a Amateurligen

Werner Seeber ist der neue Sportdirektor von St. Georgen. © Stefano Sartore

St. Georgen | Eine immer bedeutendere Adresse

In ihrer neuen Serie stellt die SportNews-Redaktion die Südtiroler Oberliga-Klubs vor – und beleuchtet dabei immer eine besondere Personalie. Den Auftakt machen der ASC St. Georgen und sein neuer Sportdirektor Werner Seeber, der für den heimischen Fußball ein absolutes Luxusgut darstellt.

So etwas gibt es auch nur in Italien: St. Georgen weiß 3 Wochen vor Saisonstart immer noch nicht genau, in welcher Liga man die kommende Spielzeit bestreiten wird. Offiziell sind die Jergina noch im Oberliga-Topf drin. Weil die Pusterer aber auch in der Warteschleife der Serie D stehen und mit einer endgültigen Entscheidung erst Anfang September zu rechnen ist, ist auch der Aufstieg in die vierthöchste Liga noch nicht ganz vom Tisch – auch, wenn die Chancen dafür nicht sehr hoch sind. Im italienischen Fußball, das zeigte die Vergangenheit immer wieder, ist aber nichts unmöglich.

Eine Entscheidung für die Heimat
Ob der Sprung in die Viertklassigkeit heuer gelingt oder nicht – fest steht, dass St. Georgen auf längerer Sicht dort hinschielt. Das wird auch mit einer namhaften Verpflichtung deutlich: Kein Geringerer als Werner Seeber wird künftig die sportlichen Geschicke der Jergina leiten. „Ich bin viele Jahre in ganz Italien unterwegs gewesen. Jetzt möchte ich näher bei meiner Familie sein und sehe in St. Georgen ein passendes Projekt für mich“, so der 53-jährige Brixner.

Für St. Georgen ist das ein absoluter Glücksgriff. Seeber hat sich in der Vergangenheit als Sportdirektor bei Profi-Klubs in ganz Italien einen Namen gemacht. Nach seiner Fußballkarriere (Seeber war als beinharter Innenverteidiger bekannt) wechselte er bald ins Management des FC Südtirol, den er bis in die Serie C2 führte und einige Jahre später finanziell wieder auf gesunde Beine stellte. Ansonsten arbeitete Seeber bei diversen Vereinen in der Serie B und der Serie C als Sportdirektor und Manager. Klar, dass der Brixner nach über 20 Jahren Profi-Fußball einiges an Erfahrung aufweisen kann.

Seeber war sowohl Sportdirektor als auch Präsident beim FC Südtirol. © Max Pattis


Als sein Vertrag beim Drittligisten Virtus Bassano (dieser Klub gehört dem Diesel-Chef Renzo Rossi) 2019 ausgelaufen war, machte sich Seeber einige Grundsatz-Gedanken. Er kam zum Schluss, näher bei seiner Familie in Brixen sein zu wollen. Da bot es sich an, eine Rolle bei einem der ambitioniertesten Amateurklubs Südtirol anzunehmen. „Ich wusste, dass ich früher oder später nach Südtirol zurückkehren werde. Jetzt ist es so gekommen. Ich möchte hier etwas für den Fußball tun und meine Erfahrung einbringen“, erklärt Seeber.
Ein Sommer mit vielen Unbekannten
Allerdings ist sein erstes Jahr in St. Georgen gleich ein ungewöhnliches: Weil sich durch Corona alles verzögert hat, weiß St. Georgen heute immer noch nicht, in welcher Liga man spielen wird. „Wir müssen unseren Kader also so ausrichten, dass er sowohl für die Serie D als auch für die Oberliga konkurrenzfähig wäre“, weiß der neue Sportdirektor, der klarstellt: „Ich denke, dass wir in der Oberliga bleiben werden. Eine endgültige Entscheidung darüber wird aber erst Anfang September fallen, wahrscheinlich sogar erst nach dem ersten Spieltag der Oberliga. Levico (will auch in die Serie D, Anm. d. Red.) hat beim Verband schon angefragt, das erste Spiel zu verschieben. Wir müssen noch beraten, ob auch wir diese Anfrage machen.“

Michael Cia wird nicht mehr dabei sein: Er wechselte zu Virtus Bozen. © Perathoner


Klar ist, dass St. Georgens Kader einen Umbruch erlebt hat. Langjährige Stützen wie Benjamin Althuber, Alessio Orfanello oder Michael Cia sind nicht mehr dabei, auch hinter Roland Harrasser steht ein Fragezeichen. „Solche Abgänge sind sicherlich nicht einfach zu verkraften“, so Seeber, der mit Andreas Priller (Brixen), Manuel Sullmann (Milland) und Dennis Kerrniqi (Ex-Ahrntal) aber auch durchaus interessante Spieler verpflichten konnte. Sollte St. Georgen in der Oberliga bleiben, ist das Ziel, vorne mitzuspielen – auch wenn der Aufstieg in die Serie D zunächst nicht die größte Priorität genießt. „Für mich war die Kategorie nicht ausschlaggebend, dass ich hierherkomme. Ich will mit den einheimischen Spielern etwas aufbauen – das ist mein Ziel“, so der Sportdirektor.
St. Georgen – die bisherige Transferaktivität
Zugänge: Andreas Priller (SSV Brixen), Manuel Sullmann (Milland), Dennis Kerrniqi (Thal Assling / 5. Liga Österreich), Elias Gasser (Auswahl Ridnauntal), Samuel Arras, Luca Lorenzi, Peter Ferdigg (eigene Jugend)

Abgänge: Michael Cia (Virtus Bozen), Alessio Orfanello (Bozner FC), Philipp Piffrader (Stegen), Benjamin Althuber (St. Georgen Amateure), Cedric Fofana (Terlan), Philipp Bachlechner (Bruneck), Benjamin Zulic (Pause)

Trainer: Patrizio Morini (bestätigt)

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210