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Riesenjubel nach dem Gewinn der Serie D: Trient kehrt in den Profifußball zurück. © ACTN

Profi-Rückkehr nach 18 Jahren: Was passiert in Trient jetzt?

Seit längerem steuerte die AC Trient auf den Meistertitel zu. Seit Sonntag ist die Rückkehr in den Profifußball rechnerisch fix. Wie sieht die Zukunft aus?

Präsident und Unternehmer Mauro Giacca hat das geschafft, woran viele seiner Vorgänger gescheitert sind: Die Rückkehr von Trient in den Profifußball. In der Saison 2002/03 war der Hauptstadtklub zum letzten Mal im professionellen Fußball vertreten. Jetzt ist es wieder soweit und falls der FC Südtirol die Playoffs nicht gewinnt, gibt es in der kommenden Saison ein Regionalderby.


Der Unterschied zu 2003 ist, dass Trient damals in der Serie C2 spielte. Das war die 4. Liga, jetzt spielt man in der 3. Liga. Die C2 gibt es mittlerweile nicht mehr. Dass eine Mannschaft aus dem Trentino wieder in den Profifußball aufsteigt, war nach dem Aus von Mezzocorona lange Zeit fast undenkbar. In Trient gab es zwar immer groß angekündigte Projekte, doch am Ende war die Serie D stets das höchste der Gefühle – und auch dort spielte Trient selten eine große Rolle.

Mauro Giacca, Präsident und Vater des Erfolgs in Trient.


Im Juni 2014 übernahm Mauro Giacca die Geschicke in Trient, das damals bis in die Landesliga abgestiegen war. Zwar brauchte auch er etwas Anlaufzeit, doch jetzt kann man sagen: Mission geglückt. „Wir sind überglücklich und spüren auch eine große Genugtuung“, so Giacca.
Schritt in den Profisport
Der Schritt von der Oberliga in die Serie D mag groß sein, doch in der Serie C erwartet Trient eine neue Welt. Der Verein war bereits heuer professionell aufgestellt, doch in einer reinen Profiliga zu spielen, ist ein großer Schritt. Das beginnt bei den Jugendmannschaften und endetet beim Umfeld, das seit 18 Jahren keinen Profifußball mehr gesehen hat. Von einem Trainingszentrum wie jenes des FC Südtirol, kann man in Trient nur träumen.

Trainer Carmine Parlato gilt als Serie-D-Spezialist. Ob er weitermachen darf, ist ungewiss.

Die Vorfreude ist trotzdem riesig. „Ich freue mich darauf, gegen große Vereine zu spielen und in wichtigen Stadien in ganz Italien Gast zu sein. Die Herausforderung wird groß. Ich kann jedem Trient-Fan versprechen, dass wir alle einen enormen Einsatz an den Tag legen werden“, betont Giacca. Ein großes Ziel des Vereins ist ein neues Stadion. Im Gegensatz zum FC Südtirol, der das Vertrauen der Landesregierung genießt, ist die Zusammenarbeit zwischen der AC Trient und dem Land Trentino weniger gut.
Wartet das Derby gegen den FCS?
Ein besonderes Schmankerl könnte im Herbst warten: das Regionalderby mit dem FC Südtirol. Sollten die Weißroten den Sprung in die Serie B durch den Playoff-Sieg nicht schaffen, gibt es in der nächsten Saison das Duell mit Trient. Angesprochen auf den FC Südtirol konnte sich Giacca einen kleinen Seitenhieb im Interview mit Trentino nicht verkneifen: „Die Unterschiede? Dem FC Südtirol fehlt das Adrenalin. Sie haben kaum Fans, wir hingegen schon. Ich denke, das ist auch der Grund, dass der FCS nicht in die Serie B aufsteigt. Der Mannschaft fehlt der Druck durch die Zuschauer, die etwa den HC Bozen zur Siegermannschaft macht.“

Doch wie geht es in Trient weiter? Wie der 1921 gegründete Verein sich bis zum Start der nächsten Saison ändern wird, ist noch nicht absehbar. Man darf davon ausgehen, dass die AC Trient in der kommenden Saison (erneut) komplett ihr Gesicht ändern wird. Das war schon nach dem Oberliga-Titel im Vorjahr so, als unter anderem der Südtiroler Trainer Flavio Toccoli nach einer herausragenden Leistung die Koffer packen musste. Ob sich Trainer Carmine Parlato und die Aufstiegshelden von heuer im Profifußball beweisen dürfen, wird der Transfersommer zeigen. Die Zeichen stehen aber eher auf Abschied.

Schlagwörter: Fussball

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