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Der Vertrag von PSG-Stürmer Edison Cavani läuft am 30. Juni 2020 aus. © APA/afp / FRANCK FIFE

Saisonende erst im August? FIFA muss Vertragsfrage klären

Die Fußball-Ligen befinden sich aufgrund der Corona-Krise rund um den Globus im Standby-Modus. Dass das Kunstleder notfalls ohne Zuschauer wieder laufen soll, ist angesichts von milliardenschweren TV-Geldern so gut wie sicher.

Die Saisonen werden aber in den Juni und wohl auch den Juli oder sogar August hinein laufen. Dies wirft vertragsrechtliche Fragen auf. Der Weltverband ringt um Lösungen.

International ist es Usus, dass Spielerverträge mit 30. Juni auslaufen. Wie Medien am Donnerstag aus einem internen Arbeitspapier der FIFA zitierten, wird danach gestrebt, „dass das Auslaufen von Verträgen bis zum neuen Enddatum der Saison verlängert wird“. Ein Problem sollen vor allem die Leihverträge darstellen. Hierbei soll es verbandsrechtliche Regeln geben, die sich nicht so leicht aushebeln lassen.

Im vorliegenden Dokument der FIFA-Arbeitsgruppe wird neben dem flexiblen Vertragsende je nach Saisonschluss der jeweiligen nationalen Meisterschaft auch das Sommer-Transferfenster geprüft. Es besteht das Risiko, dass nationale Ligen unterschiedlich lange spielen bzw. wieder starten. Den Profis soll wie auch den Vereinen mehr Planungsspielraum gegeben werden – und Wettbewerbsverzerrung vermieden werden.

So zitierte die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Papier: „Im Fall von überschneidenden Saisonen und/oder Anmeldefristen, und sofern nicht alle Parteien etwas anderes vereinbaren, sollte dem ehemaligen Verein Vorrang eingeräumt werden, um seine Saison mit seinem ursprünglichen Kader zu beenden, um die Integrität einer nationalen Meisterschaft zu gewährleisten.“

Was passiert mit Spielern, die bereits bei einem neuen Klub unterschrieben haben?
Diesbezüglich wirft sich auch die Frage auf, inwiefern im Sommer ablösefreie Spieler, die bereits für einen neuen Klub unterschrieben haben, für ihren alten noch einlaufen dürfen. So besteht die Möglichkeit, dass ein Profi im Juli bereits bei seinem neuen Arbeitgeber weilen sollte. Spielerberater und Jurist Max Hagmayr aus Österreich führt jedoch an, dass in so einem Fall der aktuell bestehende Vertrag, wonach der betroffene Spieler bis Saisonende an seinen Verein gebunden ist, schlagend wird.

Anders verhält sich dies, sollte ein Spieler schon transferiert worden sein. In diesem Fall könnte der künftige Klub laut aktuellem Stand darauf pochen, dass der Akteur noch vor Meisterschaftsende die Farben wechselt. In der laufenden Saison spielberechtigt wäre er dann aber nicht, betont Hagmayr. Geht es nach dem Ex-Profi sollte es mit Blick auf die Solidarität unter den Vereinen aber gar nicht so weit kommen: „Ich gehe schon davon aus, dass man sich da einigen wird.“

Die bekanntesten Profis, deren Verträge am 30. Juni 2020 auslaufen sind unter anderem: Edison Cavani, Thomas Meunier (beide PSG), Dries Mertens, José Callejón (beide Napoli), Mario Götze (BVB), Jan Vertonghen (Spurs), Willian (Chelsea), Giacomo Bonaventura (Milan).

Autor: dl/apa

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