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Stefano Sonn ist seit zwei Jahren Trainer von Ritten.

Rittens Befreiungsschlag: „Verlieren das Ziel nicht aus den Augen“

SportNews wird fortan jeden Mittwoch das Geschehen in den beiden Kreisen der 1. Amateurliga beleuchten – und das in Form einer Interviewserie, in der wir unterschiedlichste Protagonisten auserwählen und bis zum Saisonende reihum zu Wort kommen lassen. Heute an der Reihe: Stefano Sonn, dem mit Ritten ein besonderer Befreiungsschlag gelang.

Ganze 12 Spiele dauerte die Durststrecke von Ritten in der 1. Amateurliga – das ist fast eine ganze Hinrunde. In der Saison 2019/20 konnten die letzten 4 Spiele nicht gewonnen werden. In der abgebrochenen Spielzeit 2020/21, erstmals mit Stefano Sonn an der Seitenlinie, gab es in den 7 Spielen keinen „Dreier“. Auch der Start in die heurige Saison vor heimischem Publikum ging mit einer 0:4-Niederlage gegen Salurn gehörig daneben. Dann die Erlösung am vergangenen Samstag, als die Fußballer vom Hochplateau in Gargazon einen 2:0-Sieg feiern konnte.


Trainer Stefano Sonn gibt Einblicke, wie die Gefühlslage nach dem Sieg in Gargazon war, was sich im Kader heuer verändert hat und welches Ziel die Fußballverantwortlichen am Ritten langfristig verfolgen.


Wie groß war die Erleichterung nach dem 2:0-Sieg in Gargazon?

„Die Freude war groß, sowohl bei mir, als auch bei der Mannschaft. Wir haben in der Vorbereitung gut und viel trainiert. Nach der Niederlage gegen Salurn waren wir noch mehr motiviert, denn wir wollten endlich wieder einmal ein Spiel gewinnen. Die ganzen Mühen und Strapazen der Vorbereitung wollten wir in einen Sieg umwandeln. Wir waren vor dem Spiel der Meinung, dass irgendwann der ganze Trainingsaufwand im Spiel zurückbezahlt werden muss. Gegen Salurn zeigten wir 60 Minuten lang ebenfalls guten Fußball, dann haben wir durch 2 individuelle Fehler 2 Gegentreffer kurz hintereinander kassiert.“


Kann man das Spiel in Gargazon als eine Wende bezeichnen?

„Ich hoffe, aber es wird natürlich auch heuer schwer im Kampf gegen den Abstieg. Die Medien haben uns als Abstiegskandidaten deklariert. Wir werden natürlich dagegen ankämpfen und alles versuchen, um die Liga zu halten.“

Ritten (in weiß) kämpft heuer gegen den Abstieg. © M. Dorn



Die Mannschaft besteht aus einer ganzen Reihe von jungen Spielern, vor allem der Jahrgänge 2003 und 2004. Sind diese Spieler die Zukunft von Ritten, die dann in einigen Jahren Höheres anstreben?

„Der Verein macht seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit. Diese muss früher oder später auch Früchte tragen. Das mittelfristige Ziel des Vereins ist es, so viele junge Spieler als möglich in der 1. Mannschaft einzubauen. Diese Idee ist nicht aus einer Not, sondern aus voller Überzeugung entstanden. Der Verein übt auch keinen Druck aus, wenn es resultatsmäßig nicht so läuft wie gewünscht. Der Klassenerhalt ist auch nicht das einzige Ziel. Klarerweise ist es nie fein, wenn man absteigt, aber durch einen Abstieg würde man nicht das vorgegebene Ziel aus den Augen verlieren.“

Und das wäre?

„Ich habe heuer 10 Spieler der Jahrgänge 2003 und 2004. Diese gilt es in die 1. Mannschaft einzubauen. Einige sind schon so weit, dass sie zur Stammmannschaft gehören, einige brauchen noch Training und Zeit, bis sie so weit sind. Meine Aufgabe ist es aber auch, die Spieler, für die es noch nicht ganz reicht für die 1. Amateurliga, an dieses Niveau heranzuführen. Die jungen Spieler, die zurzeit spielen, haben auch die Qualität für die 1. Amateurliga. Diese spielen nicht nur, weil sie jung sind.“
„Wenn ich nicht vom Konzept und der notwendigen Qualität der Rittner Spieler überzeugt wäre, dann hätte ich auch nicht für diese Saison verlängert.“ Stefano Sonn, Trainer von Ritten

In der letzten Saison mit nur 7 Spielen gab es keinen Sieg, kommen da Zweifel auf?

„Ich habe die Mannschaft im vorigen Jahr neu übernommen und musste sie erst kennen lernen. Zu Beginn hatten wir auch mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen. Auch wenn wir bis zum Abbruch keinen Sieg feiern konnten, war ich überzeugt, dass man den Klassenerhalt schaffen kann, denn die dafür notwenige Qualität war vorhanden. Wenn ich nicht vom Konzept und der notwendigen Qualität der Rittner Spieler überzeugt wäre, dann hätte ich auch nicht für diese Saison verlängert.“


Was ist heuer anders als in der letztjährigen Saison?

„Es gab im Kader schon einige Änderungen. Einige verdiente Spieler haben die Schuhe an den Nagel gehängt, einige auswärtige Spieler wurden mit neuen Spielern ausgetauscht. Ich würde behaupten, dass der Kader heuer mehr Qualität hat und das vor allem in der Breite. Auch wenn mir an einem Spieltag 3 bis 4 Spieler ausfallen, kann ich diese gleichwertig ersetzen.“


Wie wird Ritten am Ende der Saison dastehen?

„Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen können, wenngleich es schwierig werden wird.“
Zur Person


Stefano Sonn geht als Trainer mit Ritten in die 2. Saison. Vorher stand er bei Kaltern für 6 Jahre (in der 7. Saison verließ er den Verein im Oktober vorzeitig) an der Seitenlinie. 1 Jahr als Spielertrainer, dann nur mehr als Trainer, schaffte er mit den Überetschern den Aufstieg von der 2. Amateurliga in die 1. Amateurliga und von dort in die Landesliga. Den sofortigen Abstieg aus der Landesliga konnte er aber nicht verhindern. Als Spieler war Sonn bei Weinstraße Süd, Neumarkt und Montan aktiv.

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