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Zwei Mal musste der Schiedsrichter bei der Partie zwischen Arberia und Klausen die Rote Karte zücken. © shutterstock

Tumulte und Rassismus: Wilde Szenen in der 2. Amateurliga

Unschöne Szenen gibt es auch auf den Südtiroler Fußballplätzen immer wieder. Ein weiteres Kapitel wurde am Sonntag in Bozen geschrieben, wo es zwischen Arberia und Klausen in den Schlussminuten zu Tumulten und offenbar auch rassistischen Entgleisungen kam.

Im Rahmen der 2. Amateurliga (Gruppe B) trafen in der Bozner Reschenstraße die Vereine Arberia und Klausen aufeinander. Bis kurz vor Schluss verlief das Match (es endete mit 2:2) in geordneten Bahnen, wie beide Seiten betonen. „Das Spiel war nicht unfair“, sagt Klausen-Trainer Roman Prosch und sein Gegenüber, Dragomir Jurcevic, meint: „Es war ein normales Fußballspiel.“


In der 88. Minute aber gingen die Wogen hoch. Klausen-Angreifer Romeo Tbeke geriet mit einem Arberia-Spieler aneinander, der ihm kurz zuvor etwas in das Ohr geflüstert hatte. Dabei soll es sich um rassistische Beleidigungen gehandelt haben. Tbeke reagierte mit einem Rempler, wie die Eisacktaler bestätigen: „Ihm wurde nichts Schönes zugeflüstert. Er gab seinem Gegenspieler daraufhin einen Schubser, danach sind zahlreiche Arberia-Spieler – inklusive der gesamten Reservebank – auf ihn drauf gesprungen. Wir sind freilich auch eingeschritten um unseren Spieler zu beschützen.“

Romeo Tbeke hat sich in Klausen sportlich und menschlich bestens eingelebt.

Bereits zuvor soll Tbeke, der zur Pause eingewechselt wurde und nach einer Stunde sein erstes Tor für Klausen erzielte, mehrmals von Arberia-Akteuren rassistisch beleidigt worden sein. Jurcevic beschwichtigt: „Ich selbst habe nichts gehört, aber von der Trainerbank aus bekommt man nicht alles mit. Es passiert auch in höheren Ligen, dass sich die Spieler gegenseitig beleidigen und unschöne Dinge zueinander sagen.“ Der Schiedsrichter brachte die Situation mit zwei Roten Karten für die beteiligten Akteure unter Kontrolle. Jurcevic meint: „Der Klausner Spieler hat ein Foul begangen und dafür zurecht Rot gesehen. Ich denke nicht, dass sich auch mein Spieler den Platzverweis verdient hat.“
Tbeke als „bärige Geschichte im Fußball“
Während die Bozner die Szenen relativieren möchten, hat Prosch eine klare Meinung: „Solche Szenen haben nichts mit Fußball zu tun und gehören auch sonst nirgendwo hin. Das Ende dieser Partie war einfach unschön.“

Es ist zu hoffen, dass diese Episode die Erfolgsgeschichte von Tbeke nicht beeinflusst. Der junge Fußballer der Klausner ist ein großartiges Beispiel für gelungene Integration. Vor fünf Jahren kam er alleine aus Nigeria nach Südtirol. Mittlerweile ist er im Eisacktal längst heimisch, wo er wohnt und bei einem großen Duschkabinen-Hersteller arbeitet. Für den Verein Klausen steht fest: „Er ist ein toller Kerl, der sich bei uns hervorragend eingefunden hat. Das sind die bärigen Geschichten, die der Fußball schreibt.“

Schlagwörter: Fussball Amateurfußball

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