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Vor dem Premier-League-Spiel zwischen Liverpool und Leeds United gab es zahlreiche Protestaktionen gegen die Super League. © APA/afp / PAUL ELLIS

„Tschüss, Fußball!“ Die Presse zerlegt die Super League

Die geplante europäische Fußball-Super-League, an der zwölf Topclubs aus Italien, Spanien und England teilnehmen wollen, hat für viel Aufsehen gesorgt. Hier liefern wir die internationalen Pressestimmen.

GROSSBRITANNIEN
The Sun: „Wer außer den Milliardären selbst denkt, dass eine bedeutungslose 'Super League' – die die Champions League, die Premier League und unsere unteren Ligen zerstören würde, ganz zu schweigen von denen in Spanien und Italien – eine gute Idee ist?“


The Telegraph: „Florentino Pérez, Andrea Agnelli und Joel Glazer sind nun als steuernde Kräfte der schlechtesten Idee in der Geschichte des europäischen Fußballs eingesetzt. Der Vorsitzende und die beiden Vize-Vorsitzenden der gerade entstandenen European Super League (ESL) führen den jüngsten Vorstoß der Zombie-Apokalypse des Fußballs auf der Suche nach frischem Fleisch an – denn selbst die letzten zwei Jahrzehnte mit gewaltigen Einnahmezuwächsen bei den Übertragungsrechten haben ihnen nie gereicht.“

The Independent: „Die European Super League ist ein grotesker Verrat am Fußball“

Auch die Arsenal-Fans zeigen ihren Unmut. © APA/afp / TOLGA AKMEN


Daily Mirror: „Diese sogenannte Super League muss nicht nur scheitern, sie muss für immer aus dem Sport verjagt werden.“
ITALIEN:
La Gazzetta dello Sport: „Stoppt sie! So lautet, von Draghi bis zur UEFA, die Aufforderung an die Rebellen.“

La Repubblica: „Der Sezessionskrieg im europäischen Fußball, ausgelöst durch eine in der Nacht eingereichte Erklärung von zwölf Abtrünnigen mit ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, markiert den endgültigen Bruch zwischen zwei Arten, diesen Sport zu leben und zu verstehen.“

Diese 12 Mannschaften wollen an der Super League teilnehmen. © ANSA / Immagine sullo sfondo tratta dal


Corriere della Sera: „Es bedurfte einer Revolution im Fußball, um eine einheitliche Reaktion aus Europa auszulösen, geschlossen in der Verurteilung einer Spaltung durch die neugeborene Super League. Gewollt ist diese von zwölf der reichsten Clubs, zum Nachteil aller anderen Mannschaften, so vieler kleiner und großer Städte, von Gemeinden und vor allem der Tradition.“
SPANIEN:
La Vanguardia: „Dass wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stehen, zeigt auch der Anstieg der Kurse der beteiligten englischen Clubs an der Wall Street und die von Juventus an der Mailänder Börse. Diese Vereine versuchen seit Jahren, einen halbgeschlossenen Wettbewerb im Stil der NBA zu schaffen, der ihnen Geld und finanzielle Stabilität garantiert.“

El Mundo: „Die Super League ist die Reaktion der großen Teams, die die meiste Aufmerksamkeit und das meiste Einkommen generieren, auf eine Situation, die sie als unfair empfinden. Sie beklagen, dass sie als diejenigen, die am meisten zu den nationalen Ligen und zur UEFA beitragen, weder im gleichen Verhältnis bezahlt werden noch an der Erstellung eines Spielplans teilnehmen. Unter der Führung von Real Madrid fördern sie jetzt eine halbgeschlossene Meisterschaft, an der derzeit zwölf Gründungsclubs – sechs britische, drei italienische und drei spanische – mit garantierter Teilnahme unabhängig von ihren sportlichen Ergebnissen.“
DEUTSCHLAND
Bild: „Tschüss, Fußball! Es war so wunderschön mit dir! ... Das ist keine Super League! Das ist eine Scheiß-Liga! Die Champions League, wie wir sie kennen, wäre Geschichte. Und die nationalen Ligen wären im Eimer... Das ist Verrat am Fußball! Verrat an allem, was wir lieben!“

Die Welt: „Als das Virus im Frühjahr 2020 auch die Fußballbranche für einige Wochen zum Erliegen brachte, da war plötzlich selbst im Fußball von mehr Demut und Zurückhaltung die Rede. Innehalten solle man, so hieß es, und darüber nachdenken, ob denn wirklich alles in die richtige Richtung läuft. Die nun veröffentlichten Pläne verdeutlichen dagegen: Die Gier nach noch mehr Geld ist größer denn je. Es geht den großen Vereinen einzig und allein um Gewinnmaximierung. Was den Fan, den Konsumenten bewegt, schert sie überhaupt nicht.“

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