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Zwei Saisontore hat Manuel Fischnaller in der laufenden Saison erzielt. © E. Bordoni

Manuel Fischnaller: „Ich kann noch sehr viel geben“

Vor gut einem Jahr ist Manuel Fischnaller zum FC Südtirol zurückgekehrt. Für den Verein läuft es seitdem gut, doch der Signater kommt nicht richtig auf Touren. Im SportNews-Interview nennt er die Gründe und warum der FC Südtirol – trotz anhaltender Stürmertor-Flaute – noch ein gehöriges Wörtchen um den Titel mitreden kann.

Manuel Fischnaller, der FC Südtirol hat seit drei Spielen nicht mehr gewonnen und dadurch etwas Boden im Kampf um den Titel verloren. Ist die Mannschaft enttäuscht?


Fischnaller: „Der Ärger ist da, aber trotzdem ist die Stimmung gut. Wir waren lange Zeit an der Tabellenspitze, da gewöhnt man sich daran, immer zu gewinnen. Man glaubt, dass man nach drei Spielen ohne Sieg extrem viele Punkte verloren hat. Aber wir sind vorne dabei. Im Nachhinein kann man auch mit den Unentschieden gegen Padova und Carpi zufrieden sein.“


Nach dem Padova-Spiel gab es viel Aufregung um eine vermeintlichess Elfmeterfoul gegen Sie, das nicht gepfiffen wurde. Wie sehen Sie diese Szene?

„Im ersten Moment war es für mich ein glasklarer Elfmeter. Ich habe den Ball am Verteidiger vorbeigespielt und mir schon Gedanken darüber gemacht, wie ich schießen werde. Genau in diesem Moment, hat er mich an den Füßen erwischt. Ich habe es mir im Fernsehen angeschaut und da sieht es so aus, als wäre es Schulter gegen Schulter. Aber das war nicht das Problem. Wenn man genau hinschaut und die Szene stoppt, dann sieht man, dass er mich unten erwischt. Von mir aus muss man den Elfmeter geben.“

Für Manuel Fischnaller war diese Szene ein klarer Elfmeter. Gepfiffen wurde er im Topspiel gegen Padova nicht.


Im Spitzenspiel hat Stefano Vecchi auf ein 4-3-3 umgestellt, obwohl das 4-4-2 mit Raute sein Stammsystem beim FC Südtirol ist…


„Das stimmt, wir haben das zum ersten Mal gemacht. Der Trainer hat das auf Padova abgestimmt, weil ihre Außenverteidiger extrem hoch stehen. Mit der Raute lassen wir mehr Raum und das wollte er unterbinden. Ich denke, es hat gut funktioniert. Vielleicht ist das 4-3-3 eine Möglichkeit für die nächsten Spiele, auf alle Fälle ist es eine zusätzliche Variante. Das ist positiv.“


Für die FCS-Angreifer läuft es nicht wirklich rund. Was sind die Gründe für die wenigen Stürmertore?

„Den einen Grund weiß ich auch nicht. Wir haben 40 Tore erzielt und sind eine der offensivstärksten Mannschaften der Liga. Wir schießen unsere Tore also schon, nur sind es im Moment eher die Mittelfeldspieler. Vielleicht fehlt es uns Stürmern an Selbstvertrauen und wir sollten weniger denken und mit mehr Leichtigkeit an die Sache herangehen.“


Ist es ein Problem für Sie, dass es keine Stammformation im Angriff gibt?

„Wir haben fünf Stürmer, von denen jeder immer spielen will. Bei einer Mannschaft, die um den Titel mitspielen will, ist das so. Deswegen weiß man auch, dass es Konkurrenz gibt. Aber bei uns weiß auch jeder, dass es gut für die Mannschaft ist. Keiner empfindet es als Vertrauensentzug, wenn er einmal auf der Bank sitzt.“

„Ein Stürmer wird an Toren gemessen und ich weiß, dass ich da keine Kontinuität habe.“
Manuel Fischnaller


Wie soll das Manko der fehlenden Stürmertore gelöst werden?

„Ich sehe das Positive. Obwohl wir Stürmer wenig treffen, sind wir vorne dran. Wenn jetzt noch unsere Tore dazukommen, dann passt es. Wir arbeiten in jedem Training hart daran, jeder will sich verbessern. Wir haben die Qualität für viele Tore.“


Vecchi verlangt von den Offensivspielern sehr viel Lauf- und Defensivarbeit. Ist das ein Nachteil für die Angreifer?

„So ist das Spielsystem des Trainers. Er verlangt extrem viel in der Defensivphase, wir laufen und pressen viel. Das machen wir Stürmer auch gut. Freilich kann es dann sein, dass in der 70. Minute die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Man kann das als Alibi verwenden, aber das möchte ich nicht und ich denke, es ist auch nicht so.“


Sie sind vor einem Jahr zum FC Südtirol zurückgekommen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

„Ich bin zurückgekommen, um mit dem FC Südtirol vorne mitzuspielen. Das hat geklappt. Ein Stürmer wird an Toren gemessen und ich weiß, dass ich da keine Kontinuität habe. Ich habe seit meiner Rückkehr nie richtig getroffen. Ich muss mich verbessern, weil ich weiß, dass ich Tore schießen kann. Und ich bin mental stark genug, um schlechte Spiele abzuhaken und immer weiterzumachen. Solche Phasen gehören im Fußball dazu. Keiner kann jedes Spiel, jede Saison zu 100 Prozent seine Leistung abrufen. Außer man heißt Messi oder Ronaldo. Ich kann noch sehr viel geben.“

„Wir sind richtige Nervtöter, wir haben den Biss.“
Manuel Fischnaller


In welchem System, in welcher taktischen Umgebung fühlen Sie sich am wohlsten?

„Ich mag die Art, wie wir spielen, sehr gerne. Ich stehe etwas mehr mit dem Rücken zum Tor, als wie ein Außenstürmer im 4-3-3. Dort kann man mehr dribbeln, Einzelaktionen starten und mehr herausstechen. Ich bin nicht mehr der Typ von vor zehn Jahren. Damals habe ich den Ball genommen und irgendetwas versucht. Das war oft spektakulär. Jetzt habe ich gelernt, wann ich abspielen muss und wann ich dribbeln kann.“


In den letzten Spielen gab es viele Ausfälle und Sperren. Hemmt das eine Mannschaft?

„Wir haben einen großen und guten Kader. Fällt einer aus, ist ein anderer da. Das beste Beispiel gab es gegen Padova, wo mit Vinetot und Malomo die eigentliche Stamm-Innenverteidigung nicht dabei war. Dann haben halt Polak und Curto ein super Spiel abgeliefert. Oder Hannes Fink, der ein Symbol der Mannschaft ist. Er hat in den letzten Wochen gar nicht oder fünf Minuten gespielt. Trotzdem war er immer wichtig für die Mannschaft. Da sieht man unsere Gruppe, wo jeder für den anderen kämpft.“


Das letzte Saisondrittel ist angebrochen. Warum kämpft der FC Südtirol bis zum Schluss um den Titel mit?

„Wir haben den Zusammenhalt, die Stärke der Gruppe. Gegen uns zu spielen, ist nicht angenehm. Wir sind richtige Nervtöter, wir haben den Biss. Das kann uns bis zum Schluss nach oben bringen. Wir hatten einen kleinen Dämpfer, aber ab Samstag wollen wir wieder mit drei Punkten weitermachen.“

Interview: Christian Staffler

Autor: cst

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