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„Aufgeben gibt es nicht“: Naturns-Trainer Harald Kiem gibt die Marschroute für die Rückrunde vor. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

Kampfansage von Kiem: „Naturns wird sein Gesicht wahren“

Sieben Punkte, acht Tore: Die Naturnser Hinrunden-Bilanz gleichen einem Schreckensszenario. Harald Kiem glaubt trotzdem daran, dass das Ruder noch herumgerissen werden kann, denn aufgeben will der Trainer „nur die Post“.

Würde es Wettqouten auf Oberliga-Absteiger geben, könnte man mit dem Tipp Naturns kein Geld verdienen. Die Untervinschger sind mit nur sieben Punkten abgeschlagener Tabellenvorletzter. Hinzu kommt der schwächste Sturm und die zweitschlechteste Abwehr der Liga. Kurzum: Es gibt wenig, das für einen Nicht-Abstieg von Naturns spricht. Und trotzdem hat Trainer Harald Kiem eine neue Aufbruchsstimmung ausgemacht. Wie der Klassenerhalt gelingen soll und wie die Neuzugänge um Rückkehrer Peter Mair der Mannschaft helfen, hat uns er uns mit ehrlichen Worten vor dem Rückrunden-Start im großen SportNews -Interview erzählt.


Herr Kiem, die Lage bei Naturns scheint aussichtlos. Was spricht noch für den Klassenerhalt?

Es ist eine ganz, ganz schwierige Situation hier in Naturns. Wir wissen, dass nicht mehr viele an uns glauben, auch im Dorf nicht. Mathematisch haben wir noch Chancen und aufgegeben wird sowieso nie, dafür bin ich einfach nicht der Typ. Man muss immer sein Gesicht wahren, aber ob es für den Klassenerhalt reicht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.


Der Verein hat im Winter reagiert und neue Spieler geholt. Reichen diese Neuzugänge aus?

Wir waren uns alle einig, dass die Rückrunde einen Sinn ergeben muss. Deshalb hat der Verein neue Spieler kontaktiert. Nach der Vorbereitung kann ich sagen, dass uns die drei Neuen sofort einen Qualitätsschub gegeben haben. Es ist lobenswert, dass sich die Neuzugänge der schweren Aufgabe in Naturns stellen und nicht den einfacheren Weg bei einem anderen Verein gesucht haben. Jeder weiß, dass wir neue Spieler gebraucht haben.


Peter Mair, Matteo Tulipano oder Francesco Lazzari: Welcher Neuzugang kann am meisten helfen?

Ich möchte hier keinen herauspicken, denn jeder hilft uns mit seinen Qualitäten weiter. Tulipano gibt uns mit seiner Erfahrung viel defensiven Halt, Mair hält die Bälle gut und kann die Mannschaft entlasten. Und Lazzari ist ein sehr schneller, positiver Spieler. Vor allem Mair und Tulipano haben Führungsrollen übernommen und die Mannschaft nimmt das gut an. Sie sprechen viel und geben konstruktive Tipps. Das ist sehr wichtig, denn ein Trainer kann immer nur von außen einwirken. Auf dem Feld müssen das die Spieler selbst machen, ein Punkt der uns mit Sicherheit gefehlt hat.

„Ich muss sagen, dass wir in der Hinrunde nicht immer konkurrenzfähig waren. Dafür bin ich verantwortlich.“
Harald Kiem


Wie ist die Vorbereitung verlaufen?

Im Grunde recht ordentlich. Wir haben am 3. Jänner mit dem Training begonnen, zusätzlich ein Trainingslager in Veronello abgehalten. Es gab kaum Verletzungen und positive Testspiel-Resultate. Die spielerischen Leistungen waren zwar eher durchwachsen, aber das hängt auch mit den „schweren“ Beinen zusammen.


Ihre Mannschaft hat bisher nur acht Tore erzielt. Wie soll dieses Problem gelöst werden?

Die Bilanz ist natürlich sehr negativ. Dafür bin ich verantwortlich, denn ich stelle die Mannschaft auf und versuche sie so gut wie möglich vorzubereiten. Leider muss man sagen, dass wir teilweise nicht konkurrenzfähig waren. Wir haben im Winter viel probiert und gut trainiert. Aber wir müssen uns in allen Mannschaftsteilen steigern. In erster Linie, wollen wir das Defensivverhalten besser organisieren.


Wie motiviert man als Trainer eine Mannschaft, die eine derart schlechte Hinrunde hinter sich hat?

Es ist meine Aufgabe, dass die Spieler den Kopf nicht hängen lassen. Der Trainer muss die Euphorie hochhalten, auch wenn ich mich selbst manchmal überwinden muss. Es ist nicht aussichtslos, aber wir dürfen nicht zu viel auf die Tabelle schauen.
„Das Trainergeschäft kommt mir manchmal vor, als wäre es eine andere Sportart.“
Harald Kiem


Klingt nach einer schwierigen Situation für einen Trainer…

Das Trainergeschäft ist sehr schwierig. Ganz ehrlich: Manchmal kommt es mir so vor, als wäre es eine andere Sportart als Fußball. Aber wir sind keine kleinen Kinder und ich sehe aktuell eine gewisse Aufbruchsstimmung. Jetzt muss ich das Team pushen, so lange es irgendwie geht.


Zum Auftakt wartet am Sonntag der FC St. Pauls. Wie schwierig wird das?

Also einfach wird für uns sowieso gar nichts. St. Pauls ist ein sehr schwerer Gegner zum Auftakt, dazu kommt der spezielle Kunstrasenplatz, den sie gewohnt sind. St. Pauls hat einen sehr guten Trainer und mit Jonas Clementi einen der besten Stürmer der Liga. Um eine Chance zu haben, müssen wir ihre Fähigkeiten limitieren und selbst eiskalt zuschlagen.


Am Ende hängt es auch von den Serie-D-Teams ab, wie viele Oberligisten absteigen. Schielen Sie manchmal auf die Serie-D-Tabelle?

Für uns ist jedes Rückrundenspiel ein Endspiel. Es gibt viele Beispiele aus der Vergangenheit die zeigen, dass es möglich ist, sich zu retten. Natürlich schaue ich manchmal auf die Serie D und hoffe, dass alle vier Teams (Virtus Bozen, St. Georgen, Levico und Trient; Anm. der Red.) oben bleiben. So würden in allen Südtiroler Ligen weniger Mannschaften absteigen und die jungen Spieler im Land hätten künftig eine Chance, sich zwischen Amateur- und Profifußball zu etablieren. Es wäre gut für die ganze Region.


Interview: Christian Staffler

Die Tabelle

SPGUVTVP
1. Lavis15103228:1333
2. Dro1594230:1031
3. Rotaliana1593326:2130
4. SSV Brixen1592435:2129
5. Obermais1582528:2226
6. St. Martin Moos1574420:1425
7. Tramin1573529:2224
8. Vipo Trient1558226:1523
9. Lana1572629:3123
10. St. Pauls1556422:1621
11. Arco 18951554621:2019
12. Comano1552822:2917
13. Calciochiese1533919:2912
14. Anaune1525816:2711
15. Naturns1514108:347
16. Eppan1501148:431


Autor: cst

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