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Manuel Scavone (ganz hinten, 4. v.l.) stieg am Sonntag mit Bari in die Serie B auf. © manuel scavone/social media

Aufstiegsheld Scavone: „Wurden um halb 3 im Stadion empfangen“

Manuel Scavone hat am Sonntag zum 7. Mal in seiner Profi-Karriere einen Aufstieg gefeiert. Im Interview mit SportNews spricht der Bozner über die Feierlichkeiten, die Saison mit Bari, seine eigene Zukunft und über die Situation des FC Südtirol.

Von:
David Lechthaler

Wenn man über die Karriere von Manuel Scavone spricht, gehen einem langsam aber sicher die Superlative aus. Wie viele Profifußballer können auch schon 7 Aufstiege in ihrem Lebenslauf vorweisen? Wohl nur eine Handvoll, wenn überhaupt. SportNews hat einen gut gelaunten Scavone nach dem Klassensprung mit Bari in die Serie B per Telefon erreicht. Der 34-jährige Mittelfeldspieler hat gleich zu mehreren Themen Stellung bezogen.



SportNews: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 7. Aufstieg. Wie können Sie sich dieses Phänomen selbst erklären?

Manuel Scavone: „Dankeschön. Die Zahl 7 klingt in der Tat viel. Wenn ich aber zurückblicke, waren die Aufstiege meist alles andere als einfach. Es ist jedes Mal ein Kraftakt – auch nervlich. Und am Ende braucht man im Fußball auch das Quäntchen Glück auf seiner Seite. Ich glaube aber, dass ich bei jedem der Aufstiege meinen Beitrag geleistet habe.“


Sie sprechen es an: Sie haben heuer in 25 Einsätzen unter anderem 4 Tore und 2 Vorlagen beigesteuert. Wie bewerten Sie selbst Ihre Saison?

„Ich bin ziemlich zufrieden – auch, wenn ich zuletzt nicht immer von Anfang an gespielt habe. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, jemals Teil eines so ausgeglichenen Kaders gewesen zu sein. In Bari waren in dieser Saison wirklich 24 Spieler auf zirka demselben Niveau. Deshalb wurde auch viel rotiert und jeder bekam seine Chancen.“

In Bari spielt Manuel Scavone in diesem Hexenkessel. © SSC Bari/Social Media


Am Sonntag wurde durch einen 1:0-Sieg bei Latina der Aufstieg fixiert. Wie sahen danach die Feierlichkeiten aus?

„Rund 2.500 Bari-Fans haben mit uns im Stadion von Latina gefeiert. Anschließend ging es im Bus weiter. Auch da wurde ordentlich Gas gegeben (lacht). Nach einer 4-stündigen Rückfahrt sind wir um halb 3 in der Nacht in Bari angekommen. Dort wurden wir im heimischen San-Nicola-Stadion von rund 1.000 Fans unter Flutlicht empfangen. Das war einmalig.“

„Wenn es gut läuft, wird man in Bari fast schon vergöttert.“ Manuel Scavone


Sie sind jetzt seit 3 Jahren in Bari, wobei Sie eine Saison an Serie-B-Klub Pordenone ausgeliehen waren. Wie würden Sie Bari als Klub beschreiben?

„Der Verein hat lange in der Serie A und Serie B gespielt. Das markt man. Bari (Hauptstadt Apuliens; Anm. d. Red.) ist eine ziemlich große Stadt. Der Druck ist dementsprechend auch hoch. Heuer waren einmal beispielsweise 25.000 Zuschauer im Stadion. Wenn es positiv läuft, ist das super. Andererseits kann die Stimmung bei einer Negativ-Serie ganz schnell kippen. Hier wird die ganze Woche nur über Fußball gesprochen. Wenn es gut läuft, wird man fast schon vergöttert.“

Manuel Scavone (rechts) spielt auch mit 34 Jahren noch auf hohem Niveau. © ssc bari/social media


Kommen wir kurz zu Ihrer Zukunft: Sie haben noch einen Vertrag bis zum Sommer 2023. Werden Sie den Kontrakt erfüllen?

„Ich und meine Familie haben uns in Bari super eingelebt. Das Leben ist klarerweise ganz anders als jenes in Bozen. Die Mentalität in Süditalien ist einfach eine ganz andere. Was meine Zukunft angeht, wird man sehen. Ich bin nie irgendwo geblieben, wo ich nicht voll ins Projekt miteinbezogen war bzw. wo ich mich nicht wichtig gefühlt habe. Grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, mit Bari in der Serie B zu spielen. Aber im Fußball weiß man nie, wo die Reise hingeht.“

„Im Fußball weiß man nie, wo die Reise hingeht.“ Manuel Scavone über seine Zukunft


Sie wurden in den letzten Jahren immer wieder mit einer Rückehr zum FC Südtirol in Verbindung gebracht. Können Sie sich diese immer noch vorstellen?

„Der FC Südtirol ist mein Jugendverein und ich werde diesem Klub immer die Daumen drücken. Ich verfolge die Geschehnisse genau und bin noch mit einigen im Kontakt. Es kann durchaus sein, dass ich irgendwann zurückkehre. Ich fühle mich noch topfit und möchte mir diese Tür immer offenlassen. Es müsste aber alles zusammenpassen und das Projekt auch zu mir passen. Ich drücke dem FCS jedenfalls die Daumen und hoffe natürlich, dass sie den Aufstieg packen. Sie spielen eine super Saison, haben nur das Pech, dass Padova jetzt auch unglaublich stabil ist.“


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