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Lamine Diack wird unter anderem Korruption vorgeworfen © SID / SEYLLOU

Mafia-Methoden im Weltverband: Urteil gegen Ex-Boss erwartet

Vier Jahre Gefängnis und 500.000 Euro Geldstrafe? Oder Gnade für den gefallenen Leichtathletik-Paten? Im Korruptionsprozess gegen Lamine Diack (87) wird der Pariser Strafgerichtshof am Mittwoch (13.30 Uhr) sein Urteil sprechen.

Dem ehemaligen Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes wurde seit Anfang Juni in Frankreich der Prozess gemacht, Diack wird unter anderem Korruption, Geldwäsche und Dopingvertuschung vorgeworfen. Dem Senegalesen, der seit 2015 unter Hausarrest stand, hatten zunächst bis zu zehn Jahre Haft gedroht. Die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft forderte zuletzt vor der 32. Kammer des Strafgerichtshofs allerdings „nur“ vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Euro. Zweimal war der Prozess verschoben worden.

Mafiöse Strukturen im Leichtathletik-Weltverband
Diack war zwischen 1999 und 2015 Präsident der IAAF (heute World Athletics) und führte den Verband offenbar mit mafiösen Strukturen. Er soll in dieser Zeit Bestechungsgelder erpresst haben, um positive Dopingtests zu vertuschen. Allein 23 russische Athleten sollen jeweils zwischen 100.000 und 600.000 Euro gezahlt haben, um bei den Olympischen Spielen 2012 in London und den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau starten zu können.

Insgesamt sollen Diack und seine Komplizen 3,45 Millionen Euro Schmiergeld für fallengelassene Dopingdelikte kassiert haben. Hinzu kommen diverse weitere Anschuldigungen, die in einer 90-seitigen Anklageschrift zusammengefasst wurden - dabei geht es auch um einen angeblichen Stimmenkauf bei den Vergaben der Olympischen Spiele nach Rio und Tokio.
Auch der Sohn von Diack gilt als Drahtzieher
Neben Diack wurden noch fünf weiteren Personen der Prozess gemacht: Dabei gilt sein Sohn Papa Massata Diack wie der Senior als Schlüsselfigur in dem laut Anklage „wahrhaft kriminellen“ System. „Dieser Prozess wurde ohne meine Anwesenheit abgehalten, obwohl ich ein zentrales Element der Anschuldigungen des französischen Rechtssystems bin und ich hatte niemals Zugang zu der Akte“, sagte Papa Massata Diack am Montag auf einer Pressekonferenz in Dakar. Ihm sei rückversichert worden, dass die französische Justiz keine Grundlage habe, ihn oder Lamine Diack zu verurteilen.

Für Papa Massata Diack, der abgetaucht ist und von Interpol gesucht wird, beantragte die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft und 500.000 Euro Strafe.

Autor: sid

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