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Sorgenkinder: Die Rapid-Fans sind Kult – aber immer wieder für einen Skandal gut. © APA / EXPA/THOMAS HAUMER

Wiener Derby: Ein Skandal jagt den nächsten

Sportlich endete das 325. Wiener Derby am Sonntagnachmittag mit einem 1:1-Unentschieden. Doch das interessierte danach niemanden. Stattdessen standen Feuerzeuge, Schnapsflaschen und Regenschirme im Mittelpunkt. Jetzt steht Rapid arg in der Kritik.

Es ist schön geworden, das neue Allianz-Stadion in Hütteldorf. Wie ein kleines Schmuckstück steht es da, im 14. Wiener Gemeindebezirk. Der Club ist stolz auf das Stadion, die Atmosphäre bei Heimspielen ist unerreicht in Österreich. Rapid ist Kult, Rapid ist Religion.

Fast 20.000 Zuschauer hat Rapid im Schnitt. 28.000 sind es, wenn das Stadion voll ist. Vor so vielen Fans zu spielen, das hat in der österreichischen Bundeliga Seltenheitswert. Klar, dass sich viele Spieler freuen, wenn ein Match vor so einer Kulisse ansteht. Auch Raphael Holzhauser, Kapitän der Wiener Austria, freute sich. Allerdings nicht lange. Nach dem Spiel klang der Mittelfeldspieler so: „Es ist lächerlich und nicht mehr normal. Aber sie können sich erlauben, was sie wollen.“

Fliegende Feuerzeuge und Schnapsflaschen


Raphael Holzhauser ist ein Feindbild der Rapid-Fans. Das ging sogar so weit, dass der Ex-Stuttgarter von einem Besoffenen mit dem Tod bedroht wurde. Jetzt kam es beim Wiener Derby erneut zum Skandal. Schon im Sommer, beim letzten Wiener Derby im Allianz-Stadion, wurde er mit Bechern und Feuerzeugen beworfen. Die flogen auch am Sonntagnachmittag wieder, zusammen mit kleinen Schnapsflaschen.
„Es wäre nichts passiert, wenn Holzhauser den Eckball schneller ausgeführt hätte“
Dejan Ljubicic, Rapid-Mittelfeldspieler

Holzhauser wurde bei der Ausführung eines Eckballs am Schlüsselbein getroffen, ging kurz zu Boden und zeigte dann seine blutende Wunde. Das Derby wurde zum ersten Mal unterbrochen. Später sagte der 24-Jährige, es sei wohl ein Feuerzeug gewesen. 20 Minuten später regnete es erneut Feuerzeuge aus der Rapid-Kurve. Zwar wurden zum Schutz der Austria-Spieler bei Eckbällen Sonnenschirme aufgespannt, doch die halfen wenig.

Dieses Mal unterbrach Schiedsrichter Renè Eisner, der sein erstes Wiener Derby pfiff, die Partie. Noch in den Katakomben meinte Eisner, dass er das Spiel abgebrochen hätte, wenn Holzhauser liegen geblieben wäre. Schließlich ging es nach acht Minuten Unterbrechung weiter. Nach 95 Spielminuten endete ein schwaches Fußballspiel mit 1:1 – und zwei Flitzern auf dem Spielfeld. Der nächste Eklat.

Ungeschoren kommt Rapid nicht davon


Erledigt ist die Sache damit nicht, denn Rapid drohen drastische Strafen. Im Gespräch ist eine Geldstrafe von 150.000 Euro oder eine Platzsperre. Es ist gut möglich, dass Rapid einige Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss. Derweil ist der Club dabei die Werfer und Flitzer zu identifizieren, Stadionverbote sollen folgen.

Verstehen können das nicht alle. Rapid-Mittelfeldspieler Dejan Ljubicic, auf dem Feld einer der Besten, meinte: „Es wäre nichts passiert, wenn Holzhauser den Eckball schneller ausgeführt hätte.“ Später nahm er seine Aussage zwar zurück, doch Einsicht sieht anders aus. Der 20-Jährige selbst, hat im Sommer übrigens eine Moschee in Kroatien mit Glasflaschen beworfen.

Autor: cst

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