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Manuel Scavone (r.) sammelte vergangene Saison 31 Zweitliga-Einsätze (1 Tor). © Pordenone Calcio

Manuel Scavone: „Wir planen unsere Zukunft in Bozen“

Manuel Scavone ist Südtirols erfolgreichster Fußballer der letzten Jahre, gerade eben hat er mit Pordenone den Verbleib in der Serie B gesichert. Ob er allerdings auch kommende Saison in der zweithöchsten Liga spielen wird, ist keinesfalls sicher.


Mit einem 2:0-Sieg im direkten Abstiegsduell gegen Cosenza hat Pordenone vergangene Woche den Klassenerhalt eingefahren und die Süditaliener gleichzeitig zum Gang in die Drittklassigkeit verdonnert. „Uns ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Wir haben danach in der Kabine auch ordentlich gefeiert“, schildert Manuel Scavone, der allerdings auch zugibt: „Die Ziele vor Saisonbeginn waren eigentlich ganz andere.“

Mit gebrochenem Zeh gespielt, dann Corona
Pordenone war mit Scavones ehemaligen FCS-Trainer Attilio Tesser lange auf Playoff-Kurs, kam dann aber gehörig ins Straucheln. „Plötzlich lief alles schief. Aufgrund mehrerer Coronafälle im Team reisten wir teilweise nur mit 12, 13 Profis zu den Spielen“, erinnert sich Scavone, der gegen Meister Empoli personalbedingt sogar mit einem gebrochenen Zeh auflaufen mussten und am Folgetag dann selbst positiv auf Corona getestet wurde. „Bereits nach dem Spiel fühlt ich mich völlig schlapp. Das war keine einfache Zeit.“ Diese hat Tesser auf der Trainerbank nicht überstanden. Er wurde von Ex-Napoli-Profi Maurizio Domizzi an der Seitenlinie abgelöst. „Tesser kenne ich seit einer gefühlten Ewigkeit, er ist ein super Trainer. Für ihn tat es mir unheimlich Leid, doch aufgrund des Klassenerhalts kann man dem Verein keinen Vorwurf machen“, so Scavone, der im Laufe der Saison 31 Mal zum Einsatz kam.

Überhaupt fühle sich der Mittelfeldspieler aus Bozen in Pordenone „unheimlich wohl“. Es sei eine kleine, schöne Stadt, das Umfeld ähnlich ruhig wie jenes beim FC Südtirol. Scavone kann sich deshalb einen Verbleib durchaus vorstellen. Allerdings gibt es einen Haken: Die Transferrechte hält sein Stammverein Bari, der zurzeit die Drittliga-Playoffs um den Aufstieg in die Serie B spielt. Die Kaderplanungen der Süditaliener sind bis ans Ende der Saison aufgeschoben.

Jubel bei Pordenone: Auf den letzten Drücker wurde der Klassenerhalt fixiert. © Pordenone Calcio


Scavone hat mit den Zukunftsplanungen keine Eile, denn jetzt freue er sich „erstmal auf einen richtigen Urlaub. Da ich letzten Sommer mit den Playoffs bei Bari fast durchgespielt habe, liegt die letzte richtige Auszeit schon länger zurück“. Scavone und seine vierköpfige Familie wollen diese vorwiegend in Südtirol verbringen. Ohnehin plane er seine langfristige Zukunft in seiner Heimatstadt. „Wir geben uns große Mühe, unsere Kinder zweisprachig zu erziehen. Wir sind uns einig, dass sie in Bozen aufwachsen werden“, verrät Scavone.
„Die Liga war bei meinen Wechseln noch nie ein primäres Kriterium“
Ob der Umzug nach Südtirol erst nach seiner aktiven Karriere vollzogen wird oder vielleicht doch schon früher, lässt der bald 34-Jährige offen: „Der Kontakt zum FC Südtirol ist nie abgebrochen. Seit meinem Abschied sind mittlerweile 11 Jahre vergangen, doch der Verein hängt mir sehr am Herzen. Ich hoffe schon, dass ich nochmal in Weiß und Rot auflaufen darf.“ Eine mögliche Rückkehr macht er keinesfalls von der Ligazugehörigkeit abhängig. „Das war bei meinen Wechseln noch nie ein primäres Kriterium. Es geht mir ums Projekt. Wenn ich nicht immer wieder eine Liga tiefer angefangen hätte, wäre ich auch nicht so oft aufgestiegen“, lacht der Routinier, dessen Karriere ihn über viele Stationen von Nord bis Süd, von Parma bis Lecce geführt hat.

Ob Scavone kommende Saison in Pordenone, Bari, Bozen oder vielleicht doch ganz wo anders auflaufen wird, wird sich spätestens im Sommer zeigen. Bis dahin gilt für ihn: Die Strapazen der turbulenten Serie-B-Saison sacken lassen und den wohlverdienten Urlaub mit der Familie genießen.


Schlagwörter: Fussball

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