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Zwei Teams mit unterschiedlichen Zielen: Aldein Petersberg (mit Danny Fäckl/links) peilt den Klassenerhalt an, Meran (mit Walid Sogheir) will im Spitzenfeld mitreden. © M. Dorn

1. Amateurliga: Enorme Qualität im Westen

In ihrer neuen Serie stellt die SportNews-Redaktion die Südtiroler Amateurligisten vor. Heute an der Reihe: Die Gruppe A der 1. Amateurliga.

Die wichtigste Neuigkeit in der 1. Amateurliga betrifft die Anzahl der Mannschaften. Weil es keine Absteiger gab, musste die Gruppe A auf 15 Mannschaften (anstatt 14) aufgestockt werden. Das hat zwei Wochenspieltage (23. September und 15. Oktober) zur Folge, zudem ist jede Mannschaft einmal spielfrei. Ungewöhnliche Zeiten erfordern eben ungewohnte Maßnahmen – auch wenn es etwas unverständlich ist, dass nicht gleich eine 16er-Liga formiert wurde.

Der große Favorit
Heißester Anwärter auf den Meistertitel ist Nals. Die Etschtaler verfügen über eine Offensive, die viele Landesligisten vor Neid erblassen lässt. Neben den Malleier-Brüdern (Aaron war im Vorjahr der Toptorjäger, Dennis kam im Sommer aus Obermais zurück) stehen mit Michael Osti (Bozner FC) und dem Sarner Armin Stuefer zwei weitere Hochkaräter zur Verfügung.

Dennis Malleier läuft wieder für den FC Nals auf. © A. Windegger / FC Nals

Zudem ist Ivan Dalceggio nach seinem Gargazon-Intermezzo zurück bei seinem Heimatverein und Manuel Schöpf (er spielte in seiner Jugendzeit in England für Portsmouth) ist ebenfalls ein klasse Angreifer. Auch in den restlichen Mannschaftsteilen kann Trainer Alex Sincich auf geballte Qualität setzen: Kapitän Klaus Lechner, Simone Tibolla (auch er kam vom Bozner FC) und Juri Oberkalmsteiner pflügen durch das Mittelfeld, hinten halten Keeper Ivan Taibon, Fation Imeri und Peter Thaler (neu von Tirol) den Laden dicht.
Die Herausforderer: Kaltern zu aller erst
Kaltern bringt das Potenzial mit um Nals mehr als nur ein Bein zu stellen. Seit Marco Nicoletti das Traineramt übernommen hat, ist die Defensive um Torhüter Daniel Iardino kaum noch zu bezwingen. Und wie heißt es so schön? Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Passt wie die Faust aufs Auge zu Nals und Kaltern – wobei die Überetscher auch im Angriff ihre Vorzüge haben. Die Neuen Fabian Obrist (er gibt sein Comeback nach langer Verletzungspause) und Alain Blasinger sind Topspieler, dazu kommen mit Thomas Debelyak und Samuel Pürgstaller weitere Hochkaräter. Schluderns ist unangenehmer Gegner, kann auf einen Toptrainer (Rainer Dengg) und eine kampfstarke Mannschaft zurückgreifen. Neu ist Leonard Kahlert, den Südtiroler Fans von seiner Zeit bei Naturns kennen. Zuletzt spielte der Defensiv-Spezialist beim SV Kematen in Nordtirol (4. Liga).

Bester Tormann der Liga: Daniel Iardino (Kalterer SV). © M. Dorn

Die SG Schlern (neu ist Stürmer Rudy Marcadella von Frangart) und Haslach, wo weiterhin Davide Santachiara das Sagen hat, sind gefährliche Außenseiter. Vor allem die Hauptstädter haben spielerisch enormes Potenzial, sind in allen Mannschaftsteilen stark besetzt und haben mit Manuel Mariz einen Ausnahmekönner in ihren Reihen. Meran (mit Ex-Brixner Stefano Betteto im Mittelfeld, aber ohne Tormann Pasquale Colosimo) und Salurn wollen ebenfalls ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden – wobei der Oberliga-Dino aus dem Unterland höher einzuschätzen ist als die Kurstädter. Ähnlich verhält es sich mit Gargazon. Der Vorjahreszweite wird von Roberto Pignatelli angeführt, hat aber einige Stammspieler (u.a. Daniele Zingale, Michael Tutzer und Dalceggio) verloren.
Der Abstiegskampf: Schlanders & Co.
Die halbe Liga muss zittern, angefangen bei Aldein Petersberg und Schlanders (mit der Vinschger Trainerikone Englbert Grünfelder auf der Bank). Beide wären ohne die Coronakrise wohl nicht mehr in der Liga und müssen auch heuer aufpassen. Auch Ulten hat nicht mehr die Klasse vom Vorjahr. Neben Torjäger Simon Breitenberger (zu St. Martin Moos) sind auch Kapitän Dominik Thaler, Marvin Laimer und Marian Schwienbacher (Lana) nicht mehr dabei. Zwar kam mit Gianvito De Meo (Bozner FC) ein starker Mittelfeldspieler, doch es gilt beim Team von Trainer Ferdinando Antino das Motto: Kleinere Brötchen backen. Der Klassenerhalt ist trotzdem drin – auch weil die Defensive sehr gut organisiert ist.

Sehen sich heuer wieder: Peter Mitterer (Frangart/links) und Kevin Platzgummer (Ulten). © M. Dorn

Frangart bringt viel Kampfkraft, aber auch Technik mit. Die Überetscher mit Paolo Tornatore an der Seitenlinie sollten mit dem Abstiegs nichts zu tun haben. Ähnlich sieht es bei Ritten (mit Peter Mair von Naturns und Gianluca Corea von Lana) aus, das mit Stefano Sonn den Ex-Trainer von Kaltern in die Saison geht. Tirol hat einen massiven Umbruch hinter sich (nur 9 Spieler die im Vorjahr gespielt haben, sind noch dabei) und geht mit einem blutjungen Kader und vielen Talenten aus der eigenen Jugend in die Saison. Ihr Pluspunkt: Tormann Matthias Santer (Comeback nach Pause) und Offensiv-Freigeist Stephan Lanpacher (von Naturns) bringen Oberliga-Erfahrung mit.
Potenzial zum Überraschungsteam: SV Plaus
Der Aufsteiger hat die 2. Amateurliga seit Jahren dominiert, trotzdem gelang der Aufstieg irgendwie nie. Jetzt hat es geklappt und Plaus ist auch in der 1. Amateurliga (die erste Saison überhaupt in der Vereinsgeschichte) ein Spitzenteam. Fabian Nischler oder Felix Peer sind absolute Hochkaräter, dazu kommen starke Neuzugänge wie Christian Kröss (Algund), Alex Pezzei (Partschins) oder David Siragna (Riffian Kuens). Gelingt der Start, dann ist der Mannschaft vieles zuzutrauen – das Potenzial dafür ist allemal vorhanden.
Der Transfercoup: Michael Osti & Dennis Malleier
Was für ein Sturmpaket, das sich Nals neu dazu geholt hat. Beide kommen aus der Oberliga, beide stehen für pure Qualität. Während es für Malleier (im Vorjahr viel verletzt, trotzdem mit 2 Toren in 6 Spielen) eine Rückkehr zu seinen Wurzeln ist, ist Osti ein absoluter Luxus in der 1. Amateurliga. Kleine Kostprobe gefällig? 2018 schoss er für Eppan 27 Tore in der Landesliga, im Jahr darauf für den Bozner FC 19. Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen, außer: Wohl dem, der so einen Angriff in seinen Reihen hat.

Autor: sn

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