5 Formel 1

Ferrari-Ass Sebastian Vettel. © AP / Ng Han Guan

Krach bei Ferrari: „So etwas kann sehr kompliziert werden“

Der 1.000. Grand Prix in der Formel-1-Geschichte wird nicht als einer der spektakulärsten in die einschlägigen Jahrbücher kommen. Mercedes machte in China alles richtig und feierte mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas den schon dritten Doppelsieg 2019. Ferrari hingegen schoss sich mit einer Stallorder ein weiteres Eigentor.

„Lewis Hamilton hat den Großen Preis von China in einem der einfachsten Rennen seiner langen Karriere gewonnen. Mit Leichtigkeit übertraf der Engländer seinen Teamkollegen“, fasste die spanische Sportzeitung „Marca“ das in Shanghai gebotene Schauspiel zusammen. „Im 1000. Rennen der Formel 1 lieferte Hamilton – der britische Star und statistisch wohl beste Fahrer, der je gelebt hat – eine weitere makellose Leistung ab, indem er zum sechsten Mal in China gewann.“

Sebastian Vettel kam als Dritter auch dank der Boxenregie auf das Podest, nachdem ihn die Ferrari-Strategen in der elften Runde am aufstrebenden Teamkollegen Charles Leclerc vorbeigelotst hatten. Leclerc konnte sich bissige Kommentare per Funk nicht verkneifen.

Leclerc ist kein zweiter Räikkönen
Klar ist, der 21-Jährige ist kein Kimi Räikkönen, der die Rolle als Vettel-Nebenmann jahrelang mit stoischer Gelassenheit ausfüllte. Nur widerwillig machte der Monegasse Platz. „Wenn du mit so etwas anfängst, wird es sehr kompliziert werden. Du öffnest sozusagen die Büchse der Pandora“, kommentierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Ferrari-Aktion auf dem Shanghai International Circuit. „Denn es ist absehbar, dass wir dann in jedem folgenden Rennen von einem Piloten hören: Ich kann schneller fahren. Du schaffst einen Präzedenzfall.“

Ferraris Jungstar Charles Leclerc. © AP / Ng Han Guan

Der Wiener weiß, wovon er redet, diverse Vorfälle aus den Zeiten von Nico Rosberg und Hamilton als Teamkollegen sind ihm noch gut in Erinnerung. Um den Zweikampf zu befrieden, führten die Mercedes-Chefitäten damals sogar einen Verhaltenskatalog ein. So weit will es Ferrari nicht kommen lassen.

Teamchef ist dankbar
„Es war schwer, die Order auszugeben“, räumte Teamchef Mattia Binotto ein. „Ich muss Charles dafür danken, wie er sich verhalten hat“, meinte Binotto auch noch. In der Gesamtabrechnung verlor die Scuderia aber einen Rang, da Leclerc, der als Vierter gestartet war, diese Position im weiteren Verlauf an Verstappen abgeben musste.

Unter dem Strich war das China-Wochenende für Ferrari und Vettel ein erneuter Rückschlag im Titelkampf. Die Italiener stehen nach den ersten drei Rennen mit gerade mal zwei dritten Plätzen da. Als WM-Vierter liegt der 31-Jährige schon 31 Punkte hinter dem neuen Führenden Hamilton. Vier vergebliche Anläufe mit Ferrari zehren ohnehin schon an den Nerven des Deutschen.

Autor: dpa/det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2019 Sportnews - IT00853870210