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Wechselt nach Turin: Der brasilianische Mittelfeldspieler Arthur. © AFP / LLUIS GENE

Arthur-Pjanic-Deal: Geld spielt (k)eine Rolle

Seit Tagen bahnte sich das Wechselgeschäft zwischen Juventus und dem FC Barcelona an. Die Objekte der Begierde: Miralem Pjanic und Arthur Melo. Am Montagabend ist der Deal schließlich für insgesamt rund 140 Millionen Euro über die Bühne gegangen. Das gigantische Tauschgeschäft hat seine Gründe, die nicht nur im sportlichen Bereich liegen.

Am 30. Juni endet offiziell die Fußballsaison 2019/2020. Zumindest für die UEFA, die dann von den Europapokal-Teilnehmern eine Bilanz fordert. Daran hat auch das Coronavirus nichts geändert. Weil das Financial Fair Play strikt ist, mussten Juventus und Barcelona das Tauschgeschäft noch vor Monatsende bekannt geben – den Bilanzen zuliebe.

Ein Tauschgeschäft aus finanziellen Gründen
Das Finanzkonzept wurde von der UEFA eingeführt, damit die Klubs nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen. Das hat zur Folge, dass die Vereine einen Überschuss erzielen müssen. Das passiert zumeist durch Transfers und geht oft zu Lasten der eigenen Jugendspieler, weil so am einfachsten Millionen zu lukrieren sind.

Miralem Pjanic soll künftig in Barcelona seinem Beruf nachgehen. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Im Falle von Arthur und Pjanic geht es zwar nicht um Eigenbauspieler, aber dafür um Finanzüberschüsse. Wobei ein Wechsel in dieser Größenordnung mit Sicherheit auch sportliche Gründe haben mag. Der Bosnier war 2016 für 32 Millionen Euro von der Roma nach Turin gewechselt. Jetzt kassiert Juventus 60 Millionen plus 5 Millionen an erfolgsabhängigen Prämien. Macht einen Überschuss von mindestens 28 Millionen Euro. Im Gegenzug bekommt der FC Barcelona die aktuelle Sommer-Rekordablösesumme von 72 Millionen zuzüglich möglicher Erfolgsboni von bis zu zehn Millionen. Die Katalanen haben für den brasilianischen Mittelfeldmann vor zwei Jahren 30 Millionen bezahlt, was wiederum deutlich mehr als 40 Millionen Überschuss für die Bilanzen des Financial Fair Play macht.
Die Krux mit dem Financial Fair Play
So läuft die Rechnung der UEFA. Halten die Klubs sich nicht an die Regelung, drohen empfindliche Strafen. Zuletzt traf es Manchester City, das möglicherweise in den kommenden zwei Jahren nicht international spielen darf. Wer oft den Preis für das Financial Fair Play bezahlt, sind die Jugendspieler der großen Vereine.

Moise Kean spielt mittlerweile in England für den FC Everton. © APA/afp / KIRSTY WIGGLESWORTH

Als Juventus vor einem Jahr den Youngster Moise Kean (er erzielte in 21 Ligaspielen für den Rekordmeister 8 Tore) nach Everton abgab, war das Gemecker unter den Tifosi groß. Doch Juve brauchte die 27,5 Millionen Euro für die Bilanz. Der Grund: Kean ist ein Eigengewächs, kostete also keine Ablöse und brachte dafür etliche Millionen ein.

Kein Wunder also, dass viele Vereine ihr „Tafelsilber“ bereits jung verkaufen, wobei dem einen oder anderen später nachgetrauert wird (wie etwa Nicolò Zaniolo, der von Inter zur Roma wechselte). Das jüngste Beispiel aus der Serie A ist Simone Muratore. Der Mittelfeldspieler gilt als großes Talent und hat erst kürzlich sein Serie-A-Debüt für Juventus gefeiert. Jetzt hat er den Klub nach nur einem Erstligaeinsatz für 7 Millionen (!) in Richtung Atalanta verlassen. Öffentlich wurde der Wechsel am Montag, den 29. Juni und damit kurz vor dem Ende des Fußballjahres – dem Financial Fair Play zuliebe.


Autor: cst

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