a Serie C

Selten erste Wahl und doch mit guter Laune und viel Herzblut bei der Sache: Hannes Fink.

Kapitän Fink und seine offene Zukunft: „Da gibt es keine Zweifel“

Mit dem dritten Tabellenplatz, 75 Punkten auf der Habenseite und dem neuerlichen Playoff-Einzug hat der FC Südtirol eine ausgezeichnete Saison gespielt. Doch sportlich hielt diese Spielzeit im weißroten Kader auch Verlierer parat. Einer von ihnen ist ausgerechnet der Kapitän und dienstälteste FCS-Profi: Hannes Fink. Sein Vertrag läuft im Sommer aus.

Fink hat in dieser Saison 25 Spiele bestritten und bei fast all seinen Auftritten eine ordentliche Vorstellung geboten. Sein Anteil am zeitweiligen Höhenflug des FC Südtirol ist unbestritten. Also alles in bester Ordnung beim Spielführer? Mitnichten. Ein genauerer Blick auf Finks Saison zeigt ein ganz anderes Bild: Kein einziges Mal durfte der Mann mit der Nummer zehn über 90 Minuten ran, neun Spiele sah er komplett von der Ersatzbank aus. Er selbst sagt ganz ehrlich: „Viele meinen, ich sei diese Saison viel verletzt gewesen und hätte deshalb gefehlt. Doch das stimmt schlichtweg nicht.“


Der 31-jährige Familienvater aus Klobenstein spielt seit zwei Jahrzehnten beim FC Südtirol, doch ausgerechnet seine 15. Profisaison scheint die mit Abstand schwierigste. „Natürlich lief es für mich persönlich nicht wie erhofft“, so Fink, der jedoch keinerlei Groll hegt und sich als absoluter Musterprofi gibt: „Der Trainer hat ja keine böse Absicht. Er macht sich ein Bild von den Spielern und schickt die in seinen Augen beste Elf aufs Feld. Dem füge ich mich. Gleichzeitig aber glaube ich schon, dass mein Einsatz im ein oder anderen Spiel etwas gebracht hätte.“

„Ein anderer Spieler hätte vermutlich das Weite gesucht“
Eines dieser Spiele war die 2:3-Niederlage am drittletzten Spieltag in Triest, mit der dem FCS der Direktaufstieg aus den Händen glitt und die Fink von der Bank aus mitansehen musste. „Natürlich möchte man in so einem Spiel am Feld stehen. Das war ein unglaublich bitterer Abend, der uns einen richtigen Dämpfer verpasst hat“, erinnert sich der Mittelfeldmann.

Hannes Fink am Sonntag beim Testkick gegen Chievos Primavera-Elf.


Doch auch in dieser für ihn schwierigen Zeit hat Fink von seinem Standing innerhalb des Teams nichts eingebüßt. Im Gegenteil, „ich glaube sogar, dass meine Mitspieler es schätzen, wie ich mich reinhänge, obwohl ich nicht immer erste Wahl bin“. Allerdings gibt das Vereinsurgestein unverblümt zu: „Ein anderer Spieler hätte vermutlich im Winter das Weite gesucht oder ein klärendes Gespräch eingefordert.“ Fink kam und kommt das nicht in den Sinn, dafür ist die Bindung zum Verein viel zu groß. Die Farben Weiß und Rot trägt er so sehr mit Stolz, wie kaum ein Spieler je vor ihm. Auch deshalb kommt ein Klubwechsel nicht in Frage – und das obwohl sein Vertrag in weniger als zwei Monaten ausläuft und es zuletzt – auch aufgrund mangelnder Einsatzzeiten – Gerüchte um einen Abschied gab. „Meine Zeit beim FCS ist nicht abgelaufen, da gibt es bei mir keinen Zweifel“, unterstreicht er mit Vehemenz.

Die Wertschätzung beruht bei Fink und dem FC Südtirol durchaus auf Gegenseitigkeit. In Rungg weiß man, was man an seinem Kapitän hat, wenngleich der Klub die Bekanntgabe sämtlicher Personalentscheidungen bis ans Ende der Playoffs geschoben hat.
Mit breiter Brust ins Playoff
Apropos Playoff, diese hätten laut Fink im Augenblick ohnehin absolute Priorität. „Jetzt werden alle persönlichen Dinge hinten angestellt. Jeder im Kader ist maximal fokussiert, völlig egal, was nach der Saison passiert. Gedanklich sind wir schon beim ersten Spiel am Sonntag“, so Fink, der bei 28 Playoff-Teilnehmern und nur einem Aufsteiger zwar von einer „kleinen Lotterie“ spricht, gleichzeitig aber auch sagt: „So groß wie heuer war die Chance aufzusteigen noch nie. Wir sind unter Zanetti zwar schon mal als Zweiter in die Aufstiegsspiele gegangen, doch noch nie haben wir in einer Saison so viele Punkte gesammelt, so dominant gespielt und gegen die Top-Klubs so gut abgeschnitten.“

Während Fink diese Sätze spricht, flackert in seinen Worten ein wahres Feuer auf. Man merkt, wie sehr er für den FC Südtirol und die Serie B als großes Ziel brennt. „Allein schon deshalb könnte ich hier nicht weg. Beim FC Südtirol ist etwas im Entstehen“, sagt der Kapitän, der sein Glück beim Heimatverein gefunden hat – auch wenn er dort bisweilen nicht den einfachsten Stand hat.

Schlagwörter: Fussball

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