5 Formel 1

Enttäuschung machte sich im Ferrari-Rennstall breit. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

Leclerc zum Imola-Rennen: „Es ist eine Schande“

Es sollte die ganz große Party für rund 100.000 Fans an der Strecke und weitere Millionen vor Italiens TV-Bildschirmen werden. Stattdessen heißt es für Ferrari nach dem Heim-Rennen in Imola erstmal Wundenlecken.

Max Verstappen plauderte entspannt und gelöst über sein perfektes Wochenende beim furiosen Red-Bull-Triumph im Ferrari-Land. Widersacher Charles Leclerc wollte sich möglichst unerkannt aus dem Motorhome der Scuderia mit Kappe und Mundschutz schleichen, die aufmunternden Worte der Fans konnten den reumütigen Monegassen in Imola auch nicht mehr trösten.


„Da gibt es keine Entschuldigungen, ich habe einen Fehler gemacht, den ich nicht hätte machen dürfen“, sagte er am Sonntag in Italien: „Es ist eine Schande.“

Fast 100.000 Fans waren gekommen, nach einem Formel-1-Rennen eher zum Vergessen für die Scuderia wurde es aber nichts mit der roten Party auf dem Podium. Leclerc kam nach einem Fahrfehler nicht mehr über Rang sechs hinaus. Carlos Sainz, der am Donnerstag vergangener Woche noch seinen Vertrag von Ferrari verlängert bekommen hatte, stand nach wenigen Metern mit seinem Auto im Kiesbett.

Red Bull fuhr in Imola vorne weg. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC


Dafür war der Weltmeister zur Stelle. Im Gegensatz zum wechselhaften und eher schlechten Wetter hätte Verstappen nicht konstant glänzender fahren können: Platz in der Qualifikation, Platz eins im ersten Sprintrennen der Saison, Platz eins beim Großen Preis der Emilia Romagna mit der schnellsten Rennrunde. Nach zwei Ausfällen in drei Rennen zuvor wegen Defekten herrschte bei gesamten Team entsprechend große Erleichterung. Zumal Stallrivale Sergio Perez vor Lando Norris im McLaren den Doppelerfolg perfekt machte.
„Ich habe mich für das Auto entschuldigt.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff

Lewis Hamilton dagegen zählte wieder zu den großen Verlieren. Er quälte sich mit dem Mercedes als 13. ins Ziel. „Ich habe mich für das Auto entschuldigt, das er im Moment fahren muss“, betonte Teamchef Toto Wolff. Immerhin: Hamiltons neuer Teamkollege George Russell schaffte es im zweiten Silberpfeil auf Platz vier.

Auch weil Leclerc zuviel wollte. „Ich bin übers Limit gegangen und habe den Preis dafür bezahlt“, sagte der Sieger von Bahrain und Australien. Mit den soften Reifen war er kurz vor Schluss weggerutscht auf der teils immer noch feuchten Strecke und hatte sich mit dem Wagen gedreht. Nach einer leichteren Bandenberührung musste er noch mal an die Box. Statt wenigstens das Red-Bull-Duo zu trennen und sich Rang zwei wie in Saudi-Arabien zu sichern, verpasste Leclerc erstmals in diesem Jahr das Podest.

Im Klassement führt er zwar weiterhin klar. Aber Verstappen ist näher gekommen. Vor dem Wochenende in Italien belegte der Niederländer den fünften Rang und hatte 46 Punkte weniger als Leclerc. Dank der Maximalausbeute von Imola mit insgesamt 34 Zählern schob sich Verstappen auf den zweiten Gesamtrang. Er hat nun 59 Punkte, Leclerc 86. Rein theoretisch könnte Verstappen also schon in Miami mit einem Sieg und der schnellsten Rennrunden und einem Nuller von Leclerc auf nur noch einen Punkt herankommen.


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