Entwicklung hingelegt haben. Doch auch im aktuellen Kader stehen mehrere talentierte Spieler, die sich für höhere Aufgaben empfehlen. Ein Beispiel ist Fabian Tait. Er kam als Serie-D-Spieler zu uns, hat mehrfach Position gewechselt und ist schließlich zu einem kompletten Spieler gereift. Das erfüllt auch einen Sportdirektor mit viel Stolz.“


Sind Valoti und Colombo die richtige Wahl?

Mit Aladino Valoti scheint beim FC Südtirol bereits ein Nachfolger für Piazzi gefunden. Auch bei Trainer Alberto Colombo fehlt nur mehr die Vertragsunterschrift. Welches Urteil fällt der Trentiner über diese Personalwahl? „Veloti habe ich als sehr seriöse Person kennen gelernt, allerdings kann ich seine Arbeit schwer einschätzen. Sollte Colombo bleiben, wäre es ein Glücksfall für den Verein. Er weiß ganz genau, was er will, fordert klare Linie und eine gute Organisation. Wenn ihm die Klubspitze passende Rahmenbedingungen bietet, wird er die Mannschaft weiter nach vorne bringen. Ich werde jedenfalls die Entwicklung des FC Südtirol auch in Zukunft genau verfolgen – egal, wo und in welcher Funktion ich künftig tätig sein werde“, so der scheidende Sportdirektor abschließend.



Autor: sportnews