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Außenverteidiger mit Torinstinkt: Edoardo Ghiotti. © S. Frötscher

Dieser 18-Jährige ist die Entdeckung der Oberliga-Saison

Die Mini-Oberliga neigt sich dem Ende zu. Noch stehen zwei Spiele aus, dann ist klar, wer in die Serie D aufsteigt. Mit Levico und Obermais haben noch zwei Teams die Chance auf den Titel. Wer die Entdeckung dieser Meisterschaft ist, steht indes schon jetzt fest.

Mit Jonas Clementi hat Obermais' treffsicherster Stürmer der abgebrochenen Hinrunde auf den Oberliga-Restart verzichtet. Dass in seine Fußstapfen ausgerechnet ein 18-jähriger Außenverteidiger tritt, klingt kurios, ist aber so. Edoardo Ghiotti heißt der junge Mann, der beim blau-weißen Überraschungsklub in der Fünferkette den linken Flügel beackert und mit vier Treffern bisher der Top-Torjäger seines Teams ist.


Am Mittwoch beim 3:1-Sieg über Stegen hat Ghiotti wieder einmal zugeschlagen. Auf der linken Seite ging er ins Eins-gegen-Eins-Duell, zog nach innen und bugsierte die Kugel mit seinem (eigentlich schwächeren) rechten Fuß per Schlenzer ins lange Eck. Es war das 1:0 und der Dosenöffner für den Obermaiser Sieg, dank dem die Meraner immer noch vom Aufstieg träumen dürfen – und das, obwohl mit Jonas Clementi, Cristian Parise, Fabian Tratter, Lukas Obkircher, Bernardo Ceravolo (sie haben auf den Restart verzichtet) und zuletzt auch Claus Drescher (verletzt) zahlreiche Stützen fehlen.

Eine ungewohnte Position
„Wir haben eine tolle Gruppe“, meint Edoardo Ghiotti. „Uns macht niemand einen Druck, wir können befreit aufspielen. Deswegen ist es uns meiner Meinung nach auch gelungen, so viele Spiele zu gewinnen.“ Ob das auch für seine eigene, starke Form gilt? „Ich spiele unbeschwert und versuche immer das Beste aus mir rauszuholen“, meint der Oberschüler, der erst im Dezember seinen 19. Geburtstag feiert.

„Wir haben eine tolle Gruppe“, meint Edoardo Ghiotti (3. von links). © D. Laner


Ghiotti bestreitet heuer seine erste Saison in einer Kampfmannschaft. „Zuvor war ich ein Jahr lang beim FC Südtirol in der Berretti-Mannschaft, aufgewachsen bin ich bei Olimpia Meran“, erklärt der Linksfuß, der eigentlich gar kein Außenverteidiger ist. „In meiner Jugend habe ich immer im Sturm, zuletzt auch viel im Mittelfeld oder auf der Spielmacherposition gespielt. Erst Luca Lomi hat mich auf diese Flügelposition gesetzt. Mir gefällt es aber sehr gut.“ Sein Torinstinkt kommt jedenfalls nicht von ungefähr. „Früher, in der Jugend, habe ich immer viele Tore geschossen“, sagt Ghiotti mit einem Schmunzler.
Gosens-Bewunderer und Genoa-Fan
Mit seinen Treffern hat der 18-jährige Linksfuß den Obermaisern schon einige Punkte beschert, beispielsweise gegen Gardolo (Tor zum 2:1-Endstand) oder St. Georgen (entscheidendes 1:0 per Freistoß). Auch als Vorlagengeber trat Ghiotti mehrmals in Erscheinung.

„Wir müssen niemandem etwas beweisen.“
Edoardo Ghiotti

„Mein Idol“, erklärt der junge Meraner, „ist Lionel Messi. Auf der Position, auf der ich spiele, gefällt mir Robin Gosens sehr gut. Er macht auf seiner Seite viel Druck und schießt Tore.“ Sein Herz schlägt aber weder für Barcelona noch für Atalanta: „Ich bin Genoa-Fan. Einige meiner Verwandten kommen von dort, mein Vater und mein Onkel waren schon immer Fan von diesem Verein und deshalb bin ich es auch.“

Für Obermais stehen nun zwei entscheidende Spiele an. Am Sonntag geht es gegen St. Georgen, das seit Mittwoch keine Chance mehr auf den Aufstieg hat. Und eine Woche später steht das Duell mit Spitzenreiter Levico an, das unter Umständen zur ultimativen Aufstiegsentscheidung werden könnte. Zurzeit liegen die Meraner nämlich nur zwei Zähler hinter den Kickern aus dem Kurort im Trentino. Ghiotti macht das aber nicht nervös. „Wir müssen niemandem etwas beweisen, sondern können frei aufspielen – so, wie wir es bisher immer gemacht haben.“ Der Traum von der Serie D lebt jedenfalls immer noch.

Schlagwörter: Fussball

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