5 Formel 1

Lewis Hamilton feierte Titel Nummer sechs. © APA/getty / CHARLES COATES

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Austin

In unserer Rubrik nehmen wir erneut die Protagonisten des vergangenen Formel-1-Wochenendes etwas genauer unter die Lupe.

LEWIS HAMILTON: Nicht schon wieder wollte Lewis Hamilton zum WM-Titel „kriechen“. In den vergangenen beiden Jahren reichten ihm Platzierungen fernab des Podiums zur Krönung - weil er jeweils gewaltigen Vorsprung in der Meisterschaft hatte und nicht mehr viel riskieren musste. In Austin galt dies wieder. Theoretisch hätte der Brite von Startplatz fünf aus beobachten können, wie die Wagen vor ihm um den Sieg fahren, selbst ein achter Rang hätte ihm ja gereicht. Aber Hamilton wollte den Titel „in style“ unter Dach und Fach bringen.

Also kämpfte er mit allen fairen Mitteln, nach seinem guten Start wollte er seinen Teamkollegen Valtteri Bottas und Max Verstappen im Red Bull durch eine wieder einmal riskante Strategie schlagen. Auch wenn dies knapp misslang und er Bottas kurz vor Rennende doch noch passieren lassen musste, so ist Hamiltons Haltung ein Paradebeispiel dafür, warum er womöglich schon Ende 2020 der erfolgreichste Fahrer der Formel-1-Geschichte sein wird.

VALTTERI BOTTAS: Der Finne hat im schier aussichtslosen WM-Duell mit seinem Mercedes-Kollegen Hamilton nie aufgegeben, das muss man ihm hoch anrechnen. Die Pole Position und der Sieg auf der Hamilton-Paradestrecke Austin sind ein dickes Ausrufezeichen. Dass es für Bottas aber nicht gereicht hat mit dem ganz großen Wurf hat Gründe, die er selbst treffend benannte: Hamilton sei einfach auf höchstem Niveau konstanter und befinde sich auf einem Level, das er selbst nur phasenweise erreicht habe. Immerhin: Bottas steht vorzeitig erstmals als Vizeweltmeister fest, vier Siege und fünf Pole Positions in einer Saison hat er zuvor nie geschafft. Im nächsten Jahr will der 30-Jährige wieder angreifen. Sein Gegner im eigenen Team wird aber kaum nachlassen.

Ferrari kam in Austin nicht auf Touren. © APA/getty / Mark Thompson

FERRARI: Die einen glaubten an einen Rückfall in vergangen geglaubte Zeiten, die anderen an Pech, wieder andere sahen sich in ihren Verdächtigungen bestätigt. Erstmals seit Mitte Mai in Barcelona verpasste Ferrari das Podest, erstmals seit sechs Rennen hatten die Fahrer der Scuderia nicht den Hauch einer Siegchance. Sebastian Vettels Aufhängungsbruch war das eine, die urplötzlich fehlende Pace der beiden Ferrari auf der Gerade schon im Training aber etwas ganz anderes. Am Austin-Wochenende hatte der Dachverband FIA nämlich eine technische Direktive erlassen, in der die Bestimmungen zum Benzinfluss genauer geregelt werden. Die Konkurrenz hatte offenbar länger schon im Verdacht, dass Ferrari in dieser Hinsicht mindestens am Rand der Grauzone operiert. Der Einbruch von Texas war für sie der beste Beweis, dass sie recht hatten.

MAX VERSTAPPEN: Der Niederländer war der Fahrer, der Ferrari am direktesten anging. Gar von „Betrug“ sprach der Red-Bull-Pilot, der nun durch den Verlust der Pace aufgeflogen sei. Es war aber nicht der einzige Verstappen-Auftritt als Haudrauf in Austin. Der 22-Jährige rüffelte die mehrmaligen Weltmeister Hamilton und Vettel wegen deren Kritik an seinem forschen Fahrstil. Dieser brachte ihm den dritten Platz ein, was angesichts der wieder einmal starken Mercedes-Leistung im Rennen das Maximum war.

SPRUCH DES WOCHENENDES: „Ich arbeite noch an einem Meisterstück, ich bin noch nicht fertig.“ (Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton)

Autor: sid

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