5 Formel 1

The Show must go on! Die neue Formel-1-Saison steht in den Startlöchern. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

Corona, Hamilton & Menschenrechte: So ist der Stand der Dinge

In der Saison der Superlative vor der nächsten großen Formel-1-Reform fahren die Fragezeichen mit. Nicht nur Corona bleibt ein heißes Dauerthema.

Die Frage der Fragen: Was macht Hamilton?
Wie schwer oder womöglich am Ende auch wieder eher nicht es für den auch schon 36 Jahre alten Lewis Hamilton auch wird, mit dem erneuten WM-Triumph würde der Brite alles bisher da gewesene in dem Sport endgültig in den Schatten stellen. Michael Schumachers sieben WM-Triumphe würden ihren Wunderstatus verlieren. Und dann?


Nach der Nichteinigung über diese Saison hinaus wird Rennwochenende für Rennwochenende das Thema wieder hochkochen. „Es fühlt sich bei mir nicht so an, als sei das das Ende“, sagte Hamilton in Bahrain und prophezeite die „aufregendste“ Saison überhaupt. Hamilton, der nach wie vor keinerlei Motivations-Ermüdungserscheinungen zeigt, sagte auch: „In den kommenden acht Monaten oder so werde ich herausfinden, ob ich bereit bin aufzuhören. Aber ich denke nicht, dass ich das werde.“ Gewissheit herrscht aber erst, wenn er einen neuen Vertrag unterschrieben hat. Von Mercedes wird der Sommer als Phase der Entscheidung bevorzugt.

Die Frage nach den Unwägbarkeiten
Eigentlich hätte die Saison schon vor zwei Wochen begonnen, eigentlich war im April auch ein Trip nach China vorgesehen. Die Corona-Pandemie zwingt aber auch die Formel 1 zu Umwegen. Nur ein Rennen im kommenden Monat mit dem Großen Preis der Emilia Romagna (18. April). Ungewöhnlich, erst recht bei einem Rekordkalender mit 23 Grand Prix. Es ging aber nicht anders. Und ob der jetzige Plan funktioniert – sicher kann sich niemand sein, wenn in Europa und weltweit das Virus mit seinen Mutationen die Zahlen womöglich wieder noch weiter nach oben treibt.

Ferrari-Pilot Carlos Sainz ließ sich in Sakhir impfen. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC


Im wohl reiseintensivsten Sportmetier nahmen daher auch einige die Offerte in Bahrain an, sich impfen zu lassen. „In Europa weiß ich nicht, wie lange man warten muss, bis man geimpft wird“, sagte Alpha-Tauri-Teamchef Franz Tost: „Die Gesundheit ist das Wichtigste.“ Das gesamte Team ließ sich versorgen. Auch nahezu die gesamte Belegschaft vor Ort von Ferrari, darunter Fahrer-Neuzugang Carlos Sainz. Sergio Perez von Red Bull ließ sich ebenfalls impfen.
Die Frage nach den Menschenrechten
Bernie Ecclestone machte die Formel 1 zum weltweit operierenden Unternehmen mit Milliardenumsatz – und vor Ländern, denen mitunter auch schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wurden, auch keinen Halt. Aber auch seine Nachfolger fahren in dem hochkommerzialisierten Rennsport auf dem schmalen Grat zwischen Gewinnmaximierung und Moral entlang, Anfang Dezember findet erstmals ein Rennen in Saudi-Arabien statt.

Bahrain ist seit 2004 im Rennkalender. Vor zehn Jahren war das Rennen wegen heftiger Unruhen, bei denen auch Menschen ums Leben gekommen waren in dem kleinen Königreich im Nahen Osten, abgesagt worden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1, die es so seit 1950 gibt, fand ein Rennen aus politischen Gründen nicht statt.

Lewis Hamilton erhielt Briefe von Folteropfern in Bahrain. © APA/afp / LARS BARON

Vergangenes Jahr hatte Superstar Hamilton Briefe von Folteropfern erhalten. Darauf angesprochen, sagte er, er wolle sich informieren. Bei der Rückkehr nach Bahrain zum Saisonauftakt kam wieder die Rede darauf. Hamilton: „Ich habe in den vergangenen Monaten versucht, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. In all den Jahren, in denen wir hierhergekommen sind, waren mir nicht alle Details in Bezug auf etwaige Menschenrechtsverletzungen bewusst.“

Er habe mit Menschenrechtsanwälten und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International gesprochen, er habe sich mit dem britischen Botschafter in Bahrain getroffen und auch mit Vertretern aus Bahrain. Gesprächsinhalte verriet er nicht. Hamilton sagte aber: „Ich denke nicht, dass wir in Länder gehen und ignorieren sollten, was dort passiert, uns eine schöne Zeit machen und wieder abzuhauen.“

Autor: cst/dpa

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