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Arnold Schwellensattl ist seit rund einer Woche wieder zuhause in Algund.

Schwellensattl nach seinem Unfall: „Ich dachte, das war's jetzt“

Arnold Schwellensattl wurde vor knapp einem Monat bei einem Verkehrsunfall in Algund schwer verletzt. Es war nicht das erste Mal, dass der ehemalige Fußballprofi purer Todesangst ausgesetzt war, deshalb sagt er heute selbst: „Der Herrgott hat wohl noch etwas vor mit mir“.

Schwellensattl war am 11. März von einem abbiegenden Lkw überrollt worden. Der Rettungseinsatz gestaltete sich äußerst schwierig. Nachdem man ihn schließlich mit einem Luftkissen befreien konnte, wurde er noch im Rettungswagen unter Vollnarkose gesetzt, im Anschluss begann ein tagelanges Bangen. Jetzt spricht das einstige Südtiroler Fußball-Aushängeschild über das Erlebte: „Es war nicht klar, ob mein linkes Bein zu retten sei. Das Allerschlimmste konnte dann aber vermieden werden.“


An den Unfallhergang kann sich Schwellensattl noch genauestens erinnern, was ihn jedoch heute in erster Linie merkbar bewegt, ist die Anteilnahme seiner Familie, der Bekannten und der gesamten Fußballwelt. Die vielen Nachrichten hätten ihn regelrecht überwältigt und gezeigt, „welch großer Zusammenhalt in der Sportszene herrscht“.

Unter diesen Lkw ist Arnold Schwellensattel am 11. Mai geraten. © Video Aktiv Schnalstal


Besonders belastend war die Situation dabei für Schwellensattls Frau und ihre beiden Kinder. „Zum Glück wurde ihnen schnell mitgeteilt, dass ich außer Lebensgefahr war. Unter anderem wurden ein offener Schienbeinbruch mit einer erheblichen Gewebeverletzung und ein Beckenbruch diagnostiziert. „Erst nach drei Tagen gab es eine erste leichte Entwarnung“, schildert der 46-jährige, dem das Unfalltrauma im Anschluss unzählige schlaflose Nächte bereitet hat. „Zum Glück habe ich aber auch hier sehr gute ärztliche Unterstützung erfahren“.
Auch in China half der Schutzengel aus
Mittlerweile ist der Algunder wieder zuhause bei seiner Familie, muss aber zur Beobachtung weiter alle paar Tage. Erst der Heilungsverlauf wird zeigen, wie schwer die Folgeschäden sein werden. „Als ich unter dem schweren Lkw lag, dachte ich eigentlich: So das war's jetzt. Egal, wie das alles ausgeht, ich kann schon jetzt sagen, dass ich wieder einen riesengroßen Schutzengel hatte.“
„Ich sah diesen Job immer irgendwie als meine Berufung“
Schwellensattl über seine Tätigkeit als Fußballlehrer in Mals
In der Tat war dies nicht das erste Mal, dass sich Schwellensattl in Lebensgefahr befand: Während seiner Profi-Zeit in China um die Jahrtausendwende war seine Leber vier Zentimeter weit gerissen. „Dort verlief die Erstversorgung nahe unseres damaligen Trainingslagerdomizils wirklich chaotisch. Die Sanitäter waren mit der Situation völlig überfordert“. Erst im Krankenhaus der nächstgelegenen Großstadt wurde die Schwere der Verletzung erkannt – gerade noch rechtzeitig. „Natürlich macht man sich in solchen Situation Gedanken. Wenn man merkt, wie schnell alles vorbei sein kann, wird einem erst bewusst, was einem wirklich wichtig ist und was dieses Leben so lebenswert macht.“

Arnold Schwellensattl (verdeckt) 2004 im Trikot des LASK, seiner letzten Profistation. © "D"-Lui


In erster Linie sind dies für Schwellensattl neben seiner Familie und seinem großen Freundeskreis auch seine Arbeit als Fußballcheftrainer in der Sportschule in Mals. Der weitgereiste Ex-Profi, der nicht nur in China sondern auch in Deutschland, Italien, Österreich und Norwegen aktiv war, hofft, seine Tätigkeit schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können. „Ich liebe die Arbeit mit unseren rund 100 Nachwuchsfußballern. Ich sah diesen Job immer irgendwie als meine Berufung, er bereitet mir große Freude.“ Schwellensattl ist die Begeisterung förmlich mit jeder Silbe anzumerken. Genau mit dem selben Engagement versucht er sich nun aus dem Krankenbett zurückzukämpfen.

Schlagwörter: Fussball

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