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In Klagenfurt wachsen ab Sonntag Bäume statt Rasen. © PIXATHLON/SID

Ein Wald im Stadion: Diskussion über Kunstprojekt in Klagenfurt

Vor 15 Monaten haben 30.000 Zuschauer im Fußball-Stadion von Klagenfurt noch ein 2:1 von Österreich gegen Deutschland bejubelt. Ab Sonntag sind die Stars auf dem Rasen jedoch ganz andere: Bäume. 300 Stück.

Der Joseph-Beuys-Schüler Klaus Littmann pflanzt in der Arena ein legendäres Bild von Max Peintner nach: „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur.“

„Mich hat fasziniert, dass es jemanden gibt, der 1970 daran dachte, dass es so weit kommen könnte: dass wir Natur ansehen in einer Krater-Architektur - also im Stadion“, sagte Littmann dem WDR. Heutige Arenen gingen alle zurück auf das Kolosseum: „Meine Gladiatoren aber sind die Bäume.“

Das Spielfeld wird laut Homepage der Aktion „For Forest“ gänzlich von einem Mischwald in Besitz genommen, „mit rund 300 Bäumen, von denen einige bis zu sechs Tonnen wiegen“. Fast zwei Monate lang können die Zuschauer von der Tribüne aus das Naturkunstwerk bestaunen - bei freiem Eintritt.

Kritik am Werk
Littmann hat sich in seiner Stadt nicht überall beliebt gemacht. Die FPÖ beklagt, das Stadion als Einnahmequelle werde blockiert, SPÖ-Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz widerspricht scharf: „Absolut lächerlich. Die zehn Jahre, die wir das Stadion haben, hat in Klagenfurt überhaupt noch nie ein großes Event stattgefunden.“

Die „temporäre Kunstintervention“ hat allerdings auch Einfluss auf den Fußball. Der Zweitligist Austria Klagenfurt muss vorerst auf einen Nebenplatz ausweichen, der benachbarte Wolfsberger AC wäre für Europa-League-Heimspiele gerne ins EM-Stadion von 2008 umgezogen. Das aber geht nicht: Der Wald hat Vorrang.

Autor: sid

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