5 Formel 1

Daniel Ricciardo feiert auf eigene Art und Weise © SID / JOHANNES EISELE

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: China

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Das war scheiße. Natürlich war es meine Schuld." (Max Verstappen bei RTL zur Kollision mit Sebastian Vettel)

Shanghai (SID)

SEBASTIAN VETTEL: Von Eins auf Acht. Der Blick auf die nackten Zahlen lässt eine äußerst schwache Leistung vermuten. Die Schuld an der Niederlage des Pole-Setters trifft aber andere. Etwa den Ferrari-Kommandostand. Die Scuderia verschätzte sich bei der Boxenstrategie verheerend. Hätte Vettel die Reifen früher getauscht, wäre es wohl auch gar nicht erst zum Unfall mit Verstappen gekommen. Was Vettel bleibt, ist die WM-Führung und die Gewissheit, trotz allem in einem siegfähigen Auto zu sitzen.

MAX VERSTAPPEN: Kein Rennen ohne Ausrutscher. In Bahrain schoss er sich selbst ab, in Shanghai rammte er Vettel. Der 20-Jährige bekommt sein Temperament einfach nicht in den Griff und brachte sich um einen sicheren Podestplatz. Talent allein genügt nicht, Verstappen muss endlich abgeklärter werden. Positiv: seine Reaktion nach dem Rennen. Nahm die Schuld auf sich und stand zu seinem Fehler. Im Vorfeld hatte er betont, an seinem Fahrstil nichts ändern zu müssen. Vielleicht überdenkt er diese Meinung nun.

DANIEL RICCIARDO: Zeigte Verstappen, wie es laufen kann. Nutzte den Vorteil der frischen Reifen nach der Safety-Car-Phase optimal aus, ließ erst Vettel, dann Valtteri Bottas im Mercedes hinter sich. Der Australier ist derzeit der bessere Red-Bull-Pilot. Feierte den Erfolg auf die ihm eigene Art. Aus dem verschwitzten Rennschuh trank er einen großen Schluck Champagner. Unappetitlich, aber verdient. Wohl bekommts!

MERCEDES: Das Weltmeisterteam war vor dem Wochenende klar favorisiert. Shanghai ist in der Turbo-Hybridära seit 2014 stets in der Hand der Silberpfeile gewesen. Die Stärken spielte Mercedes aber nicht aus. Vor allem Weltmeister Lewis Hamilton enttäuschte, vom berühmten Killer-Instinkt des Briten ist derzeit nichts zu sehen. Nur Rang vier für den China-Rekordsieger, aus dem Vettel-Debakel zog er kaum Kapital. Einziger Lichtblick: Valtteri Bottas. Der Finne behielt im Chaos die Übersicht und zeigte ein fehlerfreies Rennen. Zum Sieg reichte es dennoch wieder nicht. Vor Mercedes liegt weiterhin viel Arbeit.

Autor: sid

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