a Nationalteams

Timo Werner nach seiner vergebenen Torchance. © AFP / THILO SCHMUELGEN

Werner wird „Ehrenbürger“ von Nordmazedonien

Wenn's läuft, verwandelt Timo Werner so eine Chance mit verbundenen Augen. Wenn's gerade nicht läuft, geht wie in Duisburg alles schief. Der Fehlschuss des Stürmers passt ins Bild einer verkorksten Woche – und brauchte ihm viel Spott, Häme und eine skurrile Auszeichnung ein.

Nach dem Schlusspfiff stand Timo Werner einsam auf dem Rasen der Duisburger Fußball-Arena und senkte schuldbewusst sein Haupt. Die legendäre 9 der großen Mittelstürmer auf Trikot und Hose wirkte in diesem Moment beinahe wie ein vorgezogener Aprilscherz. Werners vergebene Großchance zum 2:1 war nicht nur ein Vorbote beim blamablen 1:2 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Nordmazedonien. Sie passte auch zu der persönlichen Länderspielwoche zum Vergessen.


In vollem Tempo war Werner Richtung Tor gerast und vergab aus neun Metern in zentraler Mittelstürmerposition die 100-Prozent-Chance. Er traf den Ball mit dem linken Fuß so unglücklich, dass dieser rechts am Gehäuse vorbei kullerte. Werner sank in die Hocke und stützte die Hände auf den Boden, in den er wohl am liebsten versunken wäre.

„Ehrenbürger“ Nordmazedoniens
Im Netz gab es für den Stürmer viel Spott und Häme. Werner wurde kurzerhand zum „Ehrenbürger“ Nordmazedoniens ernannt: Verschiedene Medien bildeten den Pass mit Werners Namen und Foto in ihren Zeitungen ab. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Dieses Foto kursiert im Netz.


Vorwürfe mochten – im Gegensatz zur Häme im Netz – weder Joachim Löw noch die Teamkollegen dem Angreifer vom FC Chelsea machen. Unerwähnt lassen konnten aber auch sie die Schlüsselszene beim Stand von 1:1 nicht. „Dass der Timo so eine Großchance vergibt, da macht er sich selbst wahrscheinlich die größten Vorwürfe“, sagte der Bundestrainer.

Auch Löw konnte Werners Fauxpas später nicht erklären: „In solchen Situationen hat der Timo in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er sie auch richtig löst und Tore erzielt.“ Die Bedeutung der Szene ordnete der Bundestrainer aber deutlich ein: „Ich habe das Gefühl gehabt, dass das so ein bisschen einen Knacks gab für die Mannschaft, dass wir diese Chance ausgelassen haben.“ Prompt fiel das 1:2.

Autor: dpa/det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210