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Latsch gewann in Unterzahl (Foto Mitterer)

RÜCKPASS: Glücklich geschieden

Rot ist trendy – und nein, das ist nicht etwa eine Aussage von Karl Lagerfeld auf der New Yorker Fashion Week, sondern vielmehr der neueste Hit in der 1. Amateurliga. Ist heute in rot zur Arbeit erschienen: Der SportNews-Rückpass.


TATORT 1. Amateurliga : Wilde Jungs

Irgendwie fühlte man sich auf so manchem Feld in der 1. Amateurliga am vergangenen Wochenende an eine traditionelle Massenrauferei auf dem Münchner Oktoberfest erinnert: Beleidigungen, übermütige Reaktionen, böse Tritte, faule Handgriffe – und mittendrin ein Mann in Schwarz, der die Situation bereinigen musste. Der Mann in Schwarz war dieses Mal aber nicht etwa der 2-Meter-Schrank mit Security-Pass, sondern vielmehr die Schiedsrichter, die am Samstag und Sonntag öfter in die Hosentasche griffen als ein mittelklassiger Taschendieb auf dem Jahrmarkt.

In 14 Spielen, so sei angemerkt, gab es nämlich nicht weniger als 13 rote Karten. Vor allem im A-Kreis war mehr Farbe im Spiel als bei einem brasilianischen Karnevalsumzug, wobei in sieben Spielen gleich neun Mal rot gezeigt wurde. Bemerkenswert vor allem die Geschehnisse im Duell zwischen Gargazon und Latsch, in dem sich die Vinschger wie eine glückliche, frisch geschiedene Ehefrau präsentierten: Waren nämlich mit einem Mann weniger besser dran, holten zu zehnt zwei Mal einen Rückstand auf und trafen in doppelter Unterzahl auch noch zum 3:2-Siegtreffer. Hoch sollen sie leben!


TATORT 1. Amateurliga, Gruppe B : Fünf-Minuten-Show

Dass Jürgen Sinner einen Sinn für schöne Tore hat, haben wir in einem unserer Rückblicke schon einmal einleuchtend beschrieben. Dass er aber auch den etwas anderen Unterhalter geben kann, war uns bisher noch nicht bekannt. Nur so viel: Gegen Rasen Antholz lagen seine Gsieser bis zur 66. Minute mit 0:1 im Hintertreffen, ehe Sinner wieder Mal zur Hochform auflief. Zuerst bugsierte er die Kugel nach feiner Vorarbeit seines Namensvetters Tobias zum 1:1 in die Maschen, dann, nur 120 Sekunden später, staubte er ähnlich stilvoll wie eine erfahrene Putzkraft zum 2:1-Siegtreffer ab. Ein Doppelpack innerhalb von zwei Minuten? Wär doch nichts Außergewöhnliches – muss sich der Angreifer jedenfalls gedacht haben. Denn nur drei Minuten danach holte er sich seine zweite gelbe Karte ab, wurde folglich vom Platz gestellt und sorgte so für eine denkwürdige Fünf-Minuten-Show.



SN/td


Autor: sportnews