a Serie C

Der FC Südtirol (hier mit Simone Magnaghi und Nermin Karic) ist mittlerweile auch taktisch sehr flexibel. © E. Bordoni (3)

3 Spiele, 3 Systeme: Die neue Variabilität des FC Südtirol

In den letzten drei Spielen hat Stefano Vecchi den FC Südtirol in drei unterschiedlichen Varianten auflaufen lassen. SportNews wirft vor dem Heimspiel gegen Fano (Mittwoch, 17.30 Uhr) einen Blick auf die taktischen Ausrichtungen der Weißroten.

#1: Das Stammsystem 4-3-1-2
Seit Vecchi das Ruder beim FC Südtirol übernommen hat, wurde das 4-4-2 mit Mittelfeldraute als Stammsystem etabliert. Hin und wieder gab es die Dreierkette aus der erfolgreichen Ära von Paolo Zanetti zu sehen, zuletzt allerdings kaum mehr. Der Südtiroler Kader ist ausgelegt auf das 4-3-1-2, wo Vecchi auf jeder Position doppelt besetzt ist. Spielen zwei klassische Angreifer, dann setzt der Bergamaske gerne auf einen Stoßstürmer (bevorzugt Raphael Odogwu, der allerdings große Teile der Saison nicht zur Verfügung stand) und einen quirligen Nebenmann.


Kleine Probleme eröffnen sich mit dem Rautensystem, wenn die Außenverteidiger des Gegners sehr offensiv stehen. Dann werden die Wege im Pressing länger, vor allem für Stürmer und „Achter“ im Mittelfeld. Deshalb hat Vecchi in den letzten beiden Spielen zu alternativen Formationen gegriffen, wobei er auf einige Fixpunkte nie verzichtet:

1) Das Drei-Mann-Mittelfeld, mit einem „Sechser“ vor der Abwehr, der von zwei Halbflügeln flankiert wird.
2) Die Viererkette, in der sich Linksverteidiger Alessandro Fabbri (seine sechs Vorlagen sind der Topwert beim FCS) als Schlüsselspieler herausgestellt hat.
3) Den freien Mann zwischen den Linien, den man vereinfacht als offensiven Freigeist betiteln könnte.

#2: Das 4-5-1 im Topspiel gegen Padova
Als der FC Südtirol zu Hause auf den Spitzenreiter aus Padova traf, ließ Vecchi seine Mannschaft in einem nominellen 4-3-3 agieren. Dieses stellte sich auf dem Platz – aufgrund der sehr defensiven Rolle der Flügelstürmer – als 4-5-1 heraus. Damit wollte der weißrote Trainer den Wirkungsgrad der gegnerischen Außenverteidiger eindämmen, was auch sehr gut gelang. Das Problem war, dass die Flügelspieler Matteo Rover und Davide Voltan durch die tiefe Positionierung kaum zum Kontern kamen. Die Wege nach vorne waren einfach sehr weit, wobei Voltan noch etwas höher (und nicht ganz an der Außenlinie klebend) stand als Rover.

Erst seit Jänner in Bozen, aber schon ein Schlüsselspieler: Davide Voltan.


Fazit: Das 4-5-1 funktionierte defensiv sehr gut, aber im Spiel nach vorne hatten die FCS-Spieler zu viel Wiese vor sich. Die Mannschaft büßte an Durchschlagskraft ein. Deshalb modifizierte der Trainer seine Ausrichtung erneut.
#3: Mit zwei Freigeistern im 4-3-2-1
Mit Winter-Neuzugang Davide Voltan hat sich der FC Südtirol einen echten Topspieler gekrallt. Der Plan war, dass sich der 25-Jährige aus Padua mit Daniele Casiraghi um den Platz hinter den Spitzen matchen soll. Schnell stellte sich heraus, dass beide viel zu gut für die Bank sind. Anstatt sich ein Luxusproblem zu schaffen, stellte Vecchi die zwei „Unterschiedsspieler“ gegen Sambenedettese gemeinsam in die Startelf – eine goldrichtige Entscheidung.

Mit Voltan und Casiraghi hinter der einzigen Spitze, formierte sich der FC Südtirol in einem 4-3-2-1. Die Formation ist auch als Tannenbaum-System bekannt, weil sie auf dem Papier die Form eines kleinen Nadelbaumes hat. Die Vorteile von zwei „Zehnern“ auf dem Feld? Man ist sehr variabel, nach vorne und im Spiel gegen den Ball. Der Nachteil? Beide Spieler müssen laufstark und taktisch sehr diszipliniert sein. Gegen Sambenettese besetzten Voltan (er lässt sich gerne nach links treiben) und Casiraghi den Raum zwischen gegnerischer Abwehr und dem Mittelfeld, was die Marken immer wieder vor große Probleme stellte.

Ein Sinnbild von Flexibilität: Hannes Fink kann im Mittelfeld alle Positionen bekleiden.

Hält Vecchi am Tannenbaum fest, dann stellt sich die Frage nach den Alternativen zu den zwei Zehnern. Auf dem Papier fehlen sie, doch mit Hannes Fink und Marco Beccaro gäbe es interessante Kandidaten. Auch Nermin Karic, oder sogar Manuel Fischnaller und Rover, könnten eine Option sein. Wie auch immer sich Vecchi in den nächsten Spielen entscheiden wird, fest steht: Der FC Südtirol ist mittlerweile so flexibel wie selten zuvor und hat auch das notwenige Personal, um die Konkurrenz mit verschiedenen taktischen Varianten in Verlegenheit zu bringen.
Serie C, Gruppe B: 28. Spieltag
Arezzo - Mantova (Mittwoch, 15 Uhr)
Fermana - Cesena
Legnago - Carpi
Triestina - Gubbio
Vis Pesaro - Feralpisalò
Modena - Imolese (17.30)
Ravenna - Matelica
FC Südtirol - Fano
Virtus Verona - Padova (20.30)
Die Tabelle
SPGUVTVP
1. Padova27167453:1855
2. Perugia26158347:2353
3. FC Südtirol271410344:2052
4. Modena27155733:1650
5. Triestina27128737:3044
6. Cesena24126637:2442
7. Feralpisalò26126836:3342
8. Virtus Verona27914432:2341
9. Sambenedettese27108935:3638
10. Mantova271071038:3937
11. Matelica271061137:4836
12. Fermana27711921:2532
13. Gubbio26710927:3231
14. Carpi27791130:4530
15. Imolese26741528:3925
16. Fano26413924:2925
17. Vis Pesaro27661526:4224
18. Legnago274101319:3322
19. Ravenna27481524:4620
20. Arezzo272101526:5316

Autor: cst

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