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Ivan Javorcic ist ein Mann mit klaren Ansagen. © fcs

Sprache, Mentalität und System: So tickt der neue FCS-Trainer

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte setzt der FC Südtirol auf einen ausländischen Trainer. Der Kroate Ivan Javorcic soll die Weiß-Roten in die Serie B führen. Doch wer ist dieser Javorcic eigentlich? Die Antwort liefert er selbst – und das zum Teil in deutscher Sprache.

„Guten Tag“. Es sind dies die ersten Worte, die Ivan Javorcic in seiner Funktion als Trainer des FC Südtirol öffentlich spricht. Der 42-Jährige aus Split wurde an diesem Dienstag im FCS-Center in Rungg offiziell vorgestellt. SportNews hat die Möglichkeit genutzt, um hinter die Fassade des ehemaligen Profi-Fußballers zu blicken und mit ihm jene Themen zu besprechen, die ihm besonders am Herzen liegen. Anhand dieser wird klar, wie der neue FCS-Trainer wirklich tickt.



Die Ankunft in Südtirol: Bereits seit einigen Tagen weilt Javorcic an seinem neuen Arbeitsplatz. Er ist vom ersten Eindruck fasziniert: „Man fährt von der Autobahn ab und merkt, dass hier vieles anders läuft. In Südtirol wird viel Wert auf Ordnung gelegt, das gefällt mir.“ Das groß angelegte Trainingszentrum und ein erster Besuch im Drusus-Stadion hätten ihn darin bestätigt.

Der erste Kontakt zum FC Südtirol: Bereits seit längerem stand Javorcic unter Beobachtung von FCS-Sportdirektor Paolo Bravo. Dieser sagt: „Ein Wechsel kam bislang nicht zustande. Wir haben den Kontakt jedoch nie abreißen lassen und konnten uns so besser kennenlernen. Da Javorcics Vertrag bei Pro Patria ausgelaufen ist, konnten wir endlich zuschlagen.“ Javorcic ist der erste Trainer, der mit ausdrücklichem Willen Bravos engagiert wurde. Dieser hatte den Kroaten schon 2019, als schließlich Stefano Vecchi verpflichtet wurde, auf dem Zettel.

Javorcic bei der Vertragsunterschrift mit Sportdirektor Paolo Bravo (l.). © fcs


Die Sprache: Der Kroate lebt seit 26 Jahren im Stiefelstaat und spricht akzentfreies Italienisch. Es ist nur eine von mehreren Sprachen die er beherrscht. Bei seiner Antritts-Pressekonferenz waren auch Satzfetzen in Deutsch dabei. „Es ist enorm wichtig, schnell die Sprache zu lernen, wenn man an einen neuen Ort kommt. Nur so kann man sich richtig einleben, das weiß ich aus Erfahrung. Ich werde deshalb Deutsch lernen, das steht fest.“ So eine Ansage hat vor ihm noch kein FCS-Trainer gemacht.

Die Hobbys: Javorcic gilt als großartiger und passionierter Schachspieler. In früheren Interviews unterstrich er zudem seine Vorliebe für Jazz-Musik und Bücher des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojevski.

Die Familie: Sie spielt im Leben von Javorcic eine zentrale Rolle. Als 16-Jährige verließ er seine kroatische Heimat, um den Traum vom Profifußball zu verwirklichen. Der Kontakt zu seinen Verwandten ließ er jedoch nie abreißen. Mittlerweile hat er mit seiner Ehefrau Dragana und den beiden Töchtern Alessia und Livia in Italien selbst eine Familie gegründet.

Seine Prinzipien: „Über allem stehen Respekt und Gewissenhaftigkeit“, so Javorcic, der sich als Trainer mit den Adjektiven „seriös, gründlich und ambitioniert“ beschreibt, was sich laut seinen Aussagen auch in der Philosophie des FC Südtirol widerspiegelt.

Javorcic strand der Presse am Mittwoch Rede und Antwort.


Seine Lehrmeister:
„Als Fußballer hatte ich viele gute Trainer, doch zwei möchte ich hervorheben: Marco Giampaolo hat meinen Fußballhorizont erweitert, mir neue Ansichten des Spiels gezeigt. Carlo Mazzone imponiert mir als Mensch. Wie er die Spieler erreicht und führt ist, einzigartig“, schwärmt Javorcic.

Das Spielsystem: Sei für den neuen FCS-Trainer „absolut zweitrangig“. Vielmehr gehe es darum, die Spieler nach ihren Fähigkeiten einzusetzen und diese voll zur Geltung zu bringen. Allerdings sagt Javorcic auch: „Mit Zanetti und Vecchi hatte der Verein die vergangenen Jahre eine klare Linie, ich werde das nicht über den Haufen werfen.“ Im Umkehrschluss bedeutet dies: Das bislang praktizierte System mit Viererkette und drei klaren Offensivkräften wird wohl auch unter Javorcic vorrangig Anwendung finden, wenngleich der neue Coach dieses in Vergangenheit bei Pro Patria selten praktizieren ließ.

Die Serie B: Der FC Südtirol will den Aufstieg, zwar nicht um jeden Preis aber doch mit großer Entschlossenheit. Das wurde Javorcic bei dessen Vertragsunterschrift auch mitgeteilt. „Damit habe ich absolut kein Problem. Wir sind sicherlich nicht der große Favorit, rücken aber automatisch in den Kreis der Aufstiegsanwärter. Das ist nur die logische Folge einer jahrelangen, starken Entwicklung“, so Javorcic. Diese Entwicklung soll der charismatische und zugleich authentisch wirkende Kroate künftig weiter ankurbeln.


>>> Hier liefern wir einen Blick auf Javovcics Spieler- und Trainer-Karriere <<<


Schlagwörter: Fussball

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