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Dank diesem Treffer von Hannes Fink kürte sich der FC Südtirol zum Wintermeister der laufenden Saison.

Wintermeister: Bringt der FCS das Zeug zum Titelgewinn mit?

Der FC Südtirol setzt zum Sprung in die Serie B an. Nach der ersten Saisonhälfte führt das Team von Stefano Vecchi die Meisterschaft an. Sind die Weißroten stark genug für den Titel? SportNews wirft einen Blick darauf.

Der FC Südtirol darf sich Wintermeister der Saison 2020/2021 nennen. Nach der Hälfte der Saison führen Kapitän Hannes Fink & Co. die Gruppe-B-Tabelle der Serie C an – einen Punkt vor den Traditionsvereinen Modena, Perugia und Padova.


Der FCS hat die zweitbeste Abwehr (12 Gegentore in 19 Spielen) und den drittbesten Angriff (30 Treffer) der Liga. Soweit die Fakten. Können die Weißroten tatsächlich ein Wörtchen um den Meistertitel mitreden?

Die Defensive
Nach Modena (nur 9 Gegentore) hat der FC Südtirol die beste Defensive der Liga. Im Gegensatz zu den Emilianern, die 9 Treffer weniger erzielt haben, opfert Vecchi für eine stabile Hintermannschaft nicht die Offensivpower. Torhüter Giacomo Poluzzi ist sehr gut in Form. Der FCS-Goalie offenbart keine großen Schwächen, ist aber auch in keinem Bereich des Torwartspiels herausragend. Die Geschichte zeigt: Das muss kein Nachteil sein. In den letzten Jahren wurde oft ein Team Meister, das einen starken, aber keinen herausragenden Schlussmann hinter sich wusste.

Kevin Vinetot ist eine Garantie in der FCS-Abwehr, hat allerdings starke Konkurrenz.

Vor dem 32-Jährigen steht das wahre Prunkstück der FCS-Mannschaft: die Viererkette. In der Abwehrzentrale hat Vecchi die Qual der Wahl. Die etablierten Stammkräfte Kevin Vinetot (32) und Jan Polak (31) haben mit Alessandro Malomo (29) und Marco Curto (22) starke Konkurrenz erhalten. Der Neapolitaner ist zwar der jüngste Innenverteidiger, aber auch der spielstärkste und eleganteste der vier Abwehrkolosse. Auf der Rechtsverteidiger-Position hat sich Hamza El Kaouakibi als Glücksgriff erwiesen. Der 22-Jährige bringt alles mit, um in Zukunft auch in der Serie A zu bestehen. Ein weiterer Pluspunkt für Vecchi ist Alessandro Fabbri: Der Linksverteidiger ist mit 6 Vorlagen der beste Assistgeber des FCS.

Im defensiven Mittelfeld setzt Vecchi auf Emanuele Gatto, der eigentlich ein gelernter „Achter“ ist. Zuletzt durfte auch Leandro Greco starten, doch so richtig überzeugen konnte der „wichtigste Einkauf der Vereinsgeschichte“ (O-Ton des Vereins) nicht. Greco genießt intern ein hohes Standing, ist der erste und letzte auf dem Trainingsgelände und bringt eine Riesenerfahrung mit. Sportlich hinkt er den Ansprüchen hinterher. Vecchi möchte zwar Ballzirkulation, aber auch viel Vertikalität im Spiel haben. Genau in diesem Punkt hat Greco einige Defizite – zu oft verschleppt der 34-Jährige den Ball. Hier muss sich Sportdirektor Paolo Bravo fragen, ob er mit Greco wirklich den richtigen Spielertyp für Vecchis Stil geholt hat.
Die Offensive
Der FC Südtirol trifft regelmäßig, doch ein Goalgetter fehlt. Die Stürmer sind fleißig und arbeiten viel für die Mannschaft, doch irgendwann muss ein Angreifer auch treffen. Der 21-jährige Matteo Rover ist ein großes Talent, aber auch ein Chancentod. Zusammen mit Simone Magnaghi ist er trotzdem der Stürmer, der am öftesten geknipst hat (3 Tore). Manuel Fischnaller war seit seiner Rückkehr vor einem Jahr noch nie in Topform. Der Signater ist bisher kaum mehr als ein Mitläufer, was eigentlich nicht der Anspruch eines Spielers mit seiner (unbestrittenen) Klasse sein kann. Große Hoffnungen setzt man in Winterneuzugang Mattia Marchi, dem Aufstiegshelden von 2011. Er könnte am Sonntag sein Debüt geben.

Neuzugang Davide Voltan ist ein extrem interessanter Spieler: dribbelstark, wuselig und immer für ein Tor gut.

Weil die Stürmer auslassen, ist beim FC Südtirol oft das Mittelfeld für die wichtigen Tore zuständig. Daniele Casiraghi (5) und Fabian Tait (4) sind die treffsichersten FCS-Akteuere. Während Tait als Staubsauger ungeheuer wichtig ist, gilt Casiraghi als Dreh- und Angelpunkt im weißroten Spiel. Als Ersatz fungierte bisher Kapitän Fink, der in den wenigen Einsatzminuten stets zu überzeugen wusste. Während der Rittner auf allen Mittelfeld-Positionen agieren kann, ist Neuzugang Davide Voltan ein echter „Zehner“. Voltan kam in der laufenden Saison auf 12 Serie-B- Einsätze für Reggiana und kann für den FC Südtirol eine entscheidende Rolle einnehmen, die Qualität dafür bringt der wuselige Dribbler mit.
Fazit & Ausblick
Der FC Südtirol hatte bereits zu Saisonbeginn einen Topkader. Jetzt hat Sportdirektor Bravo, der in Bozen einen herausragenden Job macht, noch einmal nachgelegt. Mit Marchi und Voltan kamen zwei Neue, die in der Serie C zu den Besten gehören. Ein klares Indiz dafür, dass es die Weißroten ernst mit dem Aufstieg in die zweithöchste Liga Italiens meinen. Der Druck wird nach dem Wintermeistertitel nicht geringer werden, doch damit muss eine Spitzenmannschaft umgehen. Auch wenn sich der FCS gerne im Understatement übt, müssen sich die Südtiroler vor keinem anderen Team verstecken. Die Wahrheit liegt wie immer auf dem Platz, wo der FC Südtirol am Sonntag (15 Uhr) gegen Ravenna in die Rückrunde startet – vielleicht zum letzten Mal in der Serie C.

Autor: christian.staffler

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