a Frauenfußball

Marco Castellaneta ist Trainer der einzigen Serie-C-Frauenmannschaft in Südtirol. © Alle Bilder: SSV Brixen

Interview | Brixen-Trainer: „Serie B? Wir würden es machen“

Seit dem Rückzug von Unterland ist der SSV Brixen die einzige Frauen-Fußballmannschaft aus Südtirol, die in der drittklassigen Serie C spielt. Dort ist man ein Spitzenteam und der Aufstieg ist nicht unvorstellbar. SportNews hat sich mit Trainer Marco Castellaneta unterhalten.

Von:
Christian Staffler

Der FC Südtirol peilt seit Jahren die Serie B an. Die Weißroten sind nicht der einzige Südtiroler Fußballverein, der schon bald in der zweithöchsten Liga Italiens spielen könnte. Für die Fußballerinnen des SSV Brixen könnte der Aufstieg ebenfalls ein Thema sein.


Für Trainer Marco Castellaneta ist es die zweite Amtszeit bei den Domstädterinnen – und es läuft richtig gut. Brixen hat ein Spiel weniger ausgetragen als die Konkurrenz, doch die Bilanz kann sich sehen lassen: Platz 3 mit 20 Punkten. Der gebürtige Süditaliener, der einer Teilzeit-Arbeit nachgeht und sich ansonsten dem Fußball widmet, hat im SportNews-Interview über folgende Themen gesprochen:

Sein persönlicher Weg zum Frauenfußball
„Marco Maraner hat mich in die Welt des Frauenfußballs gebracht. Als er bei Brixen als Trainer gearbeitet hat, wurde ich gefragt, ob ich nicht ein bisschen mithelfen möchte. Als ehemaliger Verteidiger sollte dich die Defensivarbeit der Mannschaft auf Vordermann bringen. Ich habe das gemacht und bin beim Frauenfußball hängen geblieben. Seitdem möchte ich nichts anderes mehr machen.“
Die bisherige Saison seiner Mannschaft
„Es läuft recht gut. Wir haben in allen Spielen unser Soll erfüllt, nur gegen Triestina hat es nicht ganz geklappt. Unser Ziel ist es, mit den großen Teams der Liga mitzuhalten und ihnen nach Möglichkeit ein Bein zu stellen. Im Vorjahr sind wir Dritter geworden, diese Platzierung möchten wir heuer verbessern. Das Wichtigste ist, dass wir Spaß haben und wenn es dann noch gut läuft, ist das umso besser.“
Einen möglichen Aufstieg in die Serie B
„Um in der Serie B zu spielen, braucht man sehr viel Geld und auch Verstärkungen von auswärts. Bei uns ist das so: Wir müssen die Meisterschaft nicht gewinnen und haben deshalb keinen Druck. Sollte es aber passieren, dass wir die Meisterschaft gewinnen, dann werden wir auch die Serie B in Angriff nehmen. Damit hätten wir kein Problem.“
Der betriebene Aufwand
„Aktuell trainieren wir drei Mal in der Woche und bestreiten ein Spiel. Bei weiteren Auswärtsfahrten reisen wir einen Tag vorher an und schlafen dort. Es ist schon alles sehr zeitintensiv, aber ich mache es gerne und wenn die Resultate stimmen, bestätigt mich das in der geleisteten Arbeit. Ich habe Familie und zwei Kinder, aber die Wochenenden gehören meistens dem Fußball.“

Ein gewohntes Bild: Brixen jubelt, die Gegnerinnen sind geschlagen (hier gegen Venezia).

Die wichtigsten Spielerinnen seiner Mannschaft
„Hier würde ich jene Spielerinnen nennen, die schon lange beim SSV Brixen dabei sind. Eine Hannah Bielak oder eine Annalena Santin. Natürlich muss auch Nadine Nischler genannt werden, die heuer im Sommer neu dazugekommen ist und schon jetzt 10 Tore erzielt hat. Alexandra Stockner ist jene Spielerin mit dem meisten Talent. Sie hat großartige Qualitäten, muss aber lernen, noch konstanter zu werden.“
Die persönlichen Ziele als Trainer
„Ich möchte irgendwann in einer höheren Liga trainieren. Serie A oder Serie B wäre schon super. Dabei spreche ich immer vom Frauenfußball, denn ich bin in diese Welt eingetaucht und fühle mich gut darin. Eine Männermannschaft trainieren? Ich schließe nichts aus, es hängt immer vom Projekt ab.“
Der Stellenwert des Frauenfußballs
„In Italien und in Südtirol ist der Stellenwert gewachsen. Es gibt immer noch viele Leute die sagen, dass das kein richtiger Fußball sei. Aber das stimmt nicht. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte: Die Frauen bringen mehr Leidenschaft und Sportsgedanken mit. Was leider fehlt, sind die finanziellen Möglichkeiten. Es gibt kaum große Sponsoren.“
Die größten Probleme des Frauenfußballs
„Italien ist im Rückstand und sollte schleunigst schauen, dass Frauenfußball ein Profisport wird. In anderen Ländern ist das längst die Regel. Ich plädiere dafür, dass Serie A, B und C in den Profifußball eingegliedert werden.“

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