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Pfalzens und Jérôme Mittichs (vorne) Jubel nach dem Sieg (Foto FB)

RÜCKPASS | Tormann wider Willen: Jérômes denkwürdiger Auftritt

Beim SSV Pfalzen ging es wieder einmal rund. Was das alles mit Last Christmas und einem pöbelnden Bubi zu tun hat, gibt’s im etwas verspäteten SportNews-Rückpass.


TATORT 1. Amateurliga, Gruppe B : Ein verrückter Fußballnachmittag

Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu: Eine Phrase, vergleichbar mit dem „Last Christmas“-Song von Wham: Ausgelutscht bis zum allerletzten Ton. Und doch hätte sie die Situation von Pfalzen am Sonntag gegen Schabs nicht besser beschreiben können. Gegen die Eisacktaler lagen die Pusterer, die auf zahlreiche Stammkräfte verzichten mussten, nach 45 Minuten mit 0:1 im Hintertreffen, als zur Halbzeit Schock Nummer 1 kam. Goalie Plankensteiner konnte wegen einer Zehenverletzung, zugezogen bei einem Zweikampf, nicht mehr weitermachen. Da auch der Ersatztormann nicht fit war, musste sich wohl oder übel ein Spieler die Handschuhe anziehen – in diesem Fall traf es Jérôme Mittich, von Haus aus eigentlich ein Defensivmann.

Der musste nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff mitansehen, wie seine Mannschaft noch tiefer im Schlamassel versank, als sich sein Kollege Oberparleiter die rote Karte eingehandelt hat. Bedeutete: 0:1-Rückstand, ein Mann weniger, Dreier- statt Viererkette und ein Spieler im Tor – ja, derartige Pechsträhnen legte ansonsten ja nur Lothar Matthäus zu seinen besten Zeiten bei derFrauenwahlhin. Einige Mannschaften hätten sich da vielleicht schon aufgegeben. Nicht aber Pfalzen. Die hatten mit Mark Hosp einen Akteur in den eigenen Reihen, der zuerst für das umjubelte 1:1 sorgte und nur zehn Minuten später nach einem herrlichen Solo das 2:1 schoss und Kollegen wie Fans in einen Ausnahmezustand versetzte. Und unser Kollege Jérôme im Tor? Der faustete die Dinger hinten entschlossener weg als der angeheiterte Kneipen-Prügler den pöbelnden Bubi vor dem Club-Eingang, wuchs bei mehreren Situationen über sich hinaus und hielt „seine“ 0 sowie den 2:1-Sieg in den geliehenen Handschuhen fest. Ein verrückter Fußballnachmittag.



SN/td

Autor: sportnews