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Stegen (in weiß-blau) und Levico (dunkelblau) fiebern dem Restart entgegen: Wann wird es soweit sein? © David Laner

Restart wackelt: Müssen Südtirols Oberligisten nach Venetien?

Die spielwilligen Mannschaften haben sich gemeldet, der Modus wurde bestimmt und das Restart-Datum fixiert. Kurzum: In Südtirol war alles bereit, um die Oberliga-Saison 2020/21 durchzubringen. Doch ein Brief von Italiens Fußball-Chef sorgt nun für Chaos – und könnte zur Folge haben, dass auch im regionalen Fußballoberhaus hierzulande gar nicht mehr gespielt wird. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten.

Eigentlich hätten die sieben Oberligisten, die sich für den Restart gemeldet haben (St. Georgen, Obermais, Stegen, Vipo Trient, Levico, Gardolo und Lavis), dieser Tage mit dem Training beginnen sollen, um am 18. April in die Mini-Meisterschaft zu starten. Doch der Wiederbeginn wird sich verzögern. Aktuell ist nicht klar, ob überhaupt wieder gespielt wird. „Das einzige, was zurzeit sicher ist, ist, dass nichts sicher ist“, sagt Südtirols Verbandspräsident Klaus Schuster am Dienstagvormittag.


Grund dafür ist ein Brief von Gabriele Gravina, dem Präsidenten des italienischen Fußballverbandes. In einem Schreiben an Cosimo Sibilla, der seinerseits dem nationalen Amateurligaverband vorsteht, zählt Italiens Fußball-Boss die Bedingungen für den Wiederbeginn der Oberliga auf. Der für Südtirol entscheidende Punkt: „Das Aufstiegsrecht in die nächsthöhere Liga (Serie D, Anm. d. Red.) erhält nur derjenige, der in einer Meisterschaft mit mindestens 10 Mannschaften spielt.“ In Südtirol sind zurzeit sieben Teams, die sich am Restart beteiligen wollen und deshalb drei zu wenig, um einen Serie-D-Aufsteiger zu küren.

Holt man sich „Verstärkung“ aus Venetien?
„Es gibt also viele Fragezeichen“, meint Schuster, der zurzeit mit dem Trientner Komitee alle Optionen auslotet, um die Oberliga hierzulande doch noch irgendwie über die Bühne zu bringen. „Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten, die wir prüfen. Eine davon wäre, dass wir eine Sondergenehmigung bekommen. Diese wurde bereits Sardinien zugesprochen, dort darf nämlich mit acht Mannschaften gespielt werden. Eine Alternative wäre, mit anderen Regionen zusammenzuspielen.“

Luca Lomi (links) will mit Obermais die Meisterschaft wieder aufnehmen.


Wie das aussehen soll? „Wir sind zurzeit mit Venetien in Kontakt. Es gibt die Option, dass zwei oder drei Mannschaften von unten bei unserer Meisterschaft mitspielen. Eine andere Möglichkeit wäre folgende: In Venetien wollen sich aktuell 16 Mannschaften am Restart beteiligen. Man könnte unten also zwei 8er-Kreise machen, wir spielen hier unseren 7er-Kreis – und danach werden die Aufsteiger in Entscheidungsspielen ermittelt. Das wäre die einfachste und unkomplizierteste Lösung“, so Schuster.
Spieler dürfen wechseln
Gravina hat in seinem Brief noch eine andere Sache beschlossen: Spieler, die bei jenen Mannschaften unter Vertag stehen, die sich nicht am Restart beteiligen, dürfen nun problemlos zu jenen Klubs wechseln, die spielen. „Das musste ich erst einmal sacken lassen. Bei der Sitzung des Nationalen Amateurligaverbandes hatten wir einstimmig beschlossen, dass dieser Punkt gestrichen wird. Doch die FIGC hat ihn jetzt noch einmal reingetan. Und was Gravina hier in seinem Brief schreibt, ist Gesetz.“

Wie es jetzt weitergeht? „Wir müssen bis zum Mittwoch um 15 Uhr einen neuen Vorschlag nach Rom schicken. Danach wird man sehen, wie das alles weitergeht“, so Schuster, der zähneknirschend anfügt: „Dass im letzten Moment alles anders ist, ist nicht unbedingt fein.“


Autor: det

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