a Serie B

Manuel Scavone gab am Samstag nach langer Verletzungspause sein Comeback.

Scavones Aufstieg im Süden: „Nochmal eine neue Dimension“

Was haben Simon Laner, Stefan Schwoch und Paolo Orlandoni, was Manuel Scavone nicht hat? Alle drei haben mehrere Einsätze in der Serie A auf dem Buckel. Neben ihnen liefen 15 weitere Südtiroler die vergangenen 70 Jahre in der höchsten Spielklasse Italiens auf. Doch eines hat Scavone allen voraus: Drei Aufstiege ins Oberhaus. Der bis dato letzte am vergangenen Samstag ist für ihn ein ganz besonderer.

11. Mai, 16.56 Uhr, „Stadio del Mare“ in Lecce: Ein Pfiff ertönt. Elf Akteure in gelb-roten Dressen hetzen kreuz und quer über den Rasen, Betreuer, Ersatzspieler und unzählige Personen in Anzug gekleidet, die sich am Spielfeldrand angesammelt hatten, jagen ihnen nach. Auf den Tribünen liegen sich Fans in den Armen, im Oberrang lehnen sich andere schreiend und mit geballten Fäusten weit über die Brüstung hinaus. Über die Lautsprecheranlage dröhnt verzerrtes Geschrei, das von niemandem wahrgenommen und zugleich von dumpfen Knallkörpern in der Fankurve übertönt wird. Szenen, wie sie sich nur nach großen Triumphen zutragen. Szenen, die es nur im süditalienischen Fußball gibt.

„Für die Menschen sind es pure Emotionen“
Manuel Scavone über Fußball in Lecce
„Das hier ist einfach Leidenschaft, für die Menschen sind es pure Emotionen“, schildert Manuel Scavone Tage danach, „Ich habe schon vieles erlebt, auch der Aufstieg mit einem glorreichen Klub wie Parma war speziell, doch das hier ist eine anderen Dimension.“

US Lecce feiert die Rückkehr in die Serie A.

Der großgewachsene Mittelfeldmann, mittlerweile 31 Jahre alt, Drei-Tage-Bard, ging am vergangenen Samstag im Jubelmeer in Lecce völlig unter. Dabei hat er in jenem Augenblick eine Serie fortgeführt, die ein Alleinstellungsmerkmal ist: Scavone ist zum sechsten Mal in seiner Karriere aufgestiegen, das dritte Mal in Folge. „Ich hatte in meiner Karriere viel Glück und bei manchen Entscheidungen das richtige Bauchgefühl“, so der Bozner, der 2010 den FC Südtirol in die dritthöchste Spielkasse geführt hat und später mit Novara, Pro Vercelli und Parma (Zwei Mal) weitere Aufstiege feierte.

Das richtige Bauchgefühl hatte er auch im Sommer des letzten Jahres, als man in Parma plötzlich nicht mehr auf ihn gesetzt hat. Scavone „flüchtete“ nach Apulien, der Heimatregion seiner Großeltern. Dort lief er bereits vor Jahren für den ehemaligen Serie-A-Klub Bari auf. Nun heuerte er überraschend bei Aufsteiger Lecce an, dessen jüngste Erstligazeit damals sechs Jahre zurücklag. „Es war wieder eine solcher Entscheidungen“, blickt Scavone zurück, „Der direkte Durchmarsch war damals noch kein Thema, doch ich hatte wieder ein gutes Gefühl – und sollte Recht behalten.“
Bleibt der Serie-A-Traum unerfüllt?
Am Donnerstag absolviert Lecce für die Fans im eigenen Stadion noch eine öffentlich zugängliche Trainingseinheit, die den Abschluss des Feiermarathons bildet. Danach muss sich Scavone Gedanken über seine Zukunft machen. Dass sich sein lang ersehnter Traum erfüllt und er der 19. Südtiroler Serie-A-Fußballer wird, scheint fraglich. „Natürlich würde mich die erste Liga mit Lecce reizen, doch hier bin ich nur zur Leihe. Im Sommer geht's erstmal zurück nach Parma, das aktuell noch um den Serie-A-Verbleib kämpft“. In den Planungen des ehemaligen Europapokalsiegers spielt der Bozner aber wohl auch im Sommer keine große Rolle. „Ob Lecce, Parma oder anderswo, die Spielkasse ist nicht das erste Entscheidungskriterium. Wichtig ist, dass ich das Gespür habe, gebraucht zu werden“, so der Fußballer und Gefühlsmensch Scavone. Vereine, die Aufstiegsambitionen hegen, sollten bei Aussagen wie diesen jedenfalls genau hinhören.

Autor: alexander foppa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2019 Sportnews - IT00853870210