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Schlanders-Goalie Hannes Wellenzohn durchlebte eine Achterbahn der Gefühle. © M. Dorn

RÜCKPASS | Wie gewonnen, so zerronnen

In Ulten sorgen zwei Torhüterbrüder aus Schlanders für Aufsehen. Hat nachgeforscht: Der SportNews-Rückpass.

TATORT 1. Amateurliga: Ein gebrauchter Tag
Manchmal gibt es sie eben: Diese Sonntagnachmittage, die einem hätten erspart bleiben können. Wir wetten, dass sich auch der eine oder andere Schlanders-Akteur am vergangenen Wochenende so gefühlt haben dürfte. Im anderthalb Stunden entfernten St. Walburg im Ultental gab es für den Drittletzten des A-Kreises bei der 0:2-Niederlage nichts zu holen – und das, obwohl zwei Torhüter eine besondere Geschichte schrieben.


Dass es nicht der Tag von Schlanders werden würde, zeichnete sich schon nach 29 Minuten ab: Der junge Schlussmann Rudi Wellenzohn brachte seinen Gegner Manuel Laimer im Strafraum zu Fall. Obwohl die Dreifachbestrafung eigentlich abgeschafft wurde, musste Rudi mit Rot vom Feld. Umstrittener Platzverweis, Elfmeter gegen sich plus eine Stunde in Unterzahl – für so eine kalte Dusche muss man in Schlanders normalerweise vier Monate keine Miete zahlen.

Blondinen im Horrorfilm
Aber: Es gibt ja noch einen Torhüter, der ebenfalls den Namen Wellenzohn trägt. Hannes, der ältere Bruder von Rudi und – wenn nicht verletzt – die Nummer 1 im Schlanders-Tor, wurde also sofort eingewechselt und stellte sich dem Ultner Schützen Gianvito De Meo gegenüber. Ob es dann das Adrenalin, Glück oder einfach nur sein richtiger Riecher war – das weiß man nicht, ist auch egal. Jedenfalls machte es Wellenzohn im Stile eines pfiffigen Schulkinds beim Versteckenspielen und erriet die richtige Ecke. Der Elfmeter, er war entschärft. Die Freude von Schlanders wurde aber schnell getrübt: Weil Ultens Manuel Laimer anschließend schneller draufging als sonst nur die hübschen Blondinen in Horrorfilmen, kam er als erster an den Ball und versenkte den Nachschuss im Netz.

1:0 für Ulten, das übrigens ausgerechnet jener Akteur erzielte, der eigentlich nicht hätte in der Startelf stehen sollen. Laimer lief nämlich nur auf, weil sich Simon Breitenberger vor dem Spiel nicht gut gefühlt hatte. Dass er danach den Elfmeter rausholte und den Nachschuss ins Netz bugsierte, rundet die spezielle Geschichte ab. Für Schlanders hieß es dagegen: Wie gewonnen, so zerronnen.

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In der Rückpass-Rubrik arbeitet die SportNews-Redaktion jede Woche besondere und kuriose Ereignisse im Südtiroler Amateurfußball mit etwas Witz und Heiterkeit auf.

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