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Alessio Orfanello hat eine beachtliche Karriere hinter sich. © David Laner

Pokalheld trotz 4 Kreuzbandrissen: Der Steh-Auf-Orfanello

Wenn St. Georgen heute ab 15 Uhr eines seiner größten Spiele der Vereinsgeschichte absolviert und im nationalen Pokalfinale in Florenz auf Vigor Trani trifft, dann ist das auch der Verdienst von Alessio Orfanello. Der Stürmer schoss die „Jergina“ im Halbfinale mit einem Doppelpack ins Endspiel. Dass er überhaupt noch Fußball spielen kann, grenzt an ein Wunder.

„Ja, das war wirklich einer der schönsten Momente meiner Karriere.“ Die Freude ist aus Alessio Orfanellos Stimme auch zwei Wochen nach dem Halbfinale gegen Massa Martana herauszuhören. Der Stürmer wurde an jenem Mittwoch nach 67 Minuten beim Stand von 1:1 eingewechselt und schnürte in den letzten Minuten des Spiels einen Doppelpack, der St. Georgen schließlich den Finaleinzug bescherte. Für die „Jergina“ ein riesiges Erfolgserlebnis, für Orfanello selbst ein noch größeres: „Ich habe in meiner Karriere viele schwierige Momente durchgemacht. Durch einen solchen Doppelpack fühlt man sich dann noch mehr zur Mannschaft dazugehörig.“

Der Goldtreffer im Halbfinale: Alessio Orfanello (links) erzielt das 3:1 und schießt St. Georgen ins Finale. © David Laner

Traum von der Profikarriere platzt früh
Schwierige Momente ist das richtige Stichwort. Der Bozner Stürmer war 16 Jahre jung, spielte damals noch beim FC Südtirol und war mit der Profimannschaft im Trainingslager – da machte es im Knie plötzlich „crack“. Kreuzbandriss, 6 Monate Pause. Doch Orfanello kämpfte sich zurück, um kurz nach seiner Rückkehr den nächsten Rückschlag hinnehmen zu müssen. Dieses Mal knackte es im anderen Knie, wieder war das Kreuzband durch. „Es war zum Verrücktwerden“, erinnert sich Orfanello, der seinen Traum vom Profifußball damit endgültig begraben musste und zu St. Georgen wechselte.

Doch auch bei den „Jergina“ hielt seine Verletzungspechsträhne an. „In den sieben Jahren, die ich nun bei St. Georgen bin, habe ich nur dreieinhalb Saisonen richtig gespielt“, so der 26-Jährige. Zwei weitere Kreuzbandrisse, einer in jedem Knie, warfen ihn nämlich immer wieder zurück. „Nach der letzten schweren Knieverletzung 2015 habe ich mir gesagt: Sollte es noch einmal passieren, werde ich meine Karriere beenden.“

Orfanello spielt heuer seine siebte Saison für die „Jergina“. © David Laner


Seit dem vierten Kreuzbandriss ist Alessio von größeren Verletzungen verschont geblieben. Heuer war er bis auf einer Fußblessur, die ihn in der Hinrunde für einige Spiele zum Pausieren zwang, immer fit. „Die Knie sind stabil und auch körperlich bin ich wieder in Topform.“ Trotzdem: Dass der Stürmer noch Fußball spielt, grenzt an ein Wunder. Das weiß Orfanello selbst am besten. „Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der nach vier Kreuzbandrissen noch spielt. Doch ich liebe diesen Sport zu sehr. Einfach aufzuhören, wäre schade.“ Auch wegen Momenten wie vor zwei Wochen im Halbfinale gegen Massa Martana. Und wer weiß: Vielleicht schreibt Orfanello ja heute Nachmittag gegen Vigor Trani das nächste Kapitel seines Märchens.

Autor: det

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