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Bruno Cappello, Präsident des Südtiroler Leichtathletikverbands

Bruno Cappello: “Doping muss bekämpft werden, aber ohne zu verallgemeinern“

Der Präsident des Südtiroler Landesleichtathletikverbands (FIDAL), Bruno Cappello, bezieht Stellung zu den jüngsten Dopingermittlungen in Südtirol. In erster Linie geht es dabei um den „Fall Schwazer“ der offenbar immer weitere Kreise zieht. So etwa wurde eine Liste von 38 Athleten veröffentlich, die in Vergangenheit mehrfach ihren Aufenthaltsort nicht ordnungsgemäß dem Nationalen Olympischen Komitee (CONI) mitgeteilt haben sollen - darunter auch Silvia Weissteiner und Christian Obrist. Die Stellungnahme von Cappello wird hier in kompletter Form wiedergegeben.

„Der Dopingfall Schwazer bedarf viel tieferer Nachforschungen, als das es im Augenblick die breite Öffentlichkeit und insbesondere die Medien mit immer neuen Enthüllungen machen. Diese Art von Berichterstattung können wir als Leichtathletikverband nicht nachvollziehen. Das heißt jedoch nicht, dass wir das Problem kleinreden wollen. Ganz im Gegenteil: Ich wünsche mir, dass die Staatsanwaltschaft und Dopingbehörden der Sache bis ins Detail nachgehen, die Schuldigen ausforschen und die gesamte Wahrheit ans Tageslicht bringen.

An dieser Stelle kann ich nur versichern, dass der Südtiroler Leichtathletikverband die Dopingbekämpfung mit vollster Kraft unterstützt. Allerdings will und kann ich nicht mitansehen, wie die laufenden Ermittlungen einen Schatten auf die gesamte Südtiroler Leichtathletikszene werfen. Das wird unseren vielen Athleten, Trainern und Betreuern nicht gerecht, die viel in diese Sport investieren.

Wie nun bekannt wurde, sollen Christian Obrist und Silvia Weissteiner in Vergangenheit sieben bzw. fünf Mal ihren Aufenthaltsort für eventuelle Dopingkontrollen nicht ordnungsgemäß dem CONI mitgeteilt haben. Diese Fälle stufe ich als Unachtsamkeit der Athleten ein, die von ihren Ärzten und Betreuern häufig nicht ausreichend informiert werden. Fest steht aber auch, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden müssen.

Bereits bei meinem Amtsantritt als FIDAL-Präsident in Südtirol habe ich anlässlich eines Treffens mit Professor Donati unterstrichen, dass mir das Thoma Doping am Herzen liegt. Dieses Problem muss mit aller Entschlossenheit angegangen werden. Doch bereits damals habe ich darauf hingewiesen, dass dem Südtiroler Leichtathletikverband unzählige Athleten, Trainer, Betreuer und Funktionäre angehören, die für einen sauberen und ehrlichen Sport einstehen. Sie alle nehme ich in Schutz, insbesondere in Bezug auf die Berichterstattung in einigen Zeitungen. Wie ich bereits erwähnt habe, handelt es sich bei den unterlassenen Mitteilungen des Aufenthaltsortes um grobe Fehler, die allerdings nicht auf bewusst umgangene Dopingkontrollen zurückzuführen sind. In Zukunft müssen wir den Athleten einfach eine bessere Beratung von Seiten der Ärzte und betreuenden Personen garantieren. Den Sportlern muss deutlich gemacht werden, dass gemeinsam und mit vollster Achtsamkeit gegen das Dopingproblem angekämpft werden muss. Nur so können wir unsere wunderbare Sportart ehrlich und glaubwürdig gestalten. Gleichzeitig würde auch vermieden, dass alle einfach über einen Kamm geschoren werden. Wir werden unser Bestreben nach einem sauberen Leichtathletiksport jedenfalls weiter vorantreiben und ausbauen.“

Autor: sportnews

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