a Amateurligen

Philipp Piffrader führt den ASV Stegen in die verkürzte Oberliga-Saison. © D. Runggaldier

Stegens Piffrader vor dem Re-Start: „Die Freude ist groß!“

Monatelang wurde im Amateurfußball über den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie hitzig diskutiert, in knapp zehn Tagen rollt jetzt schlussendlich wieder der Ball. Zumindest in der Oberliga. Vorab haben wir uns bei Spielern der drei verbliebenen Südtiroler Teams umgehört und ihre Meinungen und Eindrücke gesammelt. Den Anfang macht Stegens Aushängeschild Philipp Piffrader, der durchaus klare Töne trifft.


Herr Piffrader, wie groß ist die Freude, dass die Oberliga am 25. April startet - wenngleich mit weniger Mannschaften?

„Die Freude ist groß! Ich bin mir sicher, das werden schöne 12 Spiele und wir werden jedes einzelne genießen. Wir werden als Aufsteiger die Gunst der Stunde nutzen und versuchen, so viel als möglich dazuzulernen. Der Fokus in dieser reduzierten Meisterschaft richtet sich jetzt schon, voll und ganz, auf die nächste Oberliga-Saison. Unsere Ambitionen sind sicherlich nicht der Aufstieg in die Serie D, sondern so viel als möglich zu lernen.“


Wie kam es zur Entscheidung, dass der ASV Stegen an dieser verkürzten Oberliga-Meisterschaft teilnimmt?

„Am Ende haben die Verantwortlichen des Vereins entschieden. Wir Spieler sind vorher aber gefragt worden, ob wir bei einem Re-Start dabei wären. Grundsätzlich war und ist es auch kein Problem, wenn Stegen-Spieler aus welchem Grund auch immer sagen, sie wollen aktuell nicht Teil dieses Kaders sein. Ich bin der Meinung, dass der Verein richtig entschieden hat.“

Philipp Piffrader wechseolte im vergangenen Sommer von St. Georgen zurück zu Stegen.


Es gibt einige Klubs, wie Brixen, St. Pauls und Tramin, die beim Re-Start nicht dabei sind. Bringen Sie dafür Verständnis auf?

„Auf der einen Seite verstehe ich schon, dass einige Vereine und deren Spieler sich aufgrund des Restrisikos diesem nicht aussetzen wollen. Sicherlich sind die Probleme, die durch die Pandemie aufgetreten sind, groß und deshalb rückt bei einigen der Fußball verständlicherweise weit in den Hintergrund. Auf der anderen Seite gibt es Gerüchte, dass einige Oberliga-Vereine, auch wenn sie nicht an der Meisterschaft teilnehmen, mit dem Individualtraining begonnen haben. Das kann ich nicht verstehen, denn entweder man trainiert ordentlich und mit einem klaren Ziel vor Augen oder man lässt es bleiben. Das Ziel sollte eben sein, dass man an einer Meisterschaft teilnimmt und die gesteckten Ziele dort erreicht. Dem Individualtraining kann ich überhaupt nicht viel abgewinnen, denn das kann man im Fußball nur schwer einhalten. Irgendwann reicht einem das Individualtraining nicht mehr und man will spielen und wenn es nur Trainingsspiele innerhalb des Teams sind. Deshalb ist es recht schwierig, das Fußballtraining auf ein reines Individualtraining einzuschränken.“
„Wenn man schon das Training aufnimmt, dann ordentlich“
Individualtrainings sollen laut Gerüchten einige Oberliga-Vereine abhalten, die nicht an der Meisterschaft teilnehmen?

„Ich will absolut niemanden beschuldigen oder einen Verein schlecht reden, aber wenn man schon das Training aufnimmt, dann soll man ordentlich trainieren, unter Einhaltung der aktuellen Bestimmungen und den vorgesehenen Tests. Die Tests unter der Woche sind auch hilfreich für das tägliche Leben außerhalb des Fußballplatzes. Wir testen am Montag und am Donnerstag, das bedeutet, dass wir Großteils abgedeckt sind. Durch diese Tests werden wieder viele Menschen auf eine Covid-Infizierung kontrolliert und es kann in Bezug auf die Eindämmung dieses Virus nur ein positiver Beitrag sein. Bei den Individualtrainings kann es halt passieren, dass man nach dem Training sich doch zusammensetzt und vielleicht auch das eine oder andere Bier trinkt. Das wäre grundsätzlich nicht schlimm, denn es wird keine Meisterschaft gespielt. In Bezug auf die Pandemie wäre ein solches Verhalten aber nicht vorbildhaft.“


Sie und Ihre Mannschaftskollegen haben vor einigen Wochen mit der Vorbereitung begonnen. Wie schwierig war es, wieder ins Training einzusteigen oder war es sehr angenehm, weil eine Rückrundenvorbereitung ansonsten im Pustertal bei kalten Temperaturen, Schneefall und widrigen Bedingungen über die Bühne geht?

„Es war keine sehr große Umstellung und Anstrengung zu starten, denn wer ein Fußballer bzw. ein Sportler ist, der hat auch im Lockdown trainiert. Toll wäre es gewesen, wenn man im Winter mit dem vielen Schnee hätte Skifahren gehen können und jetzt bei angenehmen Temperaturen mit der Vorbereitung beginnen kann.“ (lacht)
„Wir werden im Derby alles geben“
In fast exakt einem Monat steht das Derby gegen St. Georgen auf dem Programm. Freut man sich nun noch mehr auf diesen Kräftevergleich?

„Ja, man freut sich schon, aber vor allem, weil es sich um ein Stadtderby handelt. Auf Oberliganiveau gab es dieses Derby schon lange nicht mehr, ich glaube vor rund 15 Jahren das letzte Mal. Was den Ausgang des Derbys anbelangt, muss man natürlich auch realistisch sein. St. Georgen ist eine Klasse besser als wir, aber ich kann versichern, dass wir als Stegen alles geben werden.“


Im Gegensatz zu Stegen, das diese Meisterschaft zum Lernen nutzt, verfolgt St. Georgen eine ganz andere Strategie. Es wurden einige Hochkaräter von anderen Oberligisten nach St. Georgen gelotst. Ist diese Strategie nachvollziehbar?

„Darauf eine Antwort zu geben ist schwierig. Wir in Stegen verfolgen mit dem Oberliga-Restart die Absicht, dass junge Spieler die Möglichkeit bekommen, an dieses Niveau herangeführt zu werden. Unser Ziel ist einfach, dass wir uns als ASV Stegen weiterentwickeln. Für St. Georgen ist das Ziel in die Serie D aufzusteigen. Das sieht man auch klar anhand der jüngsten Personalpolitik. Dadurch müssen dann andere Ziele, wie z.B. der Einbau von vielen Eigengewächsen dem untergeordnet werden.“



Fragen: Christian Morandell

Schlagwörter: Fussball

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210