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Südtirols Fußballvereine reagieren mit einem offenen Brief, auf das seit Monaten andauernde strikte Trainingsverbot. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

Die Rebellion der Vereine: „Auf den Missstand aufmerksam machen“

Seit Oktober steht der Amateurfußball in Südtirol komplett still. Die Meisterschaften sind ausgesetzt und auch trainiert darf nicht werden. Weil das nicht überall und bei allen Sportarten so ist, stößt das den Vereinen sauer auf. Jetzt haben Südtirols Fußballer einen offenen Brief an die Landesregierung geschrieben.

Im Hintergrund rumorte es schon seit einigen Wochen, jetzt erheben Südtirols Fußballvereine ihre Stimme. In einem offenen Brief, der an die Landesregierung gerichtet ist, wird die seit Monaten andauernde Trainingssituation angeprangert.


23 von 26 Ober- und Landesligisten haben das Schreiben unterzeichnet, dessen große Kritikpunkte zwei sind: Warum ist in Südtirol etwas verboten, das im restlichen Staatsgebiet erlaubt ist? Und wieso sind einige Sportarten in der Halle erlaubt, während die Freiluft-Sportart Fußball verboten bleibt?

Der offene Brief im Wortlaut
Seit rund drei Monaten ruht der Ball in Südtirol. Sowohl das Mannschafts- als auch das Individualtraining sind seit dem 30. Oktober für FußballerInnen aller Altersklassen ausgesetzt. Nur Profimannschaften und deren Jugendmannschaften sind im Moment dazu berechtigt, normal zu trainieren. Wie die Landesregierung den tausenden Buben und Mädchen in den vielen Amateursportvereinen aber erklären will, warum es verboten ist unter freiem Himmel Fußball zu spielen, während Hallensportarten wie Handball, Schwimmen und Eishockey erlaubt sind, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Gerade die Tatsache, dass es den FußballerInnen verboten ist, an der frischen Luft ihrem liebsten Hobby nachzugehen, wo doch jede/r mittlerweile weiß, dass die Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus in geschlossenen Räumen um einiges höher ist, als unter freiem Himmel, setzt der unterschiedlichen Handhabe diesbezüglich die Krone auf. Wie sollen wir unseren Kindern erklären, dass Handball oder Eishockey, beides genauso Mannschafts- und Kontaktsportarten, erlaubt sind, während Fußball weiterhin und auf nicht absehbare Zeit verboten bleibt? Es wäre schon hilfreich, wenn zumindest Individualtraining wie im restlichen Staatsgebiet möglich wäre, aber auch diesbezüglich gibt es aus der Politik im Moment keinerlei positive Signale.

Südtirols Vereine wollen eine Anpassung an die staatsweiten Regelungen erreichen.

Aus diesem Grund haben sich einige der größten und bekanntesten Amateurfußballvereine aus der Ober- und Landesliga zusammengetan, um auf diese Ungerechtigkeit und diesen Missstand aufmerksam zu machen. Außerdem spricht unsere Landesregierung immer wieder vom Südtiroler Sonderweg. Aber von diesem Sonderweg ist zumindest im Bereich Fußball nichts zu spüren. Während in allen anderen Regionen Italiens, Individualtraining erlaubt ist, gelten hierzulande die striktesten Regelungen überhaupt. Dem Verband scheinen im Moment auch die Hände gebunden und so war es für uns nur logisch, nun diesen Schritt zu machen und öffentlich auf die Problematik hinzuweisen. Die Vorstände unserer Klubs und die vielen tausenden eingeschriebenen Mitglieder fordern die Landesregierung deshalb dazu auf, diese Regelung schnellstmöglich zu überdenken, und auch den FußballerInnen zwischen Brenner und Salurn endlich wieder die Möglichkeit zu geben, ihrem Lieblingssport nachgehen zu dürfen!

Gezeichnet: FC Obermais, SC St. Georgen, SSV Brixen, SV Lana, SV Stegen, SSV Bruneck, SV Partschins, SV Ahrntal, FC Terlan, FC St. Martin Moos, FC Eppan, SSV Naturns, SSV Weinstraße Süd, SV Milland, SC Passeier, SV Latsch, SV Freienfeld, SV Natz, Auswahl Ridnauntal, Voran Leifers, SC Schenna, AV Albeins, SV Riffian Kuens

Autor: cst

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