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Alberto Barison hat seit seiner Ankunft beim FC Südtirol ständig mit Muskelproblemen zu kämpfen. © Bordoni (2)

Mysteriöse Muskelverletzungen beim FCS: Was steckt dahinter?

Der FC Südtirol hat in den ersten Serie-B-Wochen überdurchschnittlich viele Muskelverletzungen zu beklagen. Jetzt will Trainer Pierpaolo Bisoli dem Problem auf den Grund gehen. Ist es nur Pech oder steckt mehr dahinter?

Im Durchschnitt treten bei einer Profi-Fußballmannschaft in Europa zwölf Muskelverletzungen in einer Saison auf. Das besagt eine Studie aus dem Jahr 2018, die von renommierten Sportmedizinern angefertigt wurde. Unter anderem arbeiteten Helge Riepenhof (ehemaliger Mannschaftsarzt der AS Roma), Riccardo Del Vescovo (Chefmediziner der AS Roma und Arzt in der berühmten Sportklinik Villa Stuart in Rom) oder Jan-Niklas Droste (Mannschaftsarzt von RB Leipzig) an der Studie mit.


Beim FC Südtirol fallen aktuell sechs Spieler mit einer Muskelverletzung aus – und das schon nach vier gespielten Serie-B-Spielen. Ein Großteil der Saison ist also noch gar nicht absolviert und der FCS hat bereits enorm viele (und sehr schwere) Muskelverletzungen zu beklagen. Statistisch liegt der FCS damit deutlich über der „normalen“ Quote. Auffallend: Nur Fabian Tait verletzte sich während einer Partie. Die Ausfälle von Nicholas Siega (fehlt noch 3 Wochen), Mattia Sprocati (8 Wochen), Kevin Vinetot (4 Wochen), Michele Marconi (9 Wochen) und Alberto Barison (er ist zurück im Mannschaftstraining) passierten im Training. Auch Davide Voltan plagt sich seit Wochen mit Beschwerden herum. Ist das alles einfach nur Pech? Mitnichten, wie zum Beispiel der Fußball-Fitness-Guru Raymond Verheijen behauptet.

Nicholas Siega hat noch kein Meisterschaftsspiel für den FCS bestritten. Er fällt mit einer Muskelverletzung aus.

Der Niederländer ist bekannt für seine zum Teil harsche Kritik an den Trainingsmethoden von Fußballtrainern. Er selbst arbeitete mit großem Erfolg als Fitnesstrainer bei verschiedenen Vereins- und Nationalmannschaften und gilt als Verfechter des spielnahen Trainings. Das würde die Fitness der Spieler verbessern und zugleich das Verletzungsrisiko minimieren. Die vielen Muskelverletzungen seien die Folge von falscher Belastung und nicht spezifischem Training, so Verheijen. Von Roberto Martinez, aktuell belgischer Nationaltrainer, stammt folgendes Zitat: „Wenn du beim Fußballspielen eine Muskelverletzung erleidest, wurde etwas falsch gemacht.“ Doch was sagt das jetzt über den FC Südtirol aus?

Bisoli will dem Problem auf den Grund gehen

Neu-Trainer Pierpaolo Bisoli echauffierte ebenfalls sich über die vielen Muskelverletzungen beim FCS. „Sechs Muskelverletzungen in zwei Monaten? Da stimmt etwas nicht. Das werde ich mir ansehen“, so Bisoli nach dem 2:1-Sieg über Pisa. Auch er glaubt offenbar nicht an Pech oder Zufälle. Das Problem muss im Bereich der Trainings- und Belastungssteuerung liegen – lassen die Aussagen von Bisoli vermuten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Weißroten mit zahlreichen Muskelverletzungen zu kämpfen haben. Schon unter Stefano Vecchi gab es große Probleme. So fielen etwa im Playoff-Spiel gegen Triestina (das war das erste Spiel nach dem ersten Corona-Lockdown) zahlreiche Profis aus. Die Partie ging verloren.

Andrea Arpili (r.) ist seit dem Sommer für die Fitness der FCS-Profis zuständig.

Seit heuer ist Andrea Arpili der Fitnesstrainer des FC Südtirol. Alberto Berselli, der bisher zuständig war, ist mit Cheftrainer Ivan Javorcic zu Venezia gewechselt. Seit der Ankuft von Bisoli ist mit Danilo Chiodi, der eine Mischung aus Co- und Athletiktrainer ist, ein weiterer Fachmann bei den Weißroten. Es ist davon auszugehen, dass sich der Vertrauensmann von Bisoli die Sachlage genauer ansieht. Das Muskelverletzung-Rätsel zu lösen wird eine wichtige Aufgabe für das Trainerteam sein. Die Serie B ist für dem FCS ohnehin schon eine riesige Aufgabe. Dauerhaft auf eine halbe Stammmannschaft verzichten zu müssen, macht die Sache nicht einfacher.

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