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Alex Schwazer im Scheinwerferlicht: Die Leichtathletikwelt blickt nach Lausanne. © DLife

Schwazers Stunde der Wahrheit naht

Der Antrag um Aufhebung der Dopingsperre ist eingereicht, die Frist für Stellungnahmen der Gegenparteien verstrichen. Jetzt liegt Alex Schwazers sportliche Zukunft in den Händen eines Untersuchungsrichters in der Schweiz.

Rechtsanwalt Gerhard Brandstätter hat ihn im SportNews-Interview als „den sportlich einzigen Weg“ beschrieben. Nun sind er und sein Mandant Alex Schwazer ihn gegangen. In Zusammenarbeit mit der Londoner Kanzlei Morgan Sport Law haben sie einen mehrseitigen Revisionsrekurs mit Antrag auf eine einstweilige Aufhebung der achtjährigen Dopingsperre Schwazers eingereicht. Der Fall liegt nun beim Schweizer Bundesgericht in Lausanne.


Der zuständige Untersuchungsrichter gab den weiteren Verfahrensparteien bis zum Dienstag (27. April) Zeit, um ihre schriftlichen Stellungnahmen einzureichen. Insbesondere die Weltdopingagentur WADA, als Nebenklägerin gegen Schwazer im Strafprozess, hatte mit Entrüstung auf den Beschluss des Bozner Untersuchungsrichters Walter Pelino zur Einstellung des Strafverfahrens gegen Schwazer reagiert. Dazu verfasste sie eine emotionale Verteidigungsschrift. Laut ARD-Dopingredaktion ließ die WADA zitieren, dies sei „kein ordnungsgemäßes Verfahren“ gewesen. Auch das Kölner Doping-Kontrolllabor weise, laut ARD, alle „erhobenen Anschuldigungen einer angeblichen Manipulation der Dopingkontroll-Urinproben vollumfänglich und nachdrücklich zurück.“

Schwazers Verteidigung ist sich sicher, dass die Manipulation an den Urinproben zuerst in Stuttgart, während eines unbeaufsichtigten Moments, und später im Labor in Köln durchgeführt worden sei. Beweise dafür sollen Brandstätter vorliegen. Diese sind dringend notwendig, da das Bundesgericht nur bei schweren Verfahrensfehlern eingreift.


Nun bleibt jedenfalls abzuwarten, ob die Sperre infolge des Bozner Gerichtsentscheids durch die nächsthöhere Instanz neu bewertet wird. Der Olympiasieger von 2008 hofft, dass die Revision des CAS-Urteils bereits die nächste Tage erfolgt, um sich noch auf den letzten Drücker für die in drei Monaten beginnenden Sommerspiele in Tokio qualifizieren zu können.

Schlagwörter: Leichtathletik

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