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Doha bereitet sich auf die Leichtathletik-WM vor. © Facebook / Doha 2019

Absurde WM: 40 Grad, gekühltes Stadion, Marathon um Mitternacht

Temperaturen um die 40 Grad und ein Stadion, das über zehn Tage hinweg auf 26 Grad heruntergekühlt wird. Marathon und Gehen um Mitternacht. Wettkämpfe zu einer Jahreszeit, wo die Sportler eigentlich schon im Urlaub sind. Die Leichtathletik erlebt von Freitag an in Doha ihre 17. und umstrittenste Weltmeisterschaft.

Malaika Mihambo, Favoritin im Weitsprung und Studentin der Umweltwissenschaften, will über ihren ökologischen Fußabdruck während der WM im Wüstenemirat Katar lieber „nicht nachdenken, denn da gibt's keine Lösung – außer man hinterfragt das ganze Leben“. Die Titelkämpfe fallen auch noch mitten in die weltweite Debatte über den Klimawandel. Nicht nur Mihambo findet, „dass Umwelt-Aspekte bei der Vergabe mit einbezogen werden sollen“.

Die Sportstätten aus der Vogelperspektive.

Die Hitze in der 800.000-Einwohner-Stadt und bei den Straßenwettbewerben im Marathon und Gehen sind weniger das Problem als das hohe Erkältungsrisiko, wenn sich die Athleten zwischen klimatisierten Hotel- und Stadionräumen, Bussen und den Trainings- und Aufwärmplätzen bewegen. In das Khalifa-Stadion mit dem Sonnendach wird mit aufwendiger Technik kalte Luft geblasen. „Man könnte das Stadion auch weniger heruntertemperieren, dann würde man weniger Energie verbrauchen“, sagte Europameisterin Mihambo.
Verrückt: Wettkämpfe starten um Mitternacht
Der Weltverband IAAF plant einen Hitze-Kongress und hat eine Studie in Auftrag gegeben: Dabei geht es um eine neue Methode, wie der Zustand des Athleten kontrolliert werden kann – mit einer Art elektronische Hitze-Pille mit Chip, die geschluckt wird. „Es ist eine Kapsel. Die misst die Körperkerntemperatur und zeigt, wie der jeweilige Athlet unter Belastung reagiert“, erklärte der Verband.

IAAF-Präsident Sebastian Coe. © APA/afp / STRINGER

Doha gilt dafür als Testlauf, die IAAF hat die Kapsel den Marathon- und 10.000-Meter-Läufern und Gehern angeboten. „Die erhobenen Daten sollen im Anschluss an die Wettkämpfe dabei helfen, die Hitzeschlagprognose und die Effektivität von externen Kühlungsmaßnahmen zu objektivieren“, sagte der deutsche Cheftrainer Alexander Stolpe. Besonders verrückt: Marathonläufer und Geher müssen um Mitternacht ran. Um die Nachtwettkämpfe zu simulieren, wurde bei einigen Teams eine Leistungsdiagnostik um 23.00 Uhr auf dem Laufband durchgeführt.

Autor: cst/dpa

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