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Rekordmeister Juventus und Cristiano Ronaldo stehen im Fokus der neuen Serie-A-Saison, die am Samstag losgeht. © ANSA / Alessandro Di Marco

Saisonvorschau: Alle Neune für Juventus?

Auch mit Maurizio Sarri als neuem Coach ist Juventus der klare Favorit vor Beginn der italienischen Fußball-Meisterschaft. Die Turiner streben den neunten Titel in Folge an. Als Herausforderer haben sich neben Napoli auch Roma und Inter in Stellung gebracht.

Im Gegensatz zur Politik herrschen in Italien im Fußball geordnete Verhältnisse. In den vergangenen acht Jahren holte stets Juventus den Titel, zuletzt gab es für die Bianconeri die offiziell 35. Meisterschaft zu bejubeln. Der Rekordmeister setzte sich dabei mit 90 Punkten klar durch, Vizechampion Napoli hatte elf Zähler weniger auf dem Konto. Massimiliano Allegri konnte am Ende der Saison als Trainer mit einer Siegquote von 70 Prozent abtreten – der höchsten in der Juventus-Geschichte.

Schön und erfolgreich mit Sarri?
In seinen fünf Jahren auf der Kommandobrücke hatte er viermal das Double gewonnen und zwei Champions-League-Finalspiele erreicht. Trotzdem kam Maurizio Sarri von Europa-League-Sieger Chelsea aus neuer Trainer nach Turin. Für den 60-jährigen Kettenraucher, der wenige Tage vor dem Saisonstart mit einer Lungenentzündung kämpft, ist es eine Rückkehr in sein Heimatland. Der ehemalige Banker war von 2015 bis 2018 mit Herausforderer Napoli schon zweimal Vizemeister, ließ dabei den attraktivsten Fußball in der Liga spielen.

Soll schönen mit erfolgreichem Fußball verbinden: Maurizio Sarri. © ANSA / Alessandro Di Marco

Im schwarz-weißen Ensemble wird neuerlich Superstar Cristiano Ronaldo die größte Aufmerksamkeit beanspruchen. „2018 war für mich das schwierigste Jahr auf einem persönlichen Level“, bekannte der Stürmer unter der Woche in einem Interview im portugiesischen Fernsehen. Dabei meinte der 34-Jährige vor allem den Vergewaltigungsvorwurf, den eine US-Amerikanerin gegen ihn erhoben hatte. Mangels Beweisen wurde der Fall im Juli zu den Akten gelegt. Nun hofft der Torjäger, sich wieder ausschließlich auf Fußball konzentrieren zu können.

Das ganz große Ziel ist die Champions League. Dafür hat man sich mit Abwehrmann Matthijs de Ligt, der für 75 Millionen von Ajax Amsterdam kam, sowie den ablösefreien Mittelfeldspielern Aaron Ramsey (Arsenal) und Adrien Rabiot (Paris SG) hochklassig verstärkt. Zudem kehrte Torhüter-Legende Gianluigi Buffon mit 41 Jahren als Ersatzgoalie zurück zu seinem Herzensklub
Ist Inter der ärgste Juve-Widersacher?
Napoli vertraut beim nächsten Anlauf auf den Titel weitgehend der Mannschaft der Vorsaison, neu ist Innenverteidiger Kostas Manolas vom Konkurrenten Roma und Rekordeinkauf Hirving Lozano (PSV). Groß aufgerüstet hat Inter. Neo-Trainer Antonio Conte geht mit Kalibern wie Romelu Lukaku und Diego Godin in die Saison. Zudem kamen mit Stefano Sensi, Nicolò Barella oder dem Österreicher Valentino Lazaro weitere interessante Spieler nach Mailand.

Antonio Conte will mit Inter seinen Ex-Klub Juventus ärgern. © APA/afp / GLYN KIRK

„Man merkt an den Spieler-Verpflichtungen und an der Trainer-Verpflichtung die Ambition, dass wir um den Titel mitspielen wollen“, sagte der Grazer. „Wir hoffen, dass wir Juve den Titel streitig machen können.“ Zuletzt hatte Inter 2010 Meisterehren in Empfang nehmen dürfen.

Stadtnachbar AC Milan ersetzte Trainer Gennaro Gattuso mit Marco Giampaolo, der vorher bei Sampdoria tätig war. Die Rossoneri landeten zuletzt nur auf Platz fünf und wollen zurück in die Champions League.

Neu in Florenz: Franck Ribery. © ANSA / Claudio Giovannini

Die Fiorentina möchte mit dem 36-jährigen Franck Ribery und Kevin-Prince Boateng den Abstiegskampf hinter sich lassen. Die Vorzeichen stehen gut, zumal Vincenzo Montella bereits bewiesen hat, dass er in Florenz erfolgreich arbeiten kann. Zudem wurde Jungstar Federico Chiesa gehalten und mit Eric Pulgar, Pol Lirola oder Milan Badelj weitere starke Spieler in das Artemio-Franchi-Stadion gelockt.
Balotelli ist zurück in Italien
Als Aufsteiger sind die Traditionsteams Hellas Verona, Lecce und Brescia zurück in der Serie A – bei Brescia fand kurz vor Saisonstart Mario Balotelli Unterschlupf, der sich vor kurzem noch über den Rassismus in den italienischen Stadien beklagte. Dabei dürfte er auch die Lazio-Fans gemeint haben, die seit jeher die extremsten unter den vielen rechtsgerichteten italienischen Ultras sind. Aus sportlicher Sicht dürfen die Römer auf eine weitere Topsaison unter Trainer Simone Inzaghi hoffen.

Juventus beginnt seine Titelverteidigung am Samstag (18 Uhr) beim AC Parma. Napoli trifft um 20.45 Uhr auf die Fiorentina. Inter empfängt im Montagsspiel Lecce.

Autor: cst/apa

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