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David (und nicht Arturo) Vidal vom 1. Amateurligaklub Schlanders

RÜCKPASS: Ein Lausbube namens Vidal

In Schlanders ist das Vidal-Fieber ausgebrochen. Mittendrin: Ein Lausbube namens David. Und der SportNews-Rückpass.


TATORT 1. Amateurliga, Gruppe A: Wie einst Arturo

Als Sympathisant des deutschen Rekordmeisters ist der Schreiber dieser Zeilen beim Studieren der Schlanders-Aufstellungen schon des Öfteren in Versuchung geraten, über einen gewissen Spieler namens Vidal zu schwadronieren. Nun hat sich endlich die passende Gelegenheit ergeben: Die Nummer, die David Vidal (unseres Wissens nicht näher verwandt, verschwägert oder befreundet mit einem gewissen Arturo) am Wochenende abgezogen hatte, hatte es nämlich faustdi… ääähhh chilenisch gewürzt hinter den Ohren.

Nur um eins vorweg zu nehmen: Der Auftritt des jungen Vinschger Burschen ging schneller vorbei als Rainer Calmund am Salat-Buffet – mit der einzigen Ausnahme, dass sich in dieser kurzen Zeit weit mehr als nur ein rascher, peinlich-berührter Blick nach rechts auf das grüne Blätter-Beet ereignet hat.

Begonnen hat im Duell mit Schenna eigentlich alles in der 83. Minute, als Vidal beim Stand von 2:3 aus Sicht seiner Mannschaft in das Becken der prickelnden Schlussphase geworfen wurde. Dann kam es zu kuriosen Szenen: Zwei Minuten auf dem Feld, da nahm der Offensivspieler einen langen Ball geschickter mit als ein Langfinger die Ricola-Packung (Geschmack Lemon Mint) im Tante-Emma-Laden, stürmte alleine aufs Tor zu und chippte die Pille mit dem technisch versierten Füßchen a là Arturo zum 3:3-Ausgleich in die Maschen.

Doch damit ist nur die Hälfte der Geschichte erzählt: Seinem prominenten Namen endgültig gerecht wurde Vidal wiederum nur zwei Minuten später, als er nach einem langen Ball, der ihn eigentlich geradewegs auf den Weg zum 4:3-Treffer schickte, vom Schiedsrichter wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Seine Reaktion? Ein ungläubiges „jo fahlts“, das der Unparteiische wohl nicht so lustig fand und den jungen Schlanderser kompromisslos mit der roten Karte des Feldes verwies.

Einwechslung, Ausgleichstor, rote Karte – ja, der junge Vidal drückte bei seinem vierminütigen Auftrittmehr aufs Tempo als ein Allergiker während der Blütezeit. Was bleibt? Ein Punkt für Schlanders, zweiSpieltage Sperre für den jungen Burschen undwahrscheinlich auch allerhand Arbeit für den örtlichen Friseur, der nun wohl in den Genuss kommen wird, die eine oder andere Arturo-Vidal-Irokese auf so manchen Kopf zaubern zu dürfen. Ein denkwürdiger Auftritt jedenfalls.



SN/td



Autor: sportnews