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Landesliga ist passè: Auf dem Sportplatz in Salurn wird nächstes Jahr Fußball aus der 1. Amateurliga geboten. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

Salurn: Der Oberliga-Dino will neu durchstarten

39 Saisonen, so viele wie kein zweiter Verein aus Trentino-Südtirol, hat Salurn in der Oberliga verbracht. Jetzt steigen die Unterlandler in die 1. Amateurliga ab. Dort soll ein radikaler Neuanfang her.

Für Fußball-Nostalgiker ist der Blick auf die Landesliga-Tabelle ein trauriger: Salurn abgeschlagen am Tabellenende, der Abstieg in die 1. Amateurliga steht auch mathematisch bereits fest. Dabei zählt der 1969 gegründete Verein, der heuer sein 50-jähriges Bestehen feiert, zu den Traditionsklubs in Südtirol. 39 Jahre lang spielte Salurn in der Oberliga. Das sind mit großem Abstand die meisten Jahre, die ein Klub in der höchsten regionalen Spielklasse verbracht hat. Zum Vergleich: Dahinter kommt Tramin, das gerade die 29. Oberliga-Saison hinter sich gebracht hat. In der 1. Amateurliga hat Salurn seit 1974, also seit 45 Jahren, nicht mehr gespielt.

Neustart in der 1. Amateurliga

Aufgeben will man in Salurn aber nicht – im Gegenteil. Der Verein hat sich neu aufgestellt, viele Gesichter sind zum ersten Mal im Vereinsvorstand vertreten. Sie wollen Neues aufbauen – und wenn möglich eine zweite goldene Ära des Vereins einleiten. „Wir wollen dahin zurück, wo wir herkommen“, gibt sich Sportdirektor Willy Calliari kämpferisch. Er betont aber auch: „Wir werden sehen, wie lange das dauert. Ob wir jetzt ein, zwei oder drei Jahre in der 1. Amateurliga verbringen, ist für uns nicht ausschlaggebend.“
„Viele denken, dass Salurn aufgegeben wurde – das Gegenteil ist der Fall.“
Willy Calliari

Schon ausschlaggebend ist hingegen die Tatsache, dass Salurn nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich angeschlagen ist – oder zumindest war. Calliari legt deshalb besonderen Wert darauf, dass der Verein einer gesunden und nachhaltigen Zukunft entgegenblickt: „Mit Bescheidenheit und klaren Ideen, so werden wir den Neustart angehen. Viele denken und reden darüber, dass Salurn aufgegeben wurde. Aber das Gegenteil ist der Fall, immerhin haben wir eine Geschichte zu retten.“

Alte goldene Zeiten: Salurn gegen St. Pauls in der Oberliga (2014). © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

Ein wichtiges Kapitel ist der Jugendsektor, den Salurn in den letzten Monaten komplett neu aufgestellt hat. Qualifizierte Jugendtrainer und durchdachte Arbeit im Nachwuchsbereich sollen künftig wieder eigene Talente aus dem Dorf in die Kampfmannschaft spülen. So wird künftig mit La Rovere (die Trentiner sind am Wochenende in die 1. Amateurliga aufgestiegen) zusammengearbeitet.

Klare Ideen: Einheimischer Kader, gezielte Transfers

Der Abstieg aus der Landesliga sei zwar schmerzhaft, aber auch vorhersehbar gewesen, so Calliari. Jetzt soll erneuert werden, danach will Salurn in der 1. Amateurliga durchstarten: „Unser Ziel ist es, dass wir von Anfang an so gut wie möglich dabei sind.“ Der Kader der Salurner soll zu einem Großteil aus einheimischen Spielern bestehen. Zwar wird man auch auf dem Transfermarkt aktiv werden, doch nur um die Mannschaft punktuell zu verstärken: „Auf einigen Positionen, vor allem auf den zentralen Positionen, werden wir den Kader gezielt verstärken.“

Das ist das Rezept, mit dem im südlichsten Fußballdorf von Südtirol wieder bessere Zeiten anbrechen sollen. Immerhin will man lieber früher als später zurück in die Oberliga und an die alten, guten Zeiten anschließen.

Autor: cst

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