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Im Rampenlicht: Werner Seeber arbeitet für Vicenza-Boss und „Diesel“-Gründer Renzo Rosso. © Alle Fotos: Facebook LR Vicenza Virtus / Stefano Sartore

Ein Brixner soll ehemaligen Europacup-Teilnehmer zu altem Glanz führen

Zuerst als beinharter Innenverteidiger, später als kühner Manager: Werner Seeber ist seit mehr als 30 Jahren im italienischen Profi-Fußball tätig. Nun hat er eine neue Mission.

Mitte der 90er-Jahre beendete Werner Seeber seine aktive Karriere. Danach war er zwar noch als Spielertrainer des ASV Natz tätig, wechselt aber bald ins Management des FC Südtirol. Diesen baute er unter der Führung von Hans Krapf und des mittlerweile verstorbenen Leopold Goller maßgebend mitauf und führte ihn bis in die Serie C2. Danach wechselte er als Sportdirektor in die Serie B zu Cittadella, später folgte er dem Lockruf nach Triest, ehe er als Präsident zum FC Südtirol zurückkehrte und den mittlerweile finanziell angeschlagenen Vorzeigeklub mit eiserner Hand auf gesunde Beine stellte. Nach einem Intermezzo bei Lecco unterschrieb Seeber schließlich vor sechs Jahren als leitender Manager bei Drittligist Virtus Bassano. Seitdem ist der charismatische Klubbesitzer und Erfinder der Modemarke „Diesel“, Renzo Rosso, sein Boss.

Das Arbeitsverhältnis zwischen Rosso und dem 54-jährigen Sportfunktionär aus Brixen besteht weiterhin, nur das ganze Drumherum hat sich seit diesem Sommer geändert. Seeber lebt nun in einer fremden Stadt, arbeitet für einen anderen Klub und verfolgt ganz neue Ziele – wie er in diesem Kurzinterview verrät.


Werner Seeber, was hat sich in den vergangenen Monaten geändert?

„Die Familie Rosso, als Klubbesitzer von Bassano Virtus, hat den insolventen Ligarivalen LR Vicenza übernommen und beide Vereine fusioniert.“


Was bedeutete die Übernahme für Sie?

„Meine Position hat sich kaum geändert, ich bin nun eben Sportdirektor von LR Vicenza Virtus. Da der Vereinssitz verlegt wurde, bin auch ich von Bassano ins 40 Kilometer entfernte Vicenza übersiedelt, habe dort ein neues Zuhause gefunden. Das verlief alles reibungslos, im Gegensatz zu den ersten Wochen beim neuen Klub.“

„Wir hatten plötzlich keine Trainingsplätze mehr“

Welche Schwierigkeiten gab es nach dem Umzug?

„Dazu muss man sagen, dass Vicenza seit rund zehn Jahren in schweren Turbulenzen steckte. Alles endete schließlich in der Insolvenz und als Folge dessen standen wir im Sommer ohne Stadion und ohne Trainingszentrum dar. Der Verein musste völlig neu aufgestellt werden. Für das „Menti“ haben wir schließlich mit der Stadt eine Einigung getroffen, die Trainingsplätze, eine Turnhalle, das Funktionsgebäude sind nicht mehr in unserem Besitz. Wir mussten also kurzer Hand eine Lösung finden. Seit einigen Wochen trainiert die Mannschaft im nahegelegenen Caldogno.“


Dabei ist Vicenza im italienische Fußball eine feste Größe, spielte 1998 im Halbfinale des Europokal der Pokalsieger noch gegen den FC Chelsea...

„Diese Tradition spürt man in der Stadt an jeder Ecke. Zu unserem ersten Heimspiel (0:0 gegen Giana Erminio, Anm.d.R.) kamen 8.500 Zuschauer. Wir rechnen mit rund 7.000 Dauerkarten. Das ist schon eine ganz andere Dimension, als jene, die ich aus meiner Zeit in Bassano oder beim FC Südtirol kannte. Bei diesem Verein spielten Größen wie Paolo Rossi, Roberto Baggio oder Luca Toni.“

Die Spieler von LR Vicenza laufen in der drittklassigen Serie C vor vollen Rängen auf.


Greifen die Stars ihrem Ex-Klub in dieser schwierigen Zeiten unter die Arme?

„Mit Baggio bin ich in Kontakt, doch mit ihm ist es manchmal etwas kompliziert. Mal sehen, ob er sich irgendwie einbinden lässt. Der Verein ist aber auch so sehr gut aufgestellt. Die Familie Rosso führt ihn wie ein richtiges Unternehmen, das mittelfristig auf eigenen Beinen stehen soll.“

„Mit dem FCS ist auch heuer zu rechnen“

Was sind denn die unmittelbaren Ziele von LR Vicenza?

„In dieser Saison, der ersten nach dem kompletten Neustart, wollen wir vorne mitspielen. Innerhalb der nächsten drei Jahre muss uns der Aufstieg in die Serie B gelingen.“


Im Laufe dieser Spielzeit werden Sie auch auf den FC Südtirol treffen. Welche Chancen darf sich Ihr Ex-Klub ausrechnen?

„Ich war am Montag beim 1:0 gegen Teramo im Stadion. Der FCS hat sich im Vergleich zur Vorsaison kaum verändert. Man sieht die Handschrift von Trainer Zanetti, denn das Team präsentiert weiter einen sicheren, soliden Spielaufbau, zeigt die richtige Einstellung. Mit dem FC Südtirol ist auch in dieser Saison zu rechnen.“


Autor: alexander foppa

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