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Ein Abschied mit Wehmut: Michael Cia muss beim FC Südtirol gehen. © DLife-LO

Michael Cia muss den FCS verlassen – „Eine enorme Enttäuschung“

Als der FC Südtirol vor vier Jahren Michael Cias Rückkehr verkündete, schien er die perfekte Ehe einzugehen. Der „verlorene Sohn“ war endlich wieder daheim. Was seinerzeit so vielversprechend begann, hat nun ein bitteres Ende genommen: Auf Drängen von Sportdirektor Paolo Bravo hat der FCS entschieden, den Vertrag des Offensivspielers aus Montan nicht zu verlängern.

Im Sommer 2011 gingen der FC Südtirol und sein damaliger Kapitän Hans Rudi Brugger im Streit auseinander. Vier Jahre später, im Sommer 2015, musste dessen Nachfolger Hannes Kiem nach Vertragsende die Koffer packen. Und nun, im Sommer 2018, trifft es mit Michael Cia den nächsten Südtiroler Publikumsliebling. Am 30. Juni ist das gutdotierte Arbeitspapier des Offensivspielers ausgelaufen – das Ende seiner vierjährigen FCS-Zeit, von der sich beide Seiten deutlich mehr erhofft hatten. Deshalb scheint die Trennung nur folgerichtig, gleichzeitig sorgt aber jeder Abschied einer Identifikations- und Galionsfigur für Gesprächsstoff. Das ist beim FC Südtirol nicht anders, besonders weil dessen Kaderplanungen hierzulande häufig argwöhnisch beäugt werden. Das weiß auch Cia, der im nachfolgenden Interview Stellung bezieht.


Michael Cia, wann haben Sie von der Entscheidung erfahren, dass sie künftig beim FCS keine Rolle mehr spielen?

Michael Cia: Ich bin am Montagmorgen aus dem Urlaub zurückgekehrt, wenige Stunden später klingelte das Telefon. Sportdirektor Paolo Bravo hat mich informiert. In dem Moment war es einfach eine enorme Enttäuschung.

„Bei mir gab es keinen Südtiroler-Bonus“

Wie haben Sie den Entschluss aufgenommen?

Das alles hat sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet, als vom Verein niemand auf mich zugekommen ist. Natürlich wäre ich gerne in meiner Heimat geblieben, doch mittlerweile bin ich Profi genug, um solche Entscheidungen zu akzeptieren – so unschlüssig sie mir auch erscheint. Ich werde deshalb nicht anfangen, nach Erklärungen zu suchen und mir den Kopf zu zerbrechen.

„An Zanetti kann es nicht gelegen haben“

Häufig ist beim FCS von einem „Südtiroler-Bonus“ die Rede. Haben Sie diesen in den letzten Wochen vermisst?

Den „Südtiroler-Bonus“ hat es bei mir nicht gegeben, und das ist auch gut so. Denn ich wollte immer ausschließlich aufgrund meiner sportlichen Leistungen bewertet werden. An Trainer Zanetti kann es nicht gelegen haben, denn mit ihm habe ich mich gut verstanden, wenngleich ich einige seiner Entscheidungen nicht teilen konnte. Sportdirektor Bravo hat mir nur gesagt, dass sie sich anderseitig umsehen wollen. Nach einer genaueren Erklärung habe ich nicht gefragt.


Können Sie sich etwas vorwerfen?

Klar lief nicht immer alles nach Wunsch. Doch ich habe für diesen Verein wirklich mein letztes Hemd gegeben, war sowohl auf dem Platz als auch innerhalb des Mannschaftsgefüges immer bemüht. Ich denke an mein Halbfinaltor gegen Cosenza und kann nur sagen: Ich gehe erhobenen Hauptes.

Am 6. Juni erzielte Cia gegen Cosenza das letzte seiner insgesamt 7 Drittliga-Tore für den FC Südtirol. © DLife


Wie haben Ihre langjährigen Mitspieler auf das Aus reagiert?

Sie haben großes Bedauern ausgedrückt, angefangen bei Hannes Fink. Er war einer der Ersten, mit denen ich gesprochen habe. Mit ihm und Fabian Tait verbindet mich mittlerweile eine enge Freundschaft, die auch nach meinem Abschied bestehen bleibt.

„Ich will in der Serie C bleiben“

Wie sehen nun Ihre Zukunftspläne aus?

Unmittelbar nach meinem Telefongespräch mit Bravo hat mein Beraterteam begonnen, sich nach neuen Klubs umzusehen. Es nutzt nichts, etwas Verlorenem nachzutrauern, vielmehr will ich mich jetzt auf eine neue Herausforderung vorbereiten. Ich werde versuchen, bei einem anderen Serie-C-Verein unterzukommen, wenngleich damit wieder ein Umzug und der Abschied aus Südtirol verbunden sind. Mal sehen was die nächsten Wochen so ergeben.


Autor: alexander foppa

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