5 Formel 1

Der Moment der Entscheidung: Verstappen krönt sich zum Weltmeister. © APA/afp / GIUSEPPE CACACE

Nach Zitterspiel: Red Bull droht mit Ausstieg

Auch nach seinem Sieg auf dem Yas Marina Circuit galt Max Verstappen noch nicht als offizieller Weltmeister. Konkurrent Mercedes legte Protest gegen die Wertung des dramatischen Rennens ein – ohne Erfolg. Helmut Marko, Teamchef von Red Bull, nahm das Chaos um Verstappens ersten Titel zum Anlass für Giftpfeile Richtung Mercedes. Und drohte mit dem Ausstieg seines Rennstalls.

Nach der erlösenden Nachricht beim Zitternachspiel auf dem Yas Marina Circuit gönnte sich Max Verstappen inmitten der Transporter und Gabelstapler einen Drink zum endgültigen Start in die Party-Nacht. Die Aufräumarbeiten nach dem unfassbaren Ende der WM-Saison werden aber noch länger anhalten. Vor allem Verstappens Förderer Helmut Marko giftete kurz nach dem Triumph Richtung Mercedes. Von entspannter Atmosphäre darf man im kommendem Jahr nicht ausgehen.


Über vier Stunden musste Verstappen auf das offizielle Ergebnis warten. Dass Mercedes mit Protesten reagierte, ließ bei Red Bull einige erzürnen. Marko allen voran. Der Österreicher nutzte die Gelegenheit nach dem Triumph im Titeldrama für eine Moralabrechnung. Es spreche „für die Gesinnung eines, ich würde sagen, unwürdigen Verlierers, wenn man solche Einsprüche und Proteste einlegt“, betonte der Red Bull-Motorsportchef.

Verabschiedet sich Red Bull aus der Königsklasse?
Einmal in Fahrt, legte Marko nach. Er drohte gar mit dem Ausstieg aus der Formel 1, sollte sich an gewissen Gegebenheiten nichts ändern. „Wir werden unser Engagement in der Formel 1 überdenken, wenn das nicht entsprechende Auswirkungen für die zukünftigen Meisterschaften hat.“ Das gesamte System gehöre überdacht. „Es können Entscheidungen nicht einmal so und einmal so ausgelegt werden. Die Regeln müssen vereinfacht werden. Die Prämisse muss sein: Let's race“, unterstrich Marko.

Ein Titel mit Nachspiel. Steigt Red Bull aus? © ANSA / KAMRAN JEBREILI / POOL

Angesichts der jüngsten Investitionen von Dietrich Mateschitz in eine eigene Infrastruktur, um künftig selbst Motoren herstellen zu können, scheinen die Drohungen ungefährlich zu sein. Selbst Ferrari hatte oft mit einem ähnlichen Szenario gedroht – aber nie umgesetzt.
Das Blatt wendet sich – Verstappens Wunder
Sah sich Red Bull von der Rennleitung im Saisonverlauf oft benachteiligt, war es in den Emiraten der Konkurrent. Mit den Protesten scheiterten die Silberpfeile zwar, Mercedes behielt sich aber das Recht auf eine Berufung vor. Bis Donnerstag – 96 Stunden nach Abgabe der Absichtserklärung – bleibt dem Team nach eigenen Angaben Zeit, um tatsächlich den nächsten Schritt zur Anfechtung des Verstappen-Sieges zu gehen. Am Montag gab es keine Stellungnahme. Die Bosse wie Teamchef Toto Wolff vermieden schon am Sonntag jegliche Kommentare.

Die Dimension der Entscheidung der Rennleitung in der Schlussphase des eigentlich schon gelaufenen Großen Preises von Abu Dhabi ist enorm. Verstappen hatte gegen Lewis Hamilton unter normalen Umständen keine Chance. Crashs und Safety-Car-Phase gehören zwar immer dazu, beeinflussen aber den Rennverlauf. Selten aber mit einer Bedeutung wie beim letzten Akt dieser Saison. Selbst Verstappen musste zugeben: „Manchmal passieren Wunder.“

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Kommentare (1)

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Fritz Fritz [melden]

Man sollte auch erhobenen Hauptes verlieren können!!!

14.12.2021 07:48

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