a Amateurligen

Marvin Lechl (ganz rechts) war der Hauptdarsteller im Duell zwischen Lüsen und Schabs. © A. Giacomelli

2 Derbytreffer für Lüsens Kapitän: Traum-Einstand oder doch nicht?

SportNews wird fortan jeden Mittwoch das Geschehen in den beiden Kreisen der 1. Amateurliga beleuchten – und das in Form einer Interviewserie, in der wir unterschiedlichste Protagonisten auserwählen und bis zum Saisonende reihum zu Wort kommen lassen. Den Anfang macht Lüsens Marvin Lechl, der einen wahrlich besonderen Saisonstart erlebt hat.

1. Spieltag in der 1. Amateurliga Gruppe B und gleich ein brisantes Derby: Lüsen gegen Schabs. Dabei stand ein Spieler besonders im Mittelpunkt, nämlich Lüsens Neokapitän und Doppeltorschütze Marvin Lechl. Der 1. Treffer landete noch im eigenen Tor, das 2. Tor läutete die Aufholjagd ein und ebnete den Eisacktalern den 1. Dreier.


SportNews: Marvin, du hast zum 1. Mal die Mannschaft als Kapitän aufs Feld geführt und gleich 2 Treffer erzielt. Ein Einstand nach Maß?


Marvin Lechl (lacht): Der 1. Treffer war unglücklich, weil er ins eigene Tor ging. Gegenspieler Hannes Mair presste mich und ich spielte den Ball halbhoch zu meinem Torwart Manuel Angerer. Dabei missachtete ich eine der ersten Regeln der D-Jugend: Nie dem Torhüter den Ball vor das eigene Tor spielen, immer daneben. Angerer brachte den Ball nicht unter Kontrolle und schon stand es nach 10 Minuten 0:1.


Was ging dir dabei durch den Kopf?

Eigentlich nicht viel, denn das war in meinen Augen kein Beinbruch. Wir haben in den letzten Jahren unzählige Male Spiele gedreht und deshalb war ich auch zuversichtlich, dass wir das auch diesmal schaffen würden.


Auch nach dem 1:3-Rückstand nach rund einer Stunde?

Nach dem 3. Gegentreffer war die Hoffnung schon ein wenig geschwunden, auch weil wir vorher eine Vielzahl an Torchancen haben liegen gelassen. Da ist mir schon kurz durch den Kopf gegangen: Heute ist nicht unser Tag und auch nicht gerade meiner.


Das änderte sich dann in der 74. Minute schlagartig.

Ja, denn diesmal traf ich ins richtige Tor. Nach einem Eckball bin ich nicht in die Innenverteidigung zurückgeeilt. Den 2. Ball, eine Flanke von der Seite, konnte ich ins Tor köpfen und auf 2:3 verkürzen. Das war die Initialzündung zur Aufholjagd, wissend dass wir bereits im Vorjahr gegen Schabs nach einem holprigen Spielstart und einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 holten.

Marvin Lechl mit den beiden weiteren Torschützen Patrick Federspieler und Dennis Kaneider (v.r.n.l.)


Lüsen marschierte mit zwei Aufstiegen von der 3. In die 1. Amateurliga und war auch in den beiden vergangenen Spielzeiten, die vorzeitig abgebrochen wurden, immer vorne dabei. Was macht Lüsen so besonders?

Als erstes sind wir 20 Kollegen, innerhalb und außerhalb des Feldes. Abgesehen von den beiden Torhütern Manuel Angerer und Alex Piok und Innenverteidiger Christian Plaikner sind alles Lüsener. Matteo Lorenzi der heuer von Milland zu uns kam, wohnt auch in Lüsen. Auch der Der Mix zwischen jungen und erfahrenen Spielern stimmt bei uns einfach. Zudem haben wir ein fantastisches Publikum, das uns sogar auswärts zahlreich begleitet und unterstützt.


Hat Lüsen, das wenig mehr als 1500 Einwohner zählt, mit der 1. Amateurliga das höchste Ziel erreicht oder träumt man sogar von der Landesliga?

Wir haben in Lüsen gute Fußballer. Das haben wir in den beiden letzten Saisons bewiesen. Beim Abbruch waren wir einmal Tabellen-3., im vorigen Jahr gar auf dem 2. Tabellenplatz. Natürlich wäre es super, wenn Lüsen es in die Landesliga schaffen würde, wenngleich für uns schon die 1. Amateurliga etwas Beachtliches ist. In dieser Liga haben wir auch einige Derbys und die sind im Grunde immer besonders reizvoll. An die Landesliga denken wir nicht, wir wollen aber auch heuer wieder vorne mitspielen. Sollte es passieren, dass ich mit meinen Kollegen aufsteigen würde, dann wäre das sicherlich etwas Großartiges.

Zur Person:
Marvin Lechl (Jahrgang 2000) führt heuer erstmals Lüsen als Kapitän aufs Feld. Nachdem Patrick Federspieler die Kapitänsbinde nicht mehr tragen wollte, wurde Lechl vom Spielerrat vorgeschlagen und von den Mitspielern bestätigt. Der 21-Jährige studiert in Innsbruck BWL, trotzdem fährt er 2 Mal die Woche zum Training nach Lüsen. Fußballerisch ausgebildet wurde der Innenverteidiger in der Jugend beim FC Südtirol und beim SSV Brixen. Mit Lüsen geht Lechl in die 4. Saison und feierte mit seinem Heimatverein vor 3 Jahren den Aufstieg von der 2. in die 1. Amateurliga.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos